Viel mehr als nur ein Laden
Schuhmacherei Stengel in der Hauptstraße schließt am 17. Mai für immer
Weil am Rhein. Ein Abschied, der niemandem leichtfällt: Am 17. Mai schließen Sabine und Frank Stengel ihre Ladentüre für immer ab. Dann ist die Schuhmacherei in der Hauptstraße Geschichte. Nach 37 Jahren. Dort, wo sich das Ehepaar kennen und lieben lernte.

Schuhmacher Frank Stengel und seine Frau Sabine schließen ihren Laden am 17. Mai für immer. Oberbürgermeisterin Diana Stöcker (l.) stattete dem Geschäft in der Hauptstraße dieser Tage einen Abschiedsbesuch ab.
Das Geschäft in Weil am Rhein war mehr als nur ein normaler Laden. Die Stengels waren eine echte Institution. Das Paar reparierte nicht nur unzählige Schuhe und vielerlei andere kaputte Gegenstände, sondern war all die Zeit einfühlsamer Zuhörer, treuer Ratgeber und fleißiger Helfer in allen Lebens- und Notlagen.
Dieser Tage stattete Oberbürgermeisterin Diana Stöcker dem traditionsreichen Laden einen Besuch ab. Dabei erzählten Sabine und Frank Stengel viele wunderbare Anekdoten, die allesamt deutlich machten, dass die Schuhmacherei etwas ganz Besonderes in Weil am Rhein darstellte.
„So einige Kundinnen und Kunden kamen nicht nur zum Schuhe reparieren, Scheren schleifen oder zum Nähen von löchrigen Taschen. Gerade viele ältere Menschen schätzen das Gespräch im Laden oder den sozialen Austausch zwischen Theke und Maschinen. Der eine oder andere bekam von Stengels auch schon mal ein Behördenschreiben erklärt“, weiß Stöcker, die es schlicht schade findet, dass ein solches Geschäft nun für immer seine Türe schließt.
Der Abschied fällt allen schwer – den Stengels und den vielen treuen Kundinnen und Kunden. „Es vergeht kein Tag, an dem nicht ein Geschenk als Zeichen der Wertschätzung im Laden vorbeigebracht wird, wie etwa ein mit lauter kleinen Schuhen dekorierter Käsekuchen“, erzählt Stöcker, die den Besuch nutzte, um selbst Schuhe neu besohlen zu lassen.
Aktuell ist die Werkstatt noch gut besucht, noch immer geben Menschen Schuhe und andere zu reparierende Gegenstände ab. „Das zeigt einerseits die treue Kundschaft und andererseits auch die hohe Qualität der Arbeit von Frank Stengel“, sagt Stöcker.
Die eine oder andere Maschine ist bereits verkauft und von den neuen Besitzern abgeholt worden. Bald geht eine Ära zu Ende. So schwer es Stengels auch fällt, so sehr freuen sie sich auch auf den neuen Lebensabschnitt und mehr Zeit für Privates. „Vieles“, weiß Stöcker aus Erzählungen des Paares, „blieb der Arbeit zuliebe doch auf der Strecke.“


