50 Jahre Hans-Furler-Gymnasium
Festakt würdigt moderne Bildung, europäisches Profil und eine starke Schulgemeinschaft
Mit einer Feierstunde und einem großen Schulhock hat das Hans-Furler-Gymnasium am Samstag, 25. Juli, sein 50-jähriges Bestehen gefeiert.
Gemeinsam beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen des Hans-Furler-Gymnasiums (v. l. n. r.): Bürgermeister und ehemaliger HFG-Schüler Christoph Lipps, Oberstudiendirektor Ingo Kruse, Konrektor Dr. Volker Wacker, Prof. Dr. Günter Spinner (Richter des Bundesverfassungsgerichts und ehemaliger HFG-Schüler), Bundestagsabgeordneter und ehemaliger HFG-Schüler Johannes Rothenberger, Landtagsabgeordnete Dr. Katrin Merkel und Landtagsabgeordneter Bernd Mettenleiter.
Vertreterinnen und Vertreter aus Schule, Politik und Elternschaft würdigten das HFG als wichtigen Bildungsort für Oberkirch und die Region. Im Mittelpunkt standen die Menschen, die das Gymnasium über fünf Jahrzehnte geprägt haben, sein europäisches Profil und der gemeinsame Blick in die Zukunft.
Oberstudiendirektor Ingo Kruse nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die Schulgeschichte. Er erinnerte an die Einweihung des damals zwölf Millionen DM teuren Gebäudes im Jahr 1976 und stellte ihr die umfassende Sanierung gegenüber, in die die Stadt von 2021 bis 2024 rund 31 Millionen Euro investierte. „Die damalige Investition ist das Fundament gewesen, die heutige ein Versprechen für die Zukunft“, betonte Kruse. Wie stark sich Schule und Gesellschaft seither verändert haben, verdeutlichte der Oberstudiendirektor mit einem Blick auf den heutigen Schulalltag: „Wenn man damals gesagt hätte, dass wir Schüler ausbilden, die mit dem AbiBac das deutsche und das französische Abitur in der Tasche haben und im Unterricht Tablets oder Apple-TVs benutzen, hätte man es für Science Fiction gehalten.“
Zugleich erinnerte Kruse an Entwicklungen, die vom HFG ausgingen. Das 1988 an der Schule entwickelte Berufspraktikum wurde wenige Jahre später unter dem Namen BOGY verpflichtend für die Gymnasien im Land. Seit Jahrzehnten organisiert das HFG zudem den Wettbewerb „Mathematik ohne Grenzen“ für Südbaden. Im Jahr 2025 errang das Robotik-Team der Schule einen Weltmeistertitel.
Bürgermeister Christoph Lipps bezeichnete das Jubiläum als stolzen Meilenstein, der für ein halbes Jahrhundert Bildung, Begegnung und Entwicklung im Herzen der Stadt stehe. Dabei rückte er die Menschen in den Mittelpunkt: „Wir feiern die Menschen, die diesen Ort mit Leben gefüllt haben. Wir feiern 50 Jahre lebendige Schulgemeinschaft!“ Das gesamte Lehrerkollegium und die Schulleitung begleiteten junge Menschen in einer prägenden Lebensphase, förderten Talente und vermittelten Respekt, Weltoffenheit und Verantwortungsbewusstsein.
Bürgermeister Christoph Lipps würdigte in seinem Grußwort die Entwicklung des Hans-Furler-Gymnasiums und die Menschen, die das Schulleben seit fünf Jahrzehnten prägen
Eine besondere Bedeutung maß Lipps dem europäischen Profil der Schule bei. Als Europaschule lebe das HFG ganz im Sinne seines Namensgebers Hans Furler den Blick über Grenzen, baue Brücken und vermittle europäische Werte. Frieden, Freiheit und Zusammenhalt seien in einer unruhigen weltpolitischen Zeit keine Selbstverständlichkeit. Zugleich hob der Bürgermeister die mit der umfassenden Sanierung geschaffene Lernumgebung hervor. Sie biete den rund 650 Schülerinnen und Schülern moderne pädagogische Rahmenbedingungen. „Jeder Euro, den wir in unsere Schulen investieren, ist eine direkte Investition in die Zukunft unserer Kinder und unserer gesamten Gesellschaft“, betonte Lipps.
Europäisches Profil und vielfältige Perspektiven
Die Bedeutung einer lebendigen Schulgemeinschaft zog sich wie ein roter Faden auch durch die anschließenden Grußworte. Johannes Rothenberger, Monika Wöhrle und Karlene Kiefer beschrieben das HFG aus unterschiedlichen Perspektiven als einen Ort, der von Zusammenhalt, persönlichem Engagement und bleibenden Beziehungen lebt. „Genau diese Gemeinschaft ist es, die unsere Schule ausmacht“, brachte Kiefer für die Schülermitverantwortung diesen gemeinsamen Gedanken auf den Punkt.
Bundestagsabgeordneter Johannes Rothenberger, selbst ehemaliger Schüler des HFG, würdigte die Leistungen der Schule und hob ihre europäische Ausrichtung hervor. „Was mich ganz besonders mit Stolz erfüllt, ist, dass das HFG Europaschule ist“, sagte Rothenberger. Das AbiBac und weitere europäische Angebote hätten seinen positiven Blick auf Europa geprägt. Zugleich müsse immer wieder für die europäische Gemeinschaft geworben werden, da sie nicht selbstverständlich sei.
Für den Elternbeirat bezeichnete Monika Wöhrle das Jubiläum als Anlass, auf eine beeindruckende Geschichte zurückzublicken und zugleich zuversichtlich nach vorn zu schauen. „Als Eltern wissen wir: Schule ist weit mehr als ein Ort des Unterrichts. Sie ist ein Lebensraum. Ein Ort, an dem Kinder wachsen, fachlich, persönlich und vor allen Dingen auch sozial“, betonte Wöhrle. Das HFG präsentiere sich heute als moderner, heller und nachhaltiger Lernort. Schule sei dabei niemals fertig, sondern entwickle sich stetig weiter.
Karlene Kiefer stellte für die Schülermitverantwortung die vielfältigen Möglichkeiten innerhalb und außerhalb des Unterrichts heraus. Als MINT-freundliche Schule und Europaschule mit bilingualem Zug sowie zahlreichen weiteren Angeboten ermögliche das HFG, Talente zu entfalten, Neues auszuprobieren und gemeinsam prägende Erfahrungen zu sammeln.
Oberstudiendirektor Ingo Kruse blickte anhand historischer Aufnahmen auf fünf Jahrzehnte Schulgeschichte zurück.
Carolin Müller gestaltete die Feierstunde im Forum musikalisch mit „Take Five“ von Dave Brubeck und „La valse d’Amélie“ von Yann Tiersen. Ein Bilderrückblick ließ fünf Jahrzehnte Schulgeschichte lebendig werden.
Feierstunde und Begegnungen auf dem Campus
Im Anschluss verlagerte sich das Geschehen auf den Schulhof. Beim Schulhofhock mit großem Ehemaligentreffen kamen aktuelle und ehemalige Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und weitere Gäste miteinander ins Gespräch. Viele frühere Klassenkameradinnen und Klassenkameraden begegneten sich nach Jahren oder Jahrzehnten wieder und tauschten gemeinsame Erinnerungen aus.
Schulhausführungen boten den Ehemaligen Gelegenheit, ihre frühere Schule neu zu erkunden. Insbesondere das von 2021 bis 2024 umfassend sanierte Gebäude mit seinen modernen Räumen sorgte dabei für manche Überraschung. Eine offene Kleinkunstbühne sowie Spiel- und Mitmachangebote ergänzten das Programm.
Für den musikalischen Rahmen sorgte die HFG-Big-Band unter der Leitung von Andreas Rauber. Zudem trat der ehemalige HFG-Schüler Yannik Steffen auf, der als Musiker FAYAN bekannt ist. Zum kulinarischen Angebot trugen unter anderem die Jahrgangsstufe 1 mit alkoholfreien Cocktails und der Freundeskreis des Hans-Furler-Gymnasiums mit sommerlichen Getränken bei.


