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Stadt Freiburg berichtet über die Situation der geflüchteten ukrainischen Kinder

Ein kleines Zeichen von Menschlichkeit in diesen Zeiten

„Wir treffen uns hier in unfassbar dunklen Tagen, "mit diesen betroffenen Worten eröffnete Oberbürgermeister Martin Horn die heutige Pressekonferenz. In der über die aktuelle Lage der 157 Kinder und Jugendlichen berichtet werden soll, die vor wenigen Tagen mit ihren Betreuern aus der Ukraine in der Nähe von Kiew, nach Freiburg geflüchtet sind. Bis zu ihrer Flucht aus dem Kriegsgebiet lebten sie in einem Kinderhaus, das von der Stadtmission Freiburg unterstützt wird.

 

v. l. n. r. Katja Potzies, Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach, Oberbürgermeister Martin Horn und Jugendbürgermeisterin Christine Buchheit

„Jeden Tag erreichen uns neue Horrornachrichten aus der Ukraine, die uns ein Stück weit fassungslos machen, aber die Erleichterung am Sonntag war spür -und sichtbar als die Kinder in Freiburg angekommen sind, so Oberbürgermeister Martin Horn. Er dankte der Freiburger Stadtmission, den Hilfs -und Rettungskräften, sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Freiburg, die sich so warmherzig um die Kinder und Jugendlichen kümmern. "Wir sind überwältigt von der Solidarität ,von den Hilfsangeboten unterschiedlichster Art in ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus. Es ist grandios was alles an Hilfsgütern auf den Weg in die Ukraine gebracht wird. Wir wissen ,dass es ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, aber trotzdem als Zeichen der konkreten Solidarität ganz wichtig ist. Unsere Partnerstadt – Lemberg- ist ein Nadelöhr auf der Fluchtroute nach Westen, dort werden zahlreiche Verwundete versorgt. Wir konnten einen großen Notstromgenerator organisieren, für den wir noch auf eine Ausfuhrgenehmigung warten. Im Moment sind drei große Sattelschlepper mit Hilfsgütern unterwegs auf dem Weg in die Ukraine. Wir hoffen einen Hilfskorridor nach Lemberg zu installieren bzw. zu organisieren, damit Hilfsgüter schneller vor Ort sein können. Ich kann nur noch einmal sagen-Fassungslosigkeit, aber diese Fassungslosigkeit dürfen wir nicht akzeptieren. Und deshalb müssen wir tatsächlich unterstützen; Außenpolitisch, Weltpolitisch aber vor allen Dingen konkret vor Ort und es stand nie außer Frage ,als die Stadtmission mit der Frage kam, ob wir unterstützen können, dass wir das einfach machen. Spricht ein sichtlich berührter Martin Horn.

 

Der Leiter des Waisenhaus „Vaterhaus "Roman Korniiko erzählte mit Tränen in den Augen, welch große Ängste die Kinder durchleben mussten

Der Leiter des Waisenhaus „Vaterhaus "Roman Korniiko erzählte mit Tränen in den Augen, welch große Ängste die Kinder durchleben mussten und wie erleichtert alle waren, nach der langen Fahrt endlich in Freiburg-in Sicherheit-angekommen zu sein. "Die Kinder haben nicht gelacht, nicht geweint, sie haben keine Streiche gemacht, sie waren ruhig und sehr angespannt "Als wir zu Ihnen gekommen sind, haben unsere Kinder ihre Kindheit zurückbekommen. Wir sind allen so sehr dankbar, ihr hättet das nicht machen müssen, aber ihr habt uns geholfen. Es war alles vorbereitet und wir wurden mit so viel Liebe empfangen.", erzählt Roman Korniiko sichtlich bewegt und umarmt Oberbürgermeister Martin Horn. Sehr berührend waren die Erzählungen des 17,jährigen Oleksandr Bohdanov, der mit zwei seiner drei Schwestern im Bus nach Freiburg geflüchtet war. Seine Eltern waren mit dem jüngsten Kind (1 Jahr )in der Ukraine geblieben. "Wir wussten nicht, wohin wir fahren, und hatten nicht erwartet, dass wir hier von ihnen so viel Liebe erfahren", spricht Oleksandr.

Die Jugendbürgermeisterin Christine Bucheit, berichtete über eine enge Zusammenarbeit der Behörden, damit die Kinder und Jugendlichen bei uns ankommen und ihre dramatische Flucht verarbeiten können.

 

Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stadtmission Freiburg ,Katja Potzies ist begeistert von der Unterstützung der Stadt Freiburg. Zusammen wurde hier eine schnelle und unbürokratische Hilfe organisiert.

Vorstandsvorsitzende der Evangelischen Stadtmission Freiburg ,Katja Potzies ist begeistert von der Unterstützung der Stadt Freiburg. Zusammen wurde hier eine schnelle und unbürokratische Hilfe organisiert.

Auch die Unterbringung ist laut erstem Bürgermeister Ulrich von Kirchbach gesichert. "Es gibt Alternativen, da uns die Jugendherberge nicht endlos zur Verfügung steht. Die Kinder werden auch nicht auseinandergerissen werden. Darüber hinaus hat die Stadt Freiburg die Task-Force Ukraine ins Leben gerufen. Ab dem 7.März soll sie ein bis drei Mal die Woche unter der Leitung von Oberbürgermeister Martin Horn tagen", so Ulrich von Kirchbach und er weist darauf hin, dass diese Aufgabe nur gemeinsam zu bewältigen ist. Gemeinsam von Städten, den Gemeinden und dem Land.

Sehr berührend waren die Erzählungen des 17,jährigen Oleksandr Bohdanov, der mit zwei seiner drei Schwestern im Bus nach Freiburg geflüchtet war

Text: Daniela Hiebel / Bilder : Dirk Böhme

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