„Verbandstag 2023 von „proBürgerBus Baden-Württemberg“
Gerd Endres vom Verein Bürgerbus Bad Krozingen wieder zum Vizepräsidenten gewählt
42 Bürgerbusvereine sind Mitglied im Dachverband proBürgerBus Baden-Württemberg; unter ihnen der Verein Bürgerbus Bad Krozingen als Gründungsmitglied. Die Delegierten dieser Vereine trafen sich im schwäbischen Wendlingen zum jährlichen Verbandstag

Gerd Endres vom Verein Bürgerbus Bad Krozingen wieder zum Vizepräsidenten gewählt
Mit dabei mehrere Abgeordnete aus dem Bundes- und dem Landesparlament – an der Spitze Rainer Wieland, MdEP. Im Vorstand des Verbands, dessen Präsident der Landtagsabgeordnete Sascha Binder MdL ist, sind seit der Gründung im Jahre 2014 auch zwei Mitglieder des Bürgerbusvereins Bad Krozingen: als Vizepräsident Gerhard Endres und als Beisitzer Werner Fischer. Kassenprüfer des Verbands ist als weiterer Bad Krozinger Bürgerbusler Willi Wiemann. Turnusgemäß mussten verschiedene Wahlen durchgeführt werden. Dabei wurde Gerd Endres für weitere zwei Jahre zum Vizepräsidenten gewählt.
Für die anwesenden Mitglieder gab es umfangreiche Informationen über die Weiterentwicklung von Bürgerbus-Verkehren – insbesondere aus dem speziellen Feld der „On-Demand“- oder auch Ruf-Verkehre, die immer mehr Bürgerinitiativen als Modell aufgreifen, ohne deshalb einen Verein zu gründen. Vertreter von Fachfirmen stellten die vorgesehene Entwicklung in diesem Feld des „Ruf-Verkehrs“ dar. Die unterschiedlichen Mitfahrkonzepte (beispielsweise einzelne Mitfahrangebote oder aufgestellte Mitfahr-Bänkle, organisierte Anruf- und Abholdienste) können außerhalb der engen Vorschriften der öffentlichen Personenbeförderung eingerichtet werden. Hierfür werden EDV-Programme entwickelt, die eine Verknüpfung der verschiedenen Angebote und Routen in der Region ermöglichen. Diese Varianten der „Bürgerbus-Verkehre“ müssen aus Sicht der Mitglieder des Verbands proBürgerBus aufmerksam aber auch wohlwollend beobachtet werden.
Neben diesem Schwerpunktthema wurde – wie jedes Jahr – über die Entwicklung von E-Bürgerbussen informiert. Leider musste erneut festgestellt werden: Es gibt auf dem deutschen Fahrzeugmarkt kein einziges entsprechendes Angebot. Von Seiten der Fahrzeughersteller wird stets betont, dass die Zahlen in der „Nische Bürgerbus“ keine wirtschaftliche Produktion zulassen. So bleibt nur die Hoffnung, dass vielleicht doch innovative Kleinbetriebe vorhandenes Marktmaterial zu einem geeigneten Bus „zusammenbauen“.
Informiert wurde auch erneut über die Führerscheinproblematik für eine zukünftige E-Bus-Zeit. Es ist zu erwarten, dass im Falle eines E-Bürgerbus-Angebots ein Gewichtsproblem des Fahrzeugs durch die schweren Batterien entstehen wird. Seit längerer Zeit bemüht sich der Verband auf allen Wegen in der Politik um eine Veränderung der EU-Regelung, die das Führen solcher Fahrzeuge über 3,5 Tonnen ermöglicht. Nach bisherigem Recht dürfen zwar Fahrerinnen und Fahrer, die im Besitz der alten Fahrerlaubnisklasse 3 waren -aber nur solche - und diese auf EU-Erlaubnis umgestellt wurde - solche Fahrzeuge auch mit einem Gewicht von über 3,5 Tonnen (bis zu 7,5 Tonnen) führen. Für andere Führerscheine besteht aber die Beschränkung auf 3,5 Tonnen und somit in der E-Bus-Zukunft ein Problem. Noch gibt es dazu keine EU-Entscheidung.
Hintergrund-Info:
Im Jahr 2014 hat sich aus 17 Bürgerbusvereinen, unter ihnen auch der Bürgerbusverein Bad Krozingen, im Land Baden-Württemberg ein gemeinsamer Landesverband gegründet. Dieser Landesverband hat sich zum Ziel gesetzt, neue Bürgerbusprojekte auf den Weg zu bringen, bestehende Bürgerbusvereine zu beraten und als Interessenvertretung aller Bürgerbusvereine gegenüber dem Land Baden-Württemberg aber auch zusammen mit anderen Bürgerbus-Landesverbänden in Richtung Bundesregierung und sogar bis zur EU nach Brüssel aufzutreten. Mit insgesamt über 60 Bürgerbusvereinen in Baden-Württemberg hat sich die Idee Bürgerbus bereits stark entwickelt.


