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Nachrichten aus Oberrhein

Spatenstich für Erweiterungsbau Gemeinschaftsschule: Der Campus wächst

Mehr Raum für Bildung

Weil am Rhein. Die Gemeinschaftsschule (GMS) Weil am Rhein erfreut sich seit Jahren wachsender Beliebtheit: Aufgrund steigender Schülerzahlen braucht es für die mittlerweile oft vier Klassen pro Jahrgang neue Klassen- und Fachräume. Der Raumbedarf ist vom Regierungspräsidium festgestellt, die Planungen abge- und der Erweiterungsbau vom Gemeinderat beschlossen. Nun rollen die Bagger.

Spatenstich für den Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule: Johannes Hußmann (VIA Bau), Frank Hovenbitzer, Jürgen Moser und Katja Eckert von Arbeitsgemeinschaft Moser/Wilhelm und Hovenbitzer, der Leiter des Amts für Gebäudemanagement und Umweltschutz, Claudio Bergermann, Schülerin Enja, GMS-Rektor Burkhard Keller, Schülerin Johanna, Oberbürgermeisterin Diana Stöcker, Gemeinderätin Simone Brobeil, Bürgermeister Lorenz Wehrle, Hauptamtsleiterin Annette Huber und Falk-Maik Richter (Dreher & Dreher) freuen sich über den Start der Bauarbeiten.

Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Bei einer kleinen Feierstunde inklusive symbolischen Spatenstich auf dem Schulcampus gaben die Verantwortlichen des rund 9,9 Millionen teuren Bildungsprojekts den Startschuss für den Erweiterungsbau der Gemeinschaftsschule. Die Schulleitung um Burkhard Keller und auch die Lehrerinnen und Lehrer waren in die Planung involviert. „Das ist wahrlich nicht selbstverständlich. Wir durften großen Einfluss nehmen und konnten die eine oder andere Änderung erreichen“, freute sich der Rektor.

Bereits 2017 ergab eine Prüfung der Raumsituation einen zusätzlichen Raumbedarf von rund 700 Quadratmetern. Daraufhin gab es eine erste Planung für eine Erweiterung. Da die Schülerzahlen stetig weiter gestiegen sind, war nach der kompletten Sanierung des Bestandsgebäudes klar, dass die bisherige Planung dem Bedarf und den Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Und so musste nochmals neu gedacht und geplant werden.

Vom Regierungspräsidium wurde im April 2023 ein neuer Raumbedarf von bis zu rund 1.200 Quadratmetern an zusätzlicher Schulraumfläche (ohne Nebenflächen) festgestellt. Im September dann gab der Gemeinderat auf dieser Grundlage grünes Licht für die Planung des Erweiterungsbaus, die durch die Arbeitsgemeinschaft Moser / Wilhelm und Hovenbitzer aus Lörrach und weiteren verschiedenen Fachplanern erfolgte.

Eine vorgelagerte Prüfung ergab, dass der Bestandsbau aus statischen und brandschutztechnischen Bedingungen nicht aufgestockt werden könne. So entsteht der Erweiterungsbau nun auf dem bestehenden Lehrerparkplatz neben dem GMS-Bestandsgebäude und wird als Solitärgebäude an den Bestand angebunden. Das fünfgeschossige Gebäude soll im Frühsommer des Jahres 2027 eingeweiht werden.

„Wir sprechen von zwei Jahren intensiver Planungen bis zum heutigen Tag. Bis die Bagger nun rollen, ist schon Projekthalbzeit“, ließ Bürgermeister Wehrle wissen, ging auf die technischen Besonderheiten ein und freute sich schon jetzt auf die geplante Fertigstellung im Frühjahr 2027.

Das Gebäude mit einer Nutzfläche von rund 1200 Quadratmetern erhält die Kubatur eines Quaders, es wird in ökologisch nachhaltiger Holzhybrid-Bauweise errichtet und kommt ohne technische Anlagen mit hohen Folgekosten aus. „Das Bauwerk wird als Low-Tech-Gebäude im KfW 55 Standard ausgeführt: intelligente Gebäudeausrichtung, optimierte Größe und Lage der Fensteröffnungen, automatisierte Nachtauskühlung über Fensterelemente sowie Fußbodenheizung mit sommerlicher Kühlfunktion“, so Wehrle.

Das Gebäude wird mit Nahwärme versorgt. Die Eigenstromversorgung gelingt über das Blockheizkraftwerk im Hauptgebäude sowie Solarstrom von der Photovoltaikanlage auf dem begrünten Flachdach.

Das EG enthält ein flexibles Wandsystem und dadurch variabel kombinierbare Funktionsbereiche, wie etwa ein

großer Veranstaltungsraum, ein Musikraum oder ein Lernatelier. Dort befinden sich weiter ein individueller

Lernraum, die Bibliothek und ein Arbeitsraum für Lehrerinnen und Lehrer.

Im Bereich des ersten bis dritten Obergeschosses finden sich vier Klassenräume wieder, Räume für Bildende Kunst,

ein Werktextilraum, Fachräume für Biologie, Chemie und Physik, ein individueller Lernraum, ein Büro für die

Schulsozialarbeit sowie zwei Besprechungsräume. Es entstehen insgesamt 13 Unterrichtsräume.

Im Untergeschoss haben ein Parkdeck für elf Pkw-Stellplätze und sechs Fahrradstellplätze, die Haustechnik-Zentrale und ein Lager Platz.

Mit dem Erweiterungsbau, machte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker klar, erhalte die Gemeinschaftsschule eine bedeutende und wichtige Ergänzung: „Neue Klassenräume schaffen mehr Platz für gemeinsames Lernen, durch die Räume für Differenzierung und individuelles Lernen kann gezielt auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler eingegangen werden.“

Besonders wichtig sei, dass mit dem Neubau nun moderne Fachräume für die Naturwissenschaften – Chemie, Biologie und Physik – zur Verfügung stünden, die technisch auf dem neuesten Stand seien. „Sie ermöglichen wieder einen anschaulichen, experimentellen Unterricht“, so Stöcker anlässlich des Spatenstichs. Nicht zu kurz kommen die kreativen Fächer: Neue Räume für Musik, Bildende Kunst und Textiles Werken bieten gute Bedingungen, um schöpferisches Potenzial zu entfalten und vielfältige Talente zu fördern.

Talente wie die Schülerinnen Enja und Johanna aus der 8b, die mit launigen Worten berichteten, wie sie sich den Einzug in die Räumlichkeiten vorstellen („alle Schüler stürmen das Gebäude und weil wir die Ältesten dann sind, bekommen wir dort auch unser Klassenzimmer“) und wie die Baustelle bereits jetzt vor allem die Lehrer in deren Bann ziehe. „Einer hat uns schon verraten, dass er lieber Baggerfahrer geworden wäre. Wahrscheinlich müssen künftig nicht die Lehrer uns Schüler suchen, sondern wir die Lehrer.“

Rektor Keller bedankte sich beim Gemeinderat und der Stadtverwaltung dafür, dass trotz knapper Kassen, solch ein Projekt in die Tat umgesetzt werde. „Schule und Bildung hatten und haben in Weil einen sehr hohen Stellenwert. Das ist nicht Standard“, sprach Keller aus Erfahrung.

„Unsere große Hoffnung ist es, mit diesem Erweiterungsbau ein inspirierendes und unterstützendes Lernumfeld zu schaffen – einen Ort, an dem sich Schülerinnen und Schüler ebenso wie Lehrerinnen und Lehrer wohlfühlen, an dem Lernen Freude macht, Neugier geweckt und persönliche Entwicklung gefördert wird“, meinte Oberbürgermeisterin Diana Stöcker. „Dieses neue schulische Zuhause soll ein Ort des Miteinanders, des Entdeckens und des Wachsens sein – jeden Tag aufs Neue.“

Text/Bild: Stadtverwaltung Weil am Rhein

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