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Nachrichten aus Bad Krozingen

Stärkung der öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur: Defibrillatoren mittlerweile im Kernort und allen Ortsteilen verfügbar.

Durch die Installation an der Quellenhalle in Schlatt sowie an der Mehrzweckhalle in Tunsel verfügen nun alle vier Teilorte über automatisierte externe Defibrillatoren (AED). Zu verdanken ist der Anstieg der Defibrillatoren im öffentlichen Raum vor allem der Initiative „Bad Krozingen schockt!“ und dem Verein „Region der Lebensretter e.V.“

AED der Initiative „Bad Krozingen schockt!“ an der Mehrzweckhalle Tunsel

Der plötzliche Herz-Kreislaufstillstand gehört zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland und ist ein besonders zeitkritischer Notfall. Nur etwa zehn Prozent der Betroffenen überleben.
Entscheidend für die Überlebenschancen ist eine sofortige Hilfe innerhalb von drei bis fünf Minuten, da sich so das Risiko schwerer und dauerhafter Schäden deutlich verringern lässt. Beim
plötzlichen Herzstillstand retten sofortige Herzdruckmassage und der frühzeitige Einsatz eines Defibrillators durch Ersthelferinnen und Ersthelfern Leben. So kann wertvolle Zeit bis zum
Eintreffen des Rettungsdienstes gewonnen werden.

Dank des Engagements der Initiative „Bad Krozingen schockt!“ sowie des Vereins „Region der Lebensretter e.V.“ konnten in den vergangenen Monaten zahlreiche weitere AED-Standorte im
Kernort und in den Teilorten realisiert und in Betrieb genommen werden. Die Geräte wurden an gut erreichbaren, zentral gelegenen öffentlichen und privaten Gebäuden installiert. Inzwischen
steht in jedem Teilort, außer Schmidhofen, mindestens ein AED zur Verfügung. Um eine Nutzung rund um die Uhr sicherzustellen, werden mehrere, bislang innerhalb von Gebäuden installierte
AEDs an gut zugängliche Außenfassaden verlegt. Dank einer privaten Spende des Leitenden Notarztes Dr. Armin Hartmann, lokalen Sponsoren sowie eines Geretteten, der dank frühzeitiger 
Defibrillation bereits zwei Herzstillstände überlebt hat, konnte vor wenigen Tagen auch der AEDStandort im Ortsteil Tunsel realisiert werden.

AED der „Region der Lebensretter e. V.“ an der Ortsverwaltung in Biengen

„Mit einer flächendeckenden Ausstattung unserer Stadt mit Defibrillatoren würden wir die Notfallversorgung erheblich verbessern. Im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands zählt jede Minute. Daher danke ich allen Verantwortlichen und Beteiligten für das großartige Engagement“, betont Oberbürgermeister Volker Kieber.

Bereits im vergangenen Jahr bewilligte der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Bad Krozingen 5.000 € aus Mitteln des Bürgerbudgets 2025 für die Initiative „Bad Krozingen schockt!“ zur Realisierung von neuen AED-Standorten im Kernort. Mit den einstimmig bewilligten Mitteln konnten fünf witterungssichere Schränke – sogenannte RotAid-Boxen – mit Alarmfunktion und
Heizung, sowie weitere Verbrauchsmaterialien angeschafft werden. Die Defibrillatoren für die Standorte stammen aus Spenden. Bisher konnten zwei Standorte im Kernort in Betrieb
genommen werden, für drei weitere Standorte werden noch weitere Sponsoren und Standort-Paten gesucht, die eine Hauswand und einen Stromanschluss bereitstellen.

„Unser gemeinsames Ziel ist es, die Verfügbarkeit von frei zugänglichen AEDs in der Stadt Bad Krozingen und ihren Teilorten zu verbessern. Ein gut sichtbares und dichtes Netz an AEDs kann
Leben retten“; so Dr. Johannes Knoll (Bad Krozingen schockt!) und Daniel Schain (Region der Lebensretter).

Reanimationsseminar für Laien und Ersthelfer auf dem Lammplatz Bad Krozingen

„Um Vorbehalte und Berührungsängste gegenüber dem Einsatz eines Defibrillators abzubauen planen wir in naher Zukunft mehrere öffentliche Informationsveranstaltungen“ so Karsten Wegner, Fachpflegekraft für Anästhesie und Intensivmedizin sowie Ausbilder für Herz-Lungen-Wiederbelebung am Universitäts-Herzzentrum. Am Donnerstag, den 07. Mai 2026 findet um 19:00 Uhr die nächste öffentliche Informationsveranstaltung in der Mehrzweckhalle in Tunsel statt. Interessierte können sich bei der Veranstaltung umfassend über den neuen AED und seine Funktionsweise informieren sowie Fragen stellen. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Auch der Benedikt Kreutz e.V. bietet zusammen mit dem Universitäts-Herzzentrum alle zwei Monate kostenlose Reanimationskurse für Laien und Ersthelfer im Universitäts-Herzzentrum Bad
Krozingen an. Termine sind unter https://www.uniklinik-freiburg.de/herzzentrum/veranstaltungskalender einzusehen oder im Beratungs- und Informations-Zentrum (BIZ) des Herzzentrums, Tel. 07633 402-5300, abzufragen.

„Wiederbelebung geht uns alle an. Als Gemeinschaft tragen wir Verantwortung füreinander –gerade in Notfällen, in denen jede Sekunde zählt. Ich rufe Sie alle dazu auf, sich mit dem Thema
Wiederbelebung vertraut zu machen und im Ernstfall nicht zu zögern. Gemeinsam können wir die Überlebenschancen entscheidend verbessern und Leben retten“, so Oberbürgermeister Kieber
abschließend.

Informationen zur Initiative „Bad Krozingen schockt“:
Zwei Notärzte und drei Fachpflegekräfte für Anästhesie und Intensivmedizin aus Bad Krozingen haben 2025 die Initiative "Bad Krozingen schockt!" gegründet, die sich für die Einrichtung öffentlich zugänglicher AEDs in Bad Krozingen und den Ortsteilen einsetzt. Die Initiative sucht weiterhin Sponsoren und Standort-Paten, um zusätzliche Defibrillatoren in Bad Krozingen und den Teilorten verfügbar zu machen. Interessierte können sich gerne unter der Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. melden.

Informationen zum Verein „Region der Lebensretter e. V.“:
Der gemeinnützige Verein Region der Lebensretter e. V. wurde 2017 in Freiburg von Notfall- und Intensivmedizinern, Mitarbeitenden der Rettungsdienste, Verantwortlichen von DRK und Maltesern sowie der Stadt Freiburg gegründet. Der Verein verfolgt das Ziel, durch ehrenamtliches Engagement von medizinisch geschultem Personal und unter Zuhilfenahme digitaler Technologie dafür zu sorgen, dass bei Patienten mit dem Verdacht auf einen Herz-Kreislaufstillstand die Wiederbelebung und die Defibrillation bereits vor Eintreffen des Rettungsdienstes durchgeführt werden. Hierfür setzt er sich für eine flächendeckende öffentliche Versorgung von AEDs ein.

Text/Bild: GROßE KREISSTADT BAD KROZINGEN

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