Erste Agroforst-Pflanzaktion des Naturpark Südschwarzwald
18 Freiwillige halfen bei der Umsetzung einer neuen Agroforstfläche in Freiamt
Pilotbetrieb setzt Zeichen für klimaangepasste Landnutzung. In Freiamt ist am vergangenen Samstag, dem 28.03., die erste Pflanzaktion des Naturpark Südschwarzwald im Rahmen des Projekts „Wasser, Boden, Agroforst“ erfolgreich über die Bühne gegangen.

Die motivierten Freiwilligen während der Pflanzarbeiten zusammen mit Jochen Zimmermann und Mitarbeitenden des Naturpark Südschwarzwald.
18 Freiwillige halfen auf dem Biohof Zimmermann dabei, eine neue Agroforstfläche anzulegen. Insgesamt wurden rund 700 Pappelstecklinge, 40 Sträucher und 10 Obstbäume gesetzt sowie eine Schutzumzäunung errichtet.
Bürgermeisterin und 2. Naturpark Vorsitzende Hannelore Reinbold-Mench begrüßte die Teilnehmenden und hob die Bedeutung des Vorhabens hervor: „Dieses Projekt zeigt, wie Landwirtschaft, Klimaanpassung und Artenvielfalt Hand in Hand gehen können – und wie wichtig es ist, solche Schritte frühzeitig zu gehen.“
Landwirt Jochen Zimmermann erläuterte den Nutzen des neuen Systems: „Die Pappeln sollen Schatten und ein besseres Mikroklima schaffen – das hilft unseren Hühnern und Rindern, mit Hitze besser zurechtzukommen. Obst- und Laubbäume sowie Sträucher erhöhen zusätzlich die Biodiversität auf dem Betrieb.“
Agroforst: Mehr Klimaresilienz für die Region Agroforstsysteme kombinieren Gehölzstrukturen mit landwirtschaftlicher Nutzung und bieten zahlreiche Vorteile: bessere Bodenqualität, höherer Wasserrückhalt, Schutz vor Erosion und Hitze sowie langfristige Stabilisierung von Erträgen. Der Naturpark Südschwarzwald setzt mit dem Projekt ein deutliches Zeichen für klimaangepasste Landwirtschaft und zukunftsfähige Landnutzung.
Zimmermann’s Biohof ist einer von 15 Pilotbetrieben Der Betrieb in Freiamt gehört zu den 15 Pilotbetrieben, die der Naturpark im Projektzeitraum (2025–2029) unterstützt. Diese Betriebe erhalten eine umfassende Unterstützung, die von fachlicher Beratung und einer kostenlosen Agroforst-Planung über Hilfestellungen bei Finanzierungsmöglichkeiten bis hin zu einer Investitionsförderung von bis zu 7.000 Euro reicht.
Darüber hinaus stehen der Naturpark und seine Partner den landwirtschaftlichen Betrieben auch während der praktischen Umsetzung zur Seite – etwa bei öffentlichen Pflanzaktionen wie jener in Freiamt oder bei den notwendigen Pflegemaßnahmen in den ersten Jahren der Etablierung. Die Erfahrungen der Pilotbetriebe sollen dazu beitragen, Agroforstsysteme künftig einfacher und breiter in der Region umzusetzen und weitere Landwirtinnen und Landwirte für diesen nachhaltigen Bewirtschaftungsansatz zu gewinnen.

Begrüßung der Freiwilligen auf Zimmermann’s Biohof durch Bürgermeisterin Hannelore RheinboldMench.
Freiamt als Vorreiter für nachhaltige Landwirtschaft Die Gemeinde begleitet den Hof bereits seit vielen Jahren bei innovativen Projekten. Reinbold-Mench betonte, dass Agroforstsysteme „einen wichtigen Beitrag leisten, unsere Landschaft klimaresilient und zugleich wirtschaftlich tragfähig zu halten“. Mit der ersten Naturpark-Pflanzaktion ist nun ein sichtbarer Startschuss gefallen, der zeigt, welches Potenzial in der Verbindung von Ehrenamt, Landwirtschaft und regionalem Naturschutz steckt.
Die Unterstützung der Agroforst-Pilotbetriebe ist Teil des Projekts „Wasser, Boden, Agroforst – Landschaft klimaresilient gestalten“. Dieses wird von verschiedenen Stiftungen sowie als Vorhaben des Landes Baden-Württemberg im Rahmen des GAP-Strategieplans Deutschland 2023 - 2027 mit Mitteln der Europäischen Unionen im Rahmen des Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg finanziert.


