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Berufe live erleben

Der Countdown läuft für die 4. Emmendinger Nacht der Ausbildung

Im Interview mit Region im Blick gibt uns Michael Gleichauf, Marketing-Leiter der Firma Schmolck in Emmendingen und einer der Organisatoren der "Nacht der Ausbildung "interessante Einblicke über die Wichtigkeit bzw. Chancen dieses Events und die Ausbildungsmöglichkeiten, die das Autohaus Schmolck bietet.

Michael Gleichauf, Marketing-Leiter der Firma Schmolck in Emmendingen

Autohaus Schmolck

Die Berufsausbildung ist und bleibt ein wichtiges Fundament für den beruflichen Lebensweg, aber viele Unternehmen im Südwesten haben zunehmend Probleme ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Bereits seit einigen Jahren sinkt die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden aufgrund der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Neigung junger Menschen, ein Studium einer betrieblichen oder schulischen Ausbildung vorzuziehen. Besonders kleinere Betriebe tun sich hier schwer, ihre Lehrstellen zu besetzen. Auch in diesem Jahr sind viele Ausbildungsstellen noch nicht besetzt.

Um ihre freien Ausbildungsplätze rechtzeitig zum Ausbildungsstart besetzen zu können, investieren immer mehr Unternehmen und Betriebe in neue Ideen und überarbeiten ihr Ausbildungsmarketing.

Wer noch keinen Ausbildungsplatz hat und nicht weiß, wie es nach der Schule weitergeht, dem bietet Emmendingen am Freitag, den 30.September 2022 mit der vierten "Nacht der Ausbildung" die Möglichkeit sich vor Ort zu informieren.

RiB/Böhme

28.Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Größe unter anderem: Behörden, Kreditinstitute, Einzelhandel und Organisationen öffnen interessierten Schülerinnen und Schülern, die vor der Berufswahl stehen ihre Türen offen, um über ihre angebotenen Ausbildungsberufe und Studiengänge zu informieren. Die Jugendlichen lernen die Betriebe kennen und erfahren aus erster Hand, was im von ihnen gewählten Beruf auf sie zu kommt, welche Anforderungen an sie gestellt werden, und welche Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen. Ebenso können erste Eindrücke über den gewählten Beruf gesammelt, sowie Kontakte mit Firmeninhabern für spätere Bewerbungen oder Praktika geknüpft werden. Spontan und ganz flexibel können die Jugendlichen ohne Anmeldung entscheiden, welche Betriebe sie besuchen möchten. Gerne können Eltern und Lehrer*innen sie dabei begleiten. Um schnell und einfach von einem Unternehmen zum nächsten zu kommen, wird ein kostenloser Shuttle-Service eingerichtet sein. Mehr Infos auch hierzu unter:

www.emmendinger-nacht-ausbildung.de

Die Busse starten um 16 Uhr am Bahnhof am Bussteig 4 und sind mit der Aufschrift "Nacht der Ausbildung "gekennzeichnet.

Die Teilnahme ist für Jugendliche kostenlos und ohne Anmeldung möglich, aber beschränkt auf Schülerinnen und Schülern im Landkreis Emmendingen, mit den entsprechenden Buttons. Diese werden im Vorfeld an den Schulen verteilt und sind während der Ausbildungsnacht in den Shuttle-Bussen sowie in jedem teilnehmenden Unternehmen erhältlich. Ein attraktives und abwechslungsreiches Programm und viele Mitmach-Aktionen werden vor Ort von den Unternehmen angeboten. Den Abschluss bildet die Werkstatt-Party im Autohaus Schmolck mit DJ und Burgern. Das Organisations-Team um: Petra Mörder-Wirtschaftsförderin, Julian Finkbeiner und Leah Großkreutz der Stadt Emmendingen, sowie vom Autohaus Schmolck in Emmendingen: Michael Gleichauf, Marketing-Leiter und Manuela Gerber haben sich rund um die "Nacht der Ausbildung "wieder einiges einfallen lassen und sorgen so mit ihrem Event für eine Win-Win-Situation für Unternehmen und Jugendliche.

In Puncto Ausbildungsmöglichkeiten und Förderung ist das Autohaus Schmolck ein Vorzeigebetrieb. Im Interview mit Region im Blick gibt uns Michael Gleichauf, Marketing-Leiter der Firma Schmolck in Emmendingen und einer der Organisatoren der "Nacht der Ausbildung "interessante Einblicke über die Wichtigkeit bzw. Chancen dieses Events und die Ausbildungsmöglichkeiten, die das Autohaus Schmolck bietet.

Die Nacht der Ausbildung bietet nicht nur Schulabgängern, sondern auch Unternehmen eine große Chance. Wie wichtig ist dieses Event für ihr Unternehmen und welche Chancen sehen Sie dadurch?

Michael Gleichauf: Sehr wichtig. Wir haben die Chance, unsere 13 Ausbildungsberufe und Duale Studiengänge vor Ort im eigenen Unternehmen zu präsentieren. Im Gegensatz zu den gängigen Ausbildungsbörsen, haben wir bei der Nacht der Ausbildung die Möglichkeit, unser vielfältiges Angebot auch live für die Schülerinnen und Schüler erlebbar zu machen. Gerade bei der Präsentation unserer technischen Ausbildungsberufe können die Schülerinnen und Schüler in die Berufe „reinschnuppern“ und teilweise schon selbst Hand anlegen, um eine genauere Vorstellung zu den anfallenden Aufgaben in der Ausbildung zu erhalten. Die Nacht der Ausbildung ist für uns eine sinnvolle Ergänzung zu den etablierten Ausbildungsbörsen und rundet das Angebot für die Schülerinnen und Schüler ab.

Wie interessiert sind Schüler, Lehrer und Eltern einmal hinter die Ausbildungskulisse zu schauen und das Unternehmen mit seinen verschiedenen Ausbildungsberufen kennenzulernen?

Michael Gleichauf: Die Resonanz auf die vergangenen Veranstaltungen war durchweg positiv. Viele Schüler, Lehrer und Eltern haben teilweise keine Vorstellung von den verschiedenen Ausbildungsberufen und Unternehmen. Im Rahmen einer Betriebsbesichtigung oder der Nacht der Ausbildung können Schüler, Lehrer und Eltern in den Betrieben hinter die Kulissen schauen und vielleicht weniger bekannte Berufe aus erster Hand von den Auszubildenden kennenlernen und selbst aktiv werden. Zudem haben wir die Möglichkeit Vorbehalte gegenüber gewissen Berufen abzubauen.

Welche Ausbildungsmöglichkeiten bietet ihr Unternehmen an und wie schaffen Sie es, diese Plätze zu besetzen?

Michael Gleichauf: Wir bieten insgesamt 13 verschiedene Ausbildungsberufe und Duale Studiengänge an. Neben den klassischen Berufen im Autohaus wie dem KFZ-Mechatroniker (m/w/d) oder Automobilkaufmann (m/w/d) bieten wir zudem Ausbildungsberufe wie den Kaufmann für Digitalisierungsmanagement (m/w/d) an. Wir betreiben mittlerweile einen hohen Aufwand um uns als attraktiven Ausbildungsbetrieb zu präsentieren. Neben der Teilnahme an Ausbildungsbörsen und Ausbildungsveranstaltungen haben wir bspw. viele Schulpartnerschaften, schicken Ausbildungsbotschafter in die Schulen und bieten aktiv Betriebsbesichtigungen und Praktika an. Wir sind auf den gängigen Social Media Plattformen vertreten, drehen mit unseren eigenen Auszubildenden Imageclips zu Ihren Ausbildungsberufen und bieten den potenziellen Auszubildenden viele Benefits rund um Ihre Ausbildung.

Wie wird das Angebot von den regionalen Unternehmen bzw. Betrieben angenommen sich bei der "Nacht der Ausbildung "präsentieren zu können?

Michael Gleichauf: Aufgrund des immer größer werdenden Fachkräftemangels sind die Emmendinger Betriebe sehr dankbar sich bei der Nacht der Ausbildung präsentieren zu können. Der finanzielle und organisatorische Aufwand für die Unternehmen ist gering. Mit 28 teilnehmenden Unternehmen haben wir uns auf einem sehr hohen Niveau stabilisiert. An dem Nachmittag/Abend haben die Betriebe in einer entspannten Atmosphäre die Möglichkeit sich als attraktiver Ausbildungsbetrieb zu präsentieren und erste Kontakte zu potenziellen Auszubildenden zu knüpfen.

Das Handwerk ist im Wandel. Die Firmen im Südwesten haben Probleme, genügend Auszubildende zu finden. Insbesondere kleinere Betriebe tun sich schwer ihre Lehrstellen zu besetzen. Als Gründe werden ungeeignete oder gar keine Bewerbungen genannt. Für den diesjährigen Ausbildungsstart gibt es noch Tausende Stellen zu besetzen. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Michael Gleichauf: Aufgrund unseres sehr hohen Aufwands in der Präsentation unseres Betriebs als attraktiver Ausbildungsbetrieb haben wir es geschafft dieses Jahr wieder 30 neue Auszubildende einzustellen. Aber auch für uns wird es zukünftig nicht einfacher werden. Das Handwerk muss in Zukunft neue Wege gehen, um sich noch attraktiver für potenzielle Auszubildende präsentieren zu können. Da es gerade für kleine Unternehmen sehr schwierig wird, wird viel Arbeit auf die Innungen und Kreishandwerkerschaften zukommen. Hier müssen wir Kompetenzen und Knowhow bündeln. Wenn das Azubimarketing von zentralen Stellen ausgeht und dann in die einzelnen Betriebe verteilt wird, sehe ich zukünftig eine Chance, dass auch kleinere und mittlere Betriebe wieder Auszubildende finden werden. Hier wird die große Herausforderung sein, das Handwerk wieder als attraktive Ausbildungsmöglichkeit mit zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten und großartigen Zukunftsperspektiven in der Gesellschaft zu präsentieren.

Auf die Zukunft gesehen-Welches umdenken muss es geben, damit sich der Ausbildungsmarkt wieder erholen kann?

Michael Gleichauf: Unser duales Ausbildungssystem muss wieder als attraktive Zukunftsmöglichkeit angesehen werden. Leider liegt bei vielen Menschen der Irrglaube vor, dass mit einer Ausbildung (vor allen Dingen im handwerklichen Bereich) keine erfolgreiche Zukunft möglich ist. Heutzutage haben die jungen Leute nach einer dualen Ausbildung zig Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Hierauf müssen wir in der Präsentation nach außen wieder vermehrt den Fokus legen und dies in den Köpfen der Leute verankern.

Wie sehen Sie das Problem mit dem sogenannten Fachkräftemangel. Wo genau müsste hier für eine Lösung angesetzt werden?

Michael Gleichauf: Die Probleme sind vielfältig. Hier die "eine" Lösung zu finden, dürfte schwierig werden. Neben der Stärkung der dualen Ausbildung, müssen wir es schaffen die geflüchteten Menschen besser in unseren Arbeitsmarkt zu integrieren. Hier gibt es auch von behördlicher Seite immer noch Probleme, die ein Anstellungs- oder Ausbildungsverhältnis erschweren. Hier muss uns zukünftig eine bessere Integration gelingen. Zudem müssen wir vermehrt über die Zuwanderung internationaler Fachkräfte nachdenken. Außerdem müssen wir es schaffen, uns und unsere Berufe wieder attraktiver zu vermarkten.

Gibt es in ihrem Unternehmen einen regelmäßigen Austausch unter den Auszubildenden und der Geschäftsleitung?

Michael Gleichauf: Ja. Bei den zahlreichen Azubiveranstaltungen ist unsere Geschäftsleitung immer mit dabei. Gerade für uns als Familienunternehmen ist es wichtig, dass die Auszubildenden die Inhaber kennen und auch mit Ihnen ins Gespräch kommen können.

Was erwarten Sie von den Auszubildenden? Wie wichtig sind Schulnoten? Welche Stärken sollten die Bewerber mitbringen?

Michael Gleichauf: Bei 13 Ausbildungsberufen und Dualen Studiengängen sind die Anforderungen sehr unterschiedlich. Gerade im technischen Bereich steht natürlich das handwerkliche Geschick im Vordergrund. Mittlerweile laden wir alle Bewerber zum Probe arbeiten ein. Hier sehen wir und der Bewerber, ob wir zueinander passen. Im handwerklichen Bereich kann ein potenzieller Auszubildender, der vielleicht schwächere Noten hat, mit seiner Leistung beim Probe arbeiten zeigen, welches Potenzial er im "Schrauben" hat. Gerade in unserer, sich stetig wandelnden Branche (neue Antriebskonzepte, Digitalisierung, etc.) benötigen wir junge Menschen, die mit der Zeit gehen wollen und sich ständig weiterentwickeln. Der Beruf des KFZ-Mechatronikers hat sich in den letzten Jahren sehr stark gewandelt. Wer hier nicht mit der Zeit geht, hat zukünftig keine Chance in diesem Arbeitsfeld zu bestehen.

Welche Vorteile haben Auszubildende durch eine Ausbildung beim Autohaus Schmolck und wie gut sind die Chancen, nach der Ausbildung übernommen zu werden?

Michael Gleichauf: Wir bilden nicht aus, um irgendeine Quote zu erfüllen. Wir wollen unsere Fachkräfte von morgen selbst ausbilden. Sie sollen die "Schmolck Philosophie" von Anfang an aufnehmen. Uns ist es wichtig eine qualitativ hochwertige Ausbildung anzubieten. Die jungen Leute werden von Beginn an im Echtbetrieb eingesetzt. Daneben bieten wir unseren Auszubildenden zahlreiche Benefits. In der Regel übernehmen wir 90% der Auszubildenden, die sich nach dem Ende der Ausbildung dafür entscheiden bei uns übernommen zu werden.

Wie viele Auszubildende stellen Sie (pro Jahr) ein und gibt es besondere Angebote während der Ausbildung?

Michael Gleichauf: In der Regel stellen wir 25 – 30 neue Auszubildende ein. Neben zahlreichen internen Azubiveranstaltungen, Sommerfesten, Weihnachtsbaumaktionen machen wir mit unseren Auszubildenden einmal im Jahr einen Azubiausflug. Zudem kommen unsere Auszubildenden in den Genuss von Hansefit und vielen weiteren Benefits rund um die Ausbildung. Wir bieten zahlreiche interne Weiterbildungsmöglichkeiten. Unsere Auszubildenden haben die Möglichkeit an Auslandspraktika teilzunehmen und sich so auch persönlich weiterzuentwickeln.

Welche Tipps geben Sie den Bewerbern mit auf den Weg?

Michael Gleichauf: Nutzt die Chance und nehmt an den zahlreichen Börsen und Ausbildungsveranstaltungen teil. Macht zudem so viele Praktika wie möglich. Hier habt Ihr die Möglichkeit verschiedenste Berufsbilder kennenzulernen. Zudem hinterlasst ihr schon erste Duftmarken in den verschiedenen Unternehmen. Wenn ihr ein gutes Praktikum absolviert habt und euch im Nachgang bei dem Betrieb bewerbt, habt ihr Vorteile gegenüber anderen Bewerbern. Der Betrieb kann Euch und eure Arbeitsleistung bereits einschätzen und weiß auf was er sich einlässt.

Text: Daniela Hiebel

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