Solidarität zum Spendenjahr im Teinachtal
Großflächige Bilanz: zwei Linienbusse präsentieren das Konferfei der Leukämie erkrankten Lara
Das persönliche Schicksal der an Leukämie erkrankten Lara bewegt. Durch das „Teinachtal hilft“ Gemeinschaftsprojekt der drei Gemeinden Bad Teinach-Zavelstein, Neubulach und Neuweiler setzen sich immer mehr Menschen für die Arbeit des Fördervereins für krebskranke Kinder ein, um Spenden zu sammeln und den Kindern eine erträglichere Zukunft zu ermöglichen.
Zum Pressetermin in Neubulach beschreibt Bürgermeister Markus Wendel am vergangenen Mittwoch die Sammelaktion. „Das Schicksal von Lara Schwämmle bewegt und der Gedanke, dass auch das eigene Kind ein solches Schicksal ereilen könnte, beflügelt unzählige Menschen. Damit wird das Projekt „Teinachtal hilft“ immer bekannter. Und heute sieht man, wie groß so eine Idee dann tatsächlich auch werden kann. Denn es gibt einen ganz großen Werbeträger für unseren Spendenjahr.“

Lara und ihre Mutter kämpfen gegen Leukämie
Mit viel Applaus würdigten die Anwesenden auf dem Betriebshof des Busunternehmers Helmut Maier die Aktion der zwei mit dem überdimensional großen Konferfei der fünfjährigen Lara neu beklebten Linienbusse. In Kombination mit dem Design der Spendenaktion und dem Logo des Fördervereins für krebskranke Kinder Tübingen e.V. wird damit das geplante Spendenjahr über das Teinachtal bis in den Landkreis Calw hinausgetragen. Denn die Busse sind unterwegs bis in die Landkreise Böblingen und Esslingen und fahren zeitweise auch in den angrenzenden Landkreis Tübingen. „Jeder Bus fährt im Jahr rund 80.000 Kilometer“, berichtet Helmut Maier, der sich von Michael Stahl von der Teinachtal-Touristik zur Unterstützung des Spendenmarathons hat „anstecken lassen“. Die optische Gestaltung der Spendenbotschaft hat Thomas F. Loher, Geschäftsführer der gleichnamigen Werbeagentur aus Dornstetten, kostenfrei übernommen. „Ich weiß, wie es ist, wenn man mit Diagnosen konfrontiert wird, die das Leben innerhalb von wenigen Minuten gänzlich verändern.“ Für ihn ist die eindrucksvolle Außenwirkung ein Signal, um auch andere zum Mitmachen zu motivieren.
Dass das mit zwei großflächig beklebten Bussen nun bereits ein großes Stück weit gelungen ist, betont Franziska Bürkle. Die Tourismusleiterin, die als Benefizaktion zunächst einen dreitägigen Spenden-Wander-Marathon geplant hatte, beschreibt die Grundidee, die während der ersten Gespräche und Vorbereitungen immer detaillierter wurde, so dass sich dazu die Überlegung entwickelte, ein komplettes Spendenjahr mit unterschiedlichen Veranstaltungen entstehen zu lassen.
„Wir freuen uns, dass wir sie als Partner an der Seite haben, und dass es so viele unterschiedliche Unterstützer gibt. Denn mittlerweile haben wir nicht nur über 30 Sponsoren, sondern zudem Möglichkeiten mit verschiedenen Veranstaltungen Spenden zu generieren.“ Nicht ohne Stolz betont Bürkle, „dass die Kampagne insbesondere jetzt durch den Termin heute noch ein bisschen mehr an Fahrt aufnehmen wird.“
Mit der Einwilligung von Lara´s Mutter ziert das Gesicht von Lara die Busse und macht auf den Förderverein für krebskranke Kinder in Tübingen aufmerksam. Für Anton Hofmann, Vorsitzender des Vereins, ist das eine „riesige Sache“. In seinen Ausführungen beschreibt er die Not der Familien, die eine solche Diagnose erhalten: „Die Kinder und die Familien brauchen die Unterstützung, denn nicht nur die betroffenen Kinder und das Elternpaar, sondern auch Geschwister und Opa und Oma sowie das ganze Umfeld ist ja plötzlich in einer Ausnahmesituation.“ Mit bewegenden Worten betont er dazu, „Wir bieten alles das, was die Grundversorgung der Medizin nicht abdeckt“ und zählt dazu 14 verschiedene Projekte mit Krankenschwestern, Psychologen und Mentoren auf, die der Förderverein in Tübingen ausschließlich durch Spendengelder finanziert. „Wir bekommen von nirgendwoher Geld weder von den Kassen noch vom Land oder vom Bund und deswegen sind wir immer darauf angewiesen, dass es Menschen gibt, die sehen, was wir machen und die uns unterstützen.“

beklebter Bus und Beteiligte
Nach seinen Aussagen erkranken in der Bundesrepublik Deutschland jährlich rund 2.500 Kinder an Krebs und Verena Schwämmle berichtet über die Diagnose ihrer Tochter Lara, die kurz vor dem vierten Geburtstag buchstäblich der ganzen Familie „den Boden unter den Füßen weggezogen hat.“ Sie schildert die Intensivtheraphie und den Chemoblock, bei dem Lara ihre Haare verloren hat. „Man ist so hilflos man will seinem Kind eigentlich helfen – und muss zusehen und hoffen, dass es einfach besser wird.“ Mittlerweile sind zwei Jahre vergangen und Lara ist in der Erhaltungstherapie. „Langsam geht es wieder bergauf“, so der Tenor der Mutter, die nach allen Kräften die Idee zum Spendenmarathon unterstützt, um Geld für die Forschung zu generieren. Ihre Schilderungen berühren die Anwesenden und bestärken die Beteiligten in dem Gedanken, die Aktion zu unterstützen und einen möglichst hohen Spendenbetrag bis zum Jahresende einzusammeln.
Spendenkonten:
Kreissparkasse Tübingen IBAN: DE10 6415 0020 0000 1260 63 / BIC: SOLADES1TUB
VR Bank Tübingen eG IBAN: DE26 6406 1854 0027 9460 02 / BIC: GENODES1STW
Kennwort „Lara“


