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Nachrichten aus Schwarzwald

Einsatzkräfte der Bergwacht Schwarzwald trainieren in umfangreicher Übung für den Katastrophenschutz

KIRCHZARTEN. Widrige Wetterbedingungen begleiteten vergangenes Wochenende die Bergwacht-Einsatzkräfte, die für größere Schadenslagen im Katastrophenschutz anhand von komplexen Übungsszenarien trainierten. Erklärtes Übungsziel: Die Autarkie des Fachdiensts Bergrettung im Gelände zu trainieren.

Bergwacht Katastrophenschutz-Übung

Olga von Plate / Bergwacht Schwarzwald e.V.

Sturm, Regen und Temperaturen, die am Feldberg zum ersten Wintereinbruch führten: So sahen die Bedingungen für die 34 ehrenamtlichen Bergretterinnen und Bergretter aus, die sich am Freitag, den 24. Oktober 2025, am Nachmittag in Hinterzarten zum Start einer Katastrophenschutz-Übung trafen.

Im geschlossenen Verband fuhren zehn Einsatzfahrzeuge, die die Züge Bergrettung und Lageerkundung bildeten, zum Übungsstandort auf einer Lichtung in der Nähe von St. Märgen. Dort wurde die sogenannte „Base of Operation“ aufgebaut, bestehend aus Personen-Zelten, Verpflegungszelt und Einsatzleitung mit dem dazugehörigen Material, um während des Übungszeitraums autark agieren zu können. Knapp 48 Stunden sollte der Übungszeitraum im Gelände dauern.

Vielfältige Übungs-Szenarien

Ab 21:00 Uhr gab es die ersten fiktiven Einsatzaufträge, die von der Einsatzleitung an die Teams der Züge Lageerkundung und Bergrettung verteilt wurden. Mehr als zwanzig verschiedene größere und kleinere Aufträge mit fiktiven Einsatzszenarien waren im Zeitraum bis Sonntagmittag abzuarbeiten. Dabei waren die Bergretterinnen und Bergretter mit den verschiedensten Szenarien konfrontiert, zu denen sie wie unter realen Bedingungen jederzeit alarmiert werden konnten: Ein Einsatzauftrag lautete „eingeschlossene Personen im Bergwerk Finstergrund“ bei Wieden zu retten. Später musste eine vermisste Gruppe von Forstwissenschaftler nahe der Rappeneckerhütte bei Oberried gesucht werden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag sorgte ein fiktiver abgestürzter Pkw im Steilhang oberhalb des Schönenbachs bei Muggenbrunn für einen größeren Einsatz: Im fiktiven Einsatzszenario galt es, mehrere Patientinnen und Patienten zu versorgen, aber auch mit Straßensperrungen durch einen fiktiven Erdrutsch, übermüdeten Einsatzkräften und Kommunikation im gestressten Umfeld umzugehen.

Aber auch weniger Personalintensive Aufgaben wie der Riemenwechsel an einem All Terrain Vehicle, die Beschaffung von Benzin-Nachschub für das Strom-Aggregat oder auch die Logistik und Organisation der Trinkwasserversorgung im unzugänglichen Gelände gehörten zu den Aufgaben.

Bergwacht Katastrophenschutz-Übung

Olga von Plate / Bergwacht Schwarzwald e.V.

Autarkie als Übungsziel

Um im Katastrophenschutzfall nachhaltig einsatzbereit zu sein, war ein wichtiges Ziel der Übung den Umgang mit längeren Einsatzlagen zu trainieren. In den angenommenen Szenarien sollten die Bergwacht-Einsatzkräfte fähig sein, autark als mobile Einheit zu funktionieren und neben den klassischen Bergrettungs-Fähigkeiten wie die Rettung von Personen im unwegsamen Gelände oder die Lageerkundung, eben auch die eigene Versorgung bewältigen zu können. Das Ziel: Im Ernstfall 96 Stunden lang einsatzfähig zu bleiben.

Text/Bild: Bergwacht Schwarzwald e.V.

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