Mit den Galeria-Karstadt-Kaufhof-Filialen bleibt ein Stück Großstadtkultur in der Region erhalten
Die Filialen in Freiburg, Lörrach und Offenburg sind von den Schließungen nicht betroffen / IHK-Experte warnt: Mietpreise könnten zum Risiko werden

Der insolvente Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof schließt bundesweit 16 seiner 92 Filialen. Südbaden bleibt von den Schließungen verschont. „Das sind gute Nachrichten für die Region“, sagt IHK-Innenstadtberater Thomas Kaiser, „denn ohne Warenhäuser würde etwas fehlen“.
Sowohl für die beiden Filialen in Freiburg als auch die Filialen in Offenburg und Lörrach hat der Insolvenzverwalter grünes Licht gegeben. „Diese Entscheidung verdanken wir auch unserer Grenzlage“, sagt Thomas Kaiser, der für die Industrie- und Handelskammer Südlicher Oberrhein gewerbliche und kommunale Akteur:innen in Sachen Innenstadtentwicklung berät. „Durch die vielen Einkaufstouristen aus Frankreich und der Schweiz haben wir einen Standortvorteil“, so Kaiser.
„Ohne Warenhäuser ginge ein Stück Großstadtkultur verloren“, sagt der Innenstadtberater. Großstädte lebten nach wie vor von diesem Versprechen des Überangebots, das suggeriere: „Hier finde ich immer etwas, selbst wenn ich gar nicht danach suche“, so Kaiser. Und dieses Versprechen sei eng verknüpft mit den Warenhäusern und ihrem breiten Sortiment. Auch wenn in den vergangenen Jahren ein Wandel stattgefunden habe vom Vollsortimenter, der teilweise noch eine Lebensmittelabteilung beinhaltete, zum Erlebniseinkauf mit dem Schwerpunkt Mode, erfüllten Warenhäuser nach wie vor eine Treffpunkt-Funktion und seien Anker im Innenstadtangebot. „Dennoch dürfen wir nicht verkennen, dass das Geschäftsmodell Innenstadt-Warenhaus nicht zum ersten Mal wankt“, gibt Kaiser zu bedenken.
Der Insolvenzverwalter, der am Montag den Insolvenzplan dem zuständigen Amtsgericht in Essen vorgelegt hat, schätzt laut Deutscher Presseagentur das Risiko als gering ein, dass die Warenhauskette in nächster Zeit erneut in wirtschaftliche Not gerate. IHK-Experte Thomas Kaiser teilt die Hoffnung: „Wenn sich die Mietpreise im Rahmen bewegen, halte ich Warenhäuser durchaus für ein tragfähiges Modell, das ohne
Subventionen auskommt.“
Der Erhalt der Filialen in der Region sei auch eine gute Nachricht für Azubis, sagt Simon Kaiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK. „Trotz der sich hinziehenden Konzernkrise wird in allen vier Warenhäusern ausgebildet.“
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