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Nachrichten aus Oberrhein

Bloß nicht überstürzt handeln

Aktuelle Betrugsmaschen: Präventionsveranstaltung in Ötlingen

Weil am Rhein.  „Enkeltrick“, „Schockanruf“ oder „falscher Polizeibeamter“: Kriminelle lassen sich immer neue Betrugsmaschen einfallen, um insbesondere ältere Menschen ins Bockshorn zu jagen.

Jörg Kiefer vom Polizeipräsidium Freiburg klärte in Ötlingen über aktuelle Betrugsmaschen auf, die insbesondere ältere Menschen betreffen

Stadtverwaltung Weil am Rhein / Anselm

Wie sich Seniorinnen und Senioren schützen können, das erfuhren gleich 71 Anwesende anlässlich einer Infoveranstaltung der Kommunalen Kriminalprävention in Ötlingen.

Im kleinen Schulsaal hielt Jörg Kiefer vom Polizeipräsidium Freiburg, Referat Prävention, im Rahmen der diesjährigen Senioren-Sommeraktion einen kurzweiligen Vortrag. Zuvor begrüßte Ortsvorsteher Johannes Maier die Gäste und betonte, wie wichtig es sei, gut informiert zu sein, um betrügerische Situationen frühzeitig zu erkennen und sich wirksam dagegen zu schützen.

Nach einem gemütlichen Austausch bei Kaffee und Kuchen übernahm Jörg Kiefer und klärte über aktuelle Betrugsmaschen auf, die insbesondere ältere Menschen betreffen. Themen wie der sogenannte „Enkeltrick“, der „Schockanruf“ oder das Auftreten als falsche Polizeibeamte wurden anschaulich erläutert. Dabei schilderte Kiefer eindringlich, wie sich Kriminelle als Angehörige ausgeben und unter dem Vorwand eines finanziellen Notfalls – etwa eines Unfalls – dringend Bargeld fordern. Oft werde der Druck durch dramatische Schilderungen erhöht, sodass Betroffene überstürzt handeln würden.

Auch der Messenger-Betrug wurde thematisiert: Hier geben sich Täter als Enkelkinder aus, die angeblich ihre Telefonnummer gewechselt haben, und versuchen, mit erfundenen Geschichten Geld zu erbeuten. Diese Betrugsformen können für die Opfer gravierende finanzielle Folgen haben – bis hin zum Verlust der gesamten Ersparnisse.

Kiefer riet, sich nicht unter Druck setzen zu lassen, aufzulegen, wenn etwas merkwürdig erscheint, niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen zu übergeben und im Zweifel die örtliche Polizeidienststelle zu kontaktieren (jedoch nicht über die Rückruffunktion). 

Weitere Themen an diesem Nachmittag waren die Gefahren, die im Alltag lauern, etwa Taschen- und Trickdiebstähle. Hier hatte Kiefer Tipps parat, wie man den Einkauf sicherer gestalten könne. Besonders eindrücklich war ein Erfahrungsbericht einer Teilnehmerin, die durch eine gefälschte SMS mit einer vermeintlichen Netflix-Rechnung über 22,40 Euro letztlich einen Schaden von über 2.000 Euro erlitt.

„Es hat uns sehr gefreut, dass diese Veranstaltung auf solch ein großes Interesse stieß. Es wurden zahlreiche Fragen gestellt. Unser Ziel war es, Seniorinnen und Senioren zu informieren, zu sensibilisieren und den Austausch untereinander zu fördern. Ich finde, das ist uns sehr gut gelungen“, meint Olga Anselm, die im Weiler Rathaus für die Kommunale Kriminalprävention zuständig ist.

Text/Bild: Stadtverwaltung Weil am Rhein / Anselm

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