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Energiewende in der Region:

badenova plant fünf Windenergieanlagen bei Oberndorf

Im oberen Neckartal, zwischen dem Schwarzwald und der Schwäbischen Alb, gibt es hervorragende Windstandorte – auch auf der Gemarkung von Oberndorf am Neckar und Epfendorf: Dort plant die badenova Tochter WÄRMEPLUS den Bau von fünf Windenergieanlagen. Die Windkraft leistet einen substanziellen Beitrag, um die Energiewende in dieser Region voranzubringen und die Abhängigkeit von den fossilen Energien zu verringern.

Windenergieanlagen

CANVA

Beitrag zur Energiewende: Gerade im Zuge des Ukraine-Krieges betonen immer mehr Kommunen ihr Interesse, die regenerative Stromerzeugung „vor der eigenen Haustüre“ aktiv voranzubringen. So auch Hermann Acker, Bürgermeister von Oberndorf: „Wir möchten unseren Beitrag für die Energiewende leisten und unterstützen das Projekt der badenova“. Durch eine Bürgerenergiegesellschaft könnten die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar vom Bau des Windparks profitieren, die Kommune zudem durch Zahlung von Pacht, Gewerbesteuer und der sog. Kommunalabgabe. „Gerade durch die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern bei einer Energiegesellschaft, könnte eine langfristige Akzeptanz mit dem Projekt erzielt werden“, betont Mark Prielipp, Bürgermeister von Epfendorf. „Die Windkraft leistet einen substanziellen Beitrag, um die Energiewende in der Region voranzubringen. Gerne sind wir hier der starke und verlässliche Partner der Kommunen. Nur gemeinschaftlich und im Konsens können Projekte dieser Art erfolgreich sein“, so badenova Vorstand Heinz-Werner Hölscher.

Gute Windausbeute als Voraussetzung: Voraussetzung für den Bau von Windenergieanlagen sind ausreichende Windverhältnisse. Diese sind laut erster Abschätzungen von WÄRMEPLUS und ihrer Schwesterfirma DGE (Das Grüne Emissionshaus mit Sitz in Freiburg) gegeben. Die neuste Generation von Windenergieanlagen mit einer Nabenhöhe um 175 m und einem Rotordurchmesser um 170 m (Gesamthöhe um 260 m) sind für süddeutsche Standorte optimiert.  Die größeren Dimensionen ermöglichen es, den stärkeren und gleichmäßigeren Wind in höheren Luftschichten zu nutzen. Die genauen Standorte für die Anlagen stehen derzeit noch nicht fest. Prämissen sind hier der Abstand zur Wohnbebauung, Schutz der Umwelt, Nutzen bestehender Infrastruktur und die effektive Nutzung der Windressourcen, die zeitnah noch durch eine mindestens einjährige Messung detailliert untersucht werden. Möglich sind auf den Gemarkungen von Oberndorf und Epfendorf fünf Windräder mit einer Gesamtleistung von 27,5 Megawatt. Das entspricht einer Stromausbeute von 50 Millionen Kilowattstunden erneuerbarem Strom. Damit lassen sich die Menschen der beiden Standortkommunen sowie die Bürger aus Vöhringen und Rosenfeld für 25 bis 30 Jahre vollständig mit grünem Strom aus der Region versorgen. 

Umfassende Kommunikation: Sebastian Schüssler, Leiter der Projektentwicklung bei badenova, betont: „Ein frühzeitiger und umfassender Informationsaustausch mit den betreffenden umliegenden Städten und Gemeinden ist uns als badenova ein wichtiges Anliegen. Es ermöglicht, dass das lokale Fachwissen in die Planung einfließt und unser Vorhaben auf eine breitere Akzeptanz stößt.“ Ende vergangenen Jahres gab es deshalb eine Projektvorstellung in den Gemeinderatssitzungen in Oberndorf und Epfendorf. Oberndorf ist als Gesellschafter an badenova beteiligt und besitzt eine langjährige gute Partnerschaft für eine sichere Energieversorgung mit dem kommunalen Unternehmen. Im Frühjahr hatten interessierte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von Oberndorf und Epfendorf die Möglichkeit, den 2021 gebauten Windpark der badenova auf dem Hohenlochen im Ortenaukreis zu besuchen und ihre Fragen zu stellen. Eine weitere Präsentation des Windvorhabens gab es im Ortschaftsrat von Bochingen. In den Gemeinderatssitzungen in Rosenfeld und Vöhringen standen die badenova Vertreter ebenfalls Rede und Antwort. Mit der Sternwarte im benachbarten Brittheim sowie mit der Bundeswehr streben die Projektinitiatoren ebenfalls eine für alle Parteien gute Lösung an. Im Ortschaftsrat Brittheim findet in den nächsten Tagen eine weitere Projektvorstellung statt.

Zeitplan: Bis Herbst dieses Jahres möchten die Projektverantwortlichen die notwendigen Pachtverträge mit Oberndorf und Epfendorf abgeschlossen haben, um die benötigten Flächen für den Bau des Parks zu sichern. Im Winter startet badenovaWÄRMEPLUS mit den Windmessungen, um die örtlichen Windverhältnisse im Detail zu untersuchen. Der Start der natur- und artenschutzrechtlichen Untersuchungen ist im nächsten Jahr geplant.

Schutz des Ökosystems im Fokus: Artenschutzrechtliche Untersuchungen sowie der Schutz der örtlichen Flora und Fauna stehen für badenova stets im Zentrum. Biologen und Landschaftsplaner verbringen zahlreiche Tage im Feld, um die örtliche Flora und Fauna detailliert zu erfassen und zu kartieren. Basierend auf diesen Gutachten und weiteren Faktoren wird das Parklayout für einen bestmöglichen, den strengen gesetzlichen Bestimmungen folgenden Artenschutz angepasst. Nicht zu vermeidende Eingriffe werden durch Ausgleichs- und Aufwertungsmaßnahmen ausgeglichen. Maßnahmen sind u.a. der Waldumbau hin zu einem klimaangepassten Mischwald oder das Schaffen von Biotopen.

Schutz des Menschen: Der Schutz der Menschen vor möglichen beeinträchtigenden Schallimmissionen, Schattenwurf und anderen Störungen wird im Zuge der Planungen und durch gesetzliche Vorgaben sichergestellt. Über detaillierte Gutachten wird die Einhaltung der Vorgaben für Immissionen oder eine mögliche optisch bedrängende Wirkung überprüft und ggf. durch Anpassungen der Planung sichergestellt. Auf Bedenken hinsichtlich einer eventuellen Beeinträchtigung durch Infraschallimmissionen gehen die Projektverantwortlichen ein. Die mitunter im Vorfeld von Windenergieplanungen befürchteten Wertminderungen von Immobilien in der Umgebung haben sich an keinem der badenova Standorte bewahrheitet. Wie die Windkraftanlagen optisch in der Landschaft wirken, können die Bürgerinnen und Bürger anhand von realitätsgenauen Visualisierungen aus verschiedenen Blickwinkeln erfahren.

Flächenbedarf: Der Flächenbedarf durch die Windkraft ist deutlich geringer als der anderer heimischer Energieträger (z.B. Braunkohle, Biomasse). Außerdem lassen sich nach Inbetriebnahme der Anlagen etliche Flächen wieder begrünen. Pro Windenergieanlage werden einschließlich ggf. erforderlichen Wegebaus nur rd. 0,5 bis 1,0 ha Fläche dauerhaft überbaut, darin eingeschlossen sind rd. 0,05 ha versiegelte Fläche für das Fundament. Für den gesamten Windpark entspräche dies mit etwa 5,0 ha rund 0,4 % der Gesamtfläche des Oberndorfer Stadtwaldes (1.281 ha). Auf dieser vergleichsweise kleinen Fläche kann doppelt so viel Strom erzeugt werden, wie die Einwohner der Stadt Oberndorf benötigen.

Bei der Minimierung des Flächenverbrauchs für Transport, Bau und Betrieb der Anlagen ist badenova vorbildlich, wie die Windparks am Hohenlochen und Kambacher Eck (beides Ortenau) beweisen. Dort wurde auch, wie in den meisten Fällen möglich, für die Zufahrt weitestgehend das vorhandene Forstwegenetz genutzt.

 

Text. badenova AG & Co. KG / Bild: Canva

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