Museum Weiler Textilgeschichte erstmalig beim Open House Basel dabei
Weil am Rhein. Open House Basel öffnet am Samstag, 24. Mai und Sonntag, 25. Mai die Türen zu faszinierenden Gebäuden in und um Basel. Die Besucher*innen haben die Möglichkeit, architektonische Wahrzeichen und versteckte Perlen des Großraumes Basel zu erkunden.

Museum Weiler Textilgeschichte, ehemalige Schreinerei, Elke Fischer
Diese sind der Öffentlichkeit sonst nur beschränkt zugänglich. Dabei können sie sich direkt mit den Architekt*innen oder den Bewohner*innen und den Nutzenden der Gebäude unterhalten. Eine Gelegenheit für alle, einen Blick hinter die Fassaden von 100 Gebäuden zu werfen, die Stadt neu zu entdecken und zu erleben, wie vielseitig hier gearbeitet und gewohnt wird. Erstmalig ist auch das Kesselhausareal dabei. Das Museum Weiler Textilgeschichte bietet am Samstag und am Sonntag jeweils drei Führungen durch das Museum und über das Areal des Kesselhauses, ehemals die Textilfabrik Seidenweberei Robert Schwarzenbach, an. Am Samstag führt Tonio Paßlick um 14:00, 15:30 und 17:00 Uhr und am Sonntag Joachim Kempf um 14:00, 15:30 und 17:00 Uhr.
Treffpunkt ist jeweils an der Treppe vor dem Museum im Innenhof. Mit der Niederlassung eines ersten Färbereikonsortiums um 1880 begann die Geschichte der Weiler Textilindustrie. Neben der Färberei und Appretur Schusterinsel ließen sich auch die Färberei Schetty, die Seidenweberei Schwarzenbach und die Gebr. Bochmann nieder. Die Textilindustrie prägte den Stadtteil nicht nur baulich, sondern war als größter Arbeitgeber in der Bevölkerung fest verankert. Mit der Krise dieses Industriezweigs in den 1970er Jahren endete jedoch auch die Weiler Textilproduktion. Das Museum ist in den ehemaligen Werkstatträumen der Seidenstoffweberei Robert Schwarzenbach beheimatet. Luftbildaufnahmen führen die Ausmaße des ehemals blühenden Industriezweigs vor Augen. Historische Maschinen, Werkzeuge, Musterbücher, Webschützen, Garnspulen, Lochkarten und Musterzeichnungen spiegeln die textile Arbeitswelt wider. Aktuell ist dort die Sonderausstellung zu den Textilarbeiten von Hans Theo Baumann zu sehen, der in jungen Jahren als Dessinateur auf der Schusterinsel arbeitete. In der Ausstellung zu sehen sind seine Textilarbeiten aus den 1970er Jahren für Schiesser und Irisette. Er entwarf damals bunte Unterwäsche und Bettwäsche, war damit bahnbrechend und seiner Zeit voraus. Sein Schaffen hat das Design der Bundesrepublik Deutschland von der Nachkriegszeit bis heute entscheidend geprägt. Insgesamt hat er Entwürfe für mehr als 50 Firmen entwickelt, die jahrzehntelang - teilweise noch bis heute - produziert werden. Baumann arbeitete in den unterschiedlichsten Materialien wie Glas, Holz, Porzellan, Textil etc. Im Rahmen des Open House wird an beiden Tagen von Christoph Faller die Schmiede während der Öffnung des Museums, von 14:00 bis 18:00 Uhr, angefeuert. Darüber hinaus gibt es eine Videopräsentation von Schülern des Kant-Gymnasiums, die sich mit Architektur befasst. Behandelt wurden die Themen „kreative Imbissbuden“ und „Schulansichten“. Für Kinder gibt es ein Entdeckerspiel; anhand einer Sammelkarte gilt es Fragen zu beantworten. Mehrere Künstlerateliers sind zudem an beiden Tagen geöffnet und bieten Einblicke in das Schaffen der Künstler. Eine Anmeldung zu den Veranstaltungen ist nicht erforderlich. An beiden Tagen ist der Eintritt frei.



