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Nachrichten aus Kunst & Kultur

Die DNA des Lichts – Malen mit den Farben des Lichts

Die Lichtkunst ist eine faszinierende Form der Kunst, die sich auf die Nutzung des Lichts als Hauptmedium konzentriert. Künstler, die in diesem Bereich arbeiten, sind Meister der Farbkombinationen und Anordnungen, die sie verwenden, um visuelle Erlebnisse zu schaffen, die die Sinne ansprechen und oft eine tiefgreifende emotionale Wirkung haben.

Ein herausragendes Merkmal der Lichtkunst ist die bewusste Gestaltung von Farbkombinationen und Anordnungen. Künstler experimentieren mit verschiedenen Lichtquellen, Farbfiltern und Projektionstechniken, um ein breites Spektrum an visuellen Effekten zu erzeugen. Diese Kombinationen können von sanften, beruhigenden Farbverläufen bis hin zu lebhaften, dynamischen Lichtmustern reichen.

Die Betrachtung von Lichtkunstwerken kann eine tiefgreifende Erfahrung sein. Sie können den Betrachter in eine andere Welt versetzen, Gefühle auslösen und neue Perspektiven eröffnen. Die Interaktion zwischen Licht und Raum spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da die Architektur und der physische Raum in die Werke integriert werden können,

Sie vereint Kunst und Technologie auf innovative Weise und bleibt eine inspirierende Form der kreativen Ausdrucksweise.

Die Künstlerin Ilka Henkel und Lichtdesigner Heinrich Neuhorst haben sich intensiv der Lichtkunst gewidmet. Sie malen mit den Farben des Lichts.

v.l.n.r: Heinrich Neuhorst und Ilka Henkel

Beruflich wie privat ist die Passion von Paul Heinrich Neuhorst das Licht. Der Künstler, Ästhet, erfolgreicher Lichtdesigner und Leuchten Entwickler wurde weltweit schon mit 62.Kunst.-und Designpreisen ausgezeichnet. Seine Sonderleuchten sind unter anderem am Freiburger Münster, der Dresdner Frauenkirche, dem Jüdischen Museum in München, dem Kölner Dom und am Museum d. arte moderna in Venedig-um nur einige wenige zu nennen-installiert. Gemeinsam mit der Künstlerin und Maschinenbau Ingenieurin Ilka Henkel kommunizieren sie mit den Farben des Lichts. Sie zerlegen das Licht in seine spektralen Bestandteile und erschaffen damit immer wieder neue Licht – Kunstwerke, die dem Betrachter erstaunliche und faszinierende Perspektiven aufzeigen.

Ilka Henkel fühlte sich schon immer zur Kunst hingezogen, das zeigen ihre Entwicklungen von Industriedesign, die Herausgabe eines Kunstkalenders und ihre internationalen Kunstausstellungen. Sie schmiedet, bearbeitet Holz mit der Motorsäge, malt und schweißt.

Roland Gorzelanczyk Elektrotechniker und Lichtplaner

Unterstützt werden die beiden Künstler durch Elektrotechniker und Lichtplaner Roland Gorzelanczyk, der neben seinem berufsbedingten Interesse am Thema Licht eine starke Affinität für die Bereiche Gestaltung und Design aufweist. Er ist zuständig für die lichttechnische Umsetzung der Kunstobjekte und der Illumination des Ateliers. Zahlreiche Auszeichnungen wie zum Beispiel dem NY Design Award, Silver Winner, Bereich ART, Muse Design Award, Gold Winner, Bereich ART oder den Interior Design Award, Gold Winner, Bereich ART wurden der DNA des Lichts schon verliehen. In ihrem Atelier in Freiburg ist es möglich, sich die Faszination des Lichtes von den Künstlern persönlich erklären lassen. Dort sind viele ihrer bisher entstandenen Kunstobjekte zu sehen. Im Interview mit Region im Blick stellt sich Künstlerin Ilka Henkel den Fragen über die Kunstform – Die DNA des Lichts.

Ilka Henkel fühlte sich schon immer zur Kunst hingezogen

Erklären Sie uns-was ist die DNA des Lichtes?

Ilka Henkel: Als Erstes. Diese Kunst ist keine Computerkunst. Sie entsteht mit dem Zerlegen des Lichtes in seine spektralen Bestandteile, rot, grün, blau, und die Mischung daraus über gelb, orange, bis violett, wie es mit dem Prisma oder bei dem Regenbogen passiert.

Der eigentliche künstlerische Prozess ist genau wie beim Malen. Es steht die Überlegung, was wollen wir darstellen? Daraus folgt die aufwendige Erstellung von Skulpturen, Kulissen und Dekorationen über das gewollte Thema. Dieses dann beleuchtet mit den farbigen Lichtanteilen, beeinflusst durch die Intensität der gewählten Farbanteile in Verbindung mit Reflektionen und Spiegelungen, lässt die faszinierenden Bilder mit ihrer strahlenden Leuchtkraft entstehen. Den Vorgang des Mischens der Farblichtanteile kann man sich genauso vorstellen wie das Mischen der Farbe auf der Palette. Etwas mehr blau, ein wenig Violett, mehr gelb, weniger rot und so weiter.

Lichtkunst wird häufig mit Licht-Dekoraktion gleichgesetzt, ärgert Sie die ungenaue Definition von Lichtkunst und was ist Lichtkunst für Sie?

Ilka Henkel: Es ist sicherlich nicht immer einfach für den Außenstehenden, diesen Unterschied zu machen. Lichtkunst ist für uns Gestalten von Kunst mit Licht und seinen Farben. Lichtkunst wird häufig verwechselt mit Leuchten Kunst. D.h. Bilder und Skulpturen aus leuchtenden Figuren, Neonröhren, Strukturen aus LED-Schläuchen etc

Einem Besucher ihrer Galerie würden Sie Ihre Arbeit wie beschreiben?

Ilka Henkel: Wir haben eine Idee, die wir in Skulpturen umsetzen. Diese arrangieren, dekorieren, gestalten wir. Und dann folgt der Prozess wie in der ersten Frage beschrieben 

Wie beschreiben Sie Ihre Gestaltungsphilosophie und wie finden Sie Inspirationen dafür?

Ilka Henkel: Inspirationen finden wir überall. Sei es in der Natur, im täglichen Leben, auf Reisen oder auch schon mal nachts, wenn man nicht schlafen kann. 

Wie schwierig ist es Lichtkunst zu zeigen? Gibt es besondere Anforderungen an die Museumsräume und die Technik?

Ilka Henkel: Lichtkunst in Form von Bildern zu zeigen ist nicht schwieriger, als konventionelle Kunst zu zeigen. Schwierig ist es schlichtweg, die – Neue Kunst – zu präsentieren. Galerien und Museen hielten sich bedeckt, obwohl wir schon 6 internationale Kunst-und Designpreise erhalten, hatten

Wie haben Sie Ihre Liebe zum Licht entdeckt?

Ilka Henkel: P.H. Neuhorst, hat sein ganzes berufliches Leben dem Licht gewidmet. Eine Liebe, die nie vergeht. Honoriert mit über 60 Designpreisen und mehr als 30 unterschiedlichen Patenten. Licht gehört zum Leben. Und nun setzen wir es in der schönsten Form um. Wir malen und gestalten mit dem Licht.

Inwiefern trifft ihre Kunst den Nerv unserer Zeit?

Ilka Henkel: Unsere Kunst ist zeitgemäß, weil es die technischen Voraussetzungen dafür gibt (LED) und auch, weil sie die Antwort der Kunst auf die Digitalisierung ist. 

Wie wird ein Projekt realisiert? Gab oder gibt es bei der Realisierung eines Kunstwerks positive oder negative Überraschungen?

Ilka Henkel: Die Beschäftigung mit der Kunst ist immer mit Überraschungen verbunden, besonders beim Malen mit den Farben des Lichtes. Wir haben genaue Vorstellungen, wenn wir die Farben mischen und sind dann oft positiv überrascht vom Ergebnis. 

Was vor ein paar Jahren noch unter den Begriff Beleuchtung fiel, heißt heute Lichtgestaltung. Ist heute mehr Kreativität im Spiel, wenn es um Licht als Kunstform geht?

Ilka Henkel: Wir machen keine Lichtgestaltung. Wir malen mit den Farben des Lichtes. Und setzen das Ergebnis in Bildern um. Aber hier ist sehr viel Kreativität gefragt 

Licht hat grundsätzlich einen positiven Charakter, trägt zum Wohlfühlen bei, gibt Energie. Hat Licht aus Ihrer Sicht einen größeren Einfluss auf die Wirkkraft eines Raumes als die Einrichtung?

Ilka Henkel: Ja, das Licht hat eine größere Wirkkraft als die Einrichtung im Raum, denn ohne Licht würden wir gar nichts sehen. Und die Art des Lichtes macht die Umwelt besser erlebbar.

Welche Auszeichnungen wurden ihnen mit ihrer Kunstform verliehen?

2021 iF Design Award

2021 Word Design Award, The Architecture Community, Bereich ART

2021 Architecture Masterprice, Bereich ART

2021 Interior Design Award, Gold Winner, Bereich ART

2022 Muse Design Award, Gold Winner, Bereich ART

2022 Nominierung Luxembourg ART Preis

2023 NY Design Award, Silver Winner, Bereich ART 

Eine Frage, die ich mir beim Betrachten ihrer Kunstwerke gestellt habe, ist, welche Rolle für diese Art von Kunst das Vorwissen spielt und welche Bedeutung ästhetische Erfahrung hat?

Ilka Henkel: Natürlich ist es notwendig, detaillierte Kenntnisse über das Licht zu haben. Aber das allein reicht nicht aus. Das Wissen über die Ästhetik und ein Gespür dafür sind genauso wichtig.

Welches Projekt war für die Entwicklung von Licht Kunst Licht das wichtigste – und warum? Welches Projekt hat Sie am meisten inspiriert?

Ilka Henkel: Eigentlich der erste Preis und dadurch die Sichtbarkeit und das Honorieren in der Öffentlichkeit. Das hat uns weiter vorangetrieben.

Wie sieht die Zukunft der Lichtkunst aus?

Sehr gut. Zum Einem trifft sie den Nerv der Zeit, zum anderen ist die Gestaltungsvielfalt riesig. Zur Freude des Betrachters.

Mehr Infos:

Webseite: www.die-dna-des-lichtes.de, Einlass nur mit Voranmeldung

Text: Daniela Hiebel / Bilder: DNA des Lichtes

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