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Nachrichten aus Schwarzwald

Mehr als Sport in der Natur

Golfclub Bad Herrenalb-Bernbach setzt sich ein für Artenvielfalt

Pünktlich zur bundesweiten „Deutschen Bienenwoche“ stand vom 18. bis 24. Mai der „Lebensraum Golfplatz“ im Rampenlicht. Wie perfekt Sport und leidenschaftlicher Naturschutz harmonieren, zeigt der Golfclub Bad Herrenalb-Bernbach e.V. Als regionaler Vorreiter setzte der Club erneut ein starkes, erfolgreiches Zeichen für die heimische Artenvielfalt.

Turnier zum Weltbienentag

Sabine Zoller

Zum Weltbienentag ein Turnier 

Das Datum für die Aktion ist kein Zufall: Der Weltbienentag wird seit 2018 am 20. Mai gefeiert, dem Geburtstag von Anton Janša, der als Pionier der modernen Imkerei gilt. Passend dazu stand auch das jüngste Golfturnier ganz im Zeichen des Artenschutzes. Während die Startgelder direkt in den Kauf regionaler Samenmischungen flossen, um bereits bestehenden Blühwiesen auf der Anlage langfristig zu erhalten, gab es für die Turniersieger ein besonderes Präsent aus dem Club: „Das ist ein Glas Blütenhonig aus dem Jahr 2026, der direkt vor Ort von den Bienen in Bad Herrenalb gesammelt und von einem lokal ansässigen Imker abgefüllt wird“, so Vizepräsiden Frank Gerlach.

Kooperationen, die Früchte tragen

Dass sich der 9-Loch-Platz in den letzten Jahren zu einer echten Oase für Tiere und Pflanzen entwickelt hat, ist kein Zufall, denn der Golfclub berichtet über viele erfolgreich umgesetzte Aktionen, die erst durch ein starkes Netzwerk möglich wurden. Neben der „Gerda und Kurt Härtwig-Stiftung“ arbeitet der Club hierfür eng mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord, dem Forst Baden-Württemberg und weiteren lokalen Partnern zusammen.

XXL- Bienenhotel auf dem Golfplatz

Die Anlage beweist eindrucksvoll, wie lebendig ein moderner Golfplatz sein kann. Bestes Beispiel ist das imposante, knapp vier Meter große XXL-Wildbienenhotel an Bahn 8, das gemeinsam mit Forst BW errichtet wurde. Einen gänzlich anderen, feinen Lebensraum finden Wildbienen wiederum auf Bahn 2. Hier bauten die Pfadfinder vom Stamm der Cherusker ein behutsam angelegtes Sandarium. Auch kulinarische Akzente gliedern sich in das Naturkonzept ein, wie die Bärlauch-Blüten zeigen, die vom Dobler „Bärlauch-Papst“ Roy Kieferle gepflanzt wurden. Flankiert werden diese Projekte von Meike Eklunds Schafen und Ziegen, die als lebendige Rasenmäher das Tal naturnah offenhalten. Am Ende schließt sich der Kreislauf bei den Obstbäumen, deren Ernte die Clubmitglieder im Herbst alljährlich in hauseigenen Apfelsaft verwandeln.

Auszeichnung und Blick in die Zukunft

Deutschlandweit erstrecken sich Golfplätze auf rund 48.000 Hektar Fläche. Weil davon im Schnitt nur knapp 40 Prozent für den eigentlichen Spielbetrieb genutzt werden, schlummert hier ein riesiges Potenzial für den Artenschutz. Wie perfekt sich diese ungenutzten Flächen ökologisch aufwerten lassen, zeigt der Golfclub Bad Herrenalb-Bernbach par excellence: Für sein vorbildliches Engagement wurde der Club bereits 2022 offiziell geehrt und ausgezeichnet.

Besonders erfreulich ist, dass das nicht nur die aktiven Golfer begeistert. Auch in diesem Jahr waren Kinder aus Schulen und Vereinen auf der Anlage zu Besuch, um hautnah die Artenvielfalt hautnah zu erleben. 

Foto Zoller Lilli Wahl ist Projektmanagerin für den Blühenden Naturpark und war vor Ort auf dem Golfplatz um den Jugendlichen Flora und Fauna aufzuzeigen

Zum zehnjährigen Bestehen des Projekts „Blühender Naturpark“, gab es in Kooperation mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord tags darauf einen Nachmittag für junge Artenschutz-Entdecker, um Lebensräume für Insekten auf den Flächen zu erforschen, die durch eine Einsaat mit heimischen Wildblumensamen ökologisch aufgewertet wurden.

Mit Forschungsbögen bewaffnet erkundeten die Kinder die Insekten- und Pflanzenwelt auf der Blühwiese vor dem großen Bienenhotel und das machte den „Feuerfüchsen“ der Freiwilligen Feuerwehr Bad Herrenalb, den Schulkindern der Falkensteinschule sowie dem Bambini-Nachwuchs der Trachtengruppe Bad Herrenalb sichtlich großen Spaß. Für Lilli Wahli, Projektmanagerin vom „Blühenden Naturpark“ war das ein rundum gelungener Nachmittag, der beweist, „wie viel Leben in einer solchen Blühwiese steckt.“

Forschung hilft der Wissenschaft

Die Entdeckungen, die von den Kindern fleißig dokumentiert wurden, helfen zudem der Wissenschaft weiter. Denn nur wenn das Nahrungsangebot stimmt, können Insekten und in der Folge auch die Vogelwelt dauerhaft überleben. Die begleitenden Eltern zeigten sich ebenfalls begeistert und gingen mit auf Entdeckungsreise. „Je mehr man über die heimischen Wildpflanzen und Insekten herausfindet, desto besser kann man sie schützen“, so das einhellige Credo des Nachmittags. „Mit jeder entdeckten Hummel, jedem Marienkäfer und jeder Ameise wird die Natur ein kleines Stück sichtbarer“, fasste es Wahli zusammen. Damit bietet der Golfplatz Bad Herrenalb nicht nur einen überlebenswichtigen, geschützten Rückzugsort für die bedrohte Tier- und Pflanzenwelt, sondern lädt auch in Zukunft immer wieder zu Entdecker-Aktionen ein

Text und Bilder: Sabine Zoller

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