Bauwerk Schwarzwald: Weitere Auszeichnung für Lörracher Museumsdepot
Lörrach. Ein Bauwerk, das das kulturelle Gedächtnis der Region bewahrt, wird nun auch offiziell ausgezeichnet: Das Museumsdepot des Dreiländermuseums in Lörrach hat die Auszeichnung „Bauwerk Schwarzwald“ erhalten. Damit wird ein Gebäude gewürdigt, das auf herausragende Weise architektonische Qualität, Funktionalität und regionale Identität miteinander vereint.

v.l.n.r.: Arne Gentzsch, Depotleiter; Frank Hovenbitzer, Architekt; Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić; Robert Schäfer, Fachbereichsleiter Hochbau; Jan Merk, Leiter Dreiländermuseum
Die Auszeichnung wurde dem Museumsdepot des Dreiländermuseums bereits übergeben. Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić, Museumsleiter Jan Merk, Depotleiter Arne Gentzsch sowie Architekt Frank Hovenbitzer stellten die Auszeichnung vor.
Der zweigeschossige Neubau wurde gezielt für die Anforderungen moderner Museumsarbeit konzipiert. Mehr als 50.000 Objekte der europaweit einzigartigen Dreiländersammlung werden hier konservatorisch gesichert, erforscht, restauriert und für Ausstellungen vorbereitet. Ergänzt wird das Depot durch Räume für Inventarisierung, Verwaltung und Restaurierung sowie eine klimatisch geschützte Anlieferung.
Entworfen vom Lörracher Büro Wilhelm und Hovenbitzer, setzt der monolithische Baukörper im Gewerbegebiet Brombach-Ost einen markanten städtebaulichen Akzent. Der nahezu fensterlose Massivbau erfüllt höchste Anforderungen an Sicherheit und Klima. Seine plastisch gegliederte Fassade in warmen Erdtönen verleiht ihm zugleich eine prägnante und wertige Erscheinung.
Das Museumsdepot erfüllt diese Kriterien in besonderem Maße und schafft einen langfristigen Ort zur Sicherung und Erforschung der Sammlung der Dreiländerregion. Das Museumsdepot vereint als architektonisch anspruchsvoller Zweckbau Ästhetik und die städtebauliche Funktion: Es schafft eine verbindende Schnittstelle zwischen dem Wohngebiet und dem neuen Gewerbegebiet Brombach-Ost und übernimmt zugleich eine wirksame Lärmschutzfunktion.
Das Gebäude wurde zuvor mit der „Hugo-Häring-Auszeichnung Hochrhein 2023 – Depotneubau Dreiländermuseum“ gewürdigt. Darüber hinaus hat sich das Lörracher Museumsdepot auch als Ort des fachlichen Austauschs etabliert: Seit seiner Eröffnung fanden hier bereits drei Fachtagungen des Museumsverbandes Baden-Württemberg und der Landesstelle für Museen statt.
Diese Auszeichnung unterstreicht die hohe Qualität des Depots und dessen wichtige Rolle als Ort des Bewahrens, Forschens und Vermittelns für die Region und das Dreiländermuseum. „Mit dem Museumsdepot ist in Lörrach ein Gebäude entstanden, das in vorbildlicher Weise Funktionalität, architektonische Qualität und Verantwortung für unser kulturelles Erbe miteinander verbindet. Die Auszeichnung ‚Bauwerk Schwarzwald‘ würdigt nicht nur die Gestaltung dieses Hauses, sondern auch unser gemeinsames Verständnis von nachhaltiger und identitätsstiftender Baukultur“, betont Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdić.
Die Realisierung des Museumsdepots wurde durch eine breite gemeinschaftliche finanzielle Leistung ermöglicht. Neben der städtischen Investition von rund 4 Millionen Euro trugen Fördermittel aus dem EU-Programm INTERREG V Oberrhein, die Beiträge der Projektpartner sowie die Unterstützung des Lörracher Museumsvereins und lokaler Spenderinnen, Spender und Institutionen entscheidend zum Erfolg des Vorhabens bei. Als grenzüberschreitendes Projekt am Oberrhein wurde der Bau von der Europäischen Union mit insgesamt 1,98 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. So konnte das Depot 2022 in Betrieb genommen werden.


