Gesamtumsatz erneut im Plus – Badischer Winzerkeller bestätigt positive Entwicklung gegen den Markttrend
Geschäftsmodell BWK 2.0 ist dynamisch. Produktinnovationen sind erfolgreich
Wie in den Vorjahren haben wir uns als Badischer Winzerkeller kontinuierlich und dynamisch weiterentwickelt. Produktinnovationen und ein umfassendes Dienstleistungspaket haben unser Ergebnis positiv beeinflusst. Damit konnten wir den allgemeinen Konsumrückgang am Markt kompensieren. Unterm Strich sind wir in unserer Ergebnissituation stabil und weiter optimistisch.

Weitblick bei der flexiblen Traubenannahme beim Badischen Winzerkeller in Breisach Herbst 2024
Wir haben uns in unserer BWK-Charta unter Paragraph 9 auf den Banner geschrieben „Wir wollen den Weinmarkt neu formulieren – für die Demokratisierung der Branche, für hei-mische Produkte und für die Wertschätzung der Verbraucher.“ Gerade in der heutigen Zeit von Kriegen und Krisen, Zöllen, rückläufigem Konsum und schwierigen Rahmenbedingungen bekommen unsere Charta-Ziele einen ganz besonderen Stellenwert. Achtung, Respekt und Dynamik und das umgesetzt in neue Lösungen für Produkte und Vermarktungen sind dabei unser Elixier. Wir wollen Neues entwickeln und nachhaltig umsetzen. Immer im Visier – die Profitabilität und das Einkommen unserer Winzerinnen und Winzer.
Ein starkes BWK-Team, eine konstruktive Winzerschaft und neue Partnerschaftsprojekte in der Vermarktung, der Produktion und dem gemeinsamen Umgang miteinander sind ein integraler Bestandteil unserer Unternehmenspolitik. Das Geschäftsmodell BWK 2.0 wird nachhaltig weitergeführt und sorgt im Weinbau bis zur Vermarktung für starke Akzente.
Wirtschaftliche Rahmenbedingungen
Allgemeine Entwicklung
Wirtschaftsflaute setzte sich fort - Das Jahr 2024 fiel in Deutschland aus gesamtwirtschaft-licher Sicht abermals schwach aus. Nach Auswertungen des Statistischen Bundesamtes sank das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 %. Die Verbraucherpreise stiegen im Jahresdurchschnitt 2024 um 2,2 %.
Gründe für die bis zum Jahresende andauernde Wirtschaftsflaute waren neben der verhal-tenen globalen Industriekonjunktur auch inländische Strukturprobleme, wie die im internatio-nalen Vergleich hohen Strom- und Gaspreise, der anhaltende Fachkräftemangel, die hohe Bürokratiebelastung und die in weiten Teilen vernachlässigte Verkehrsinfrastruktur. Belastend wirkten auch die hohen wirtschaftspolitischen Unsicherheiten – die mit dem Bruch der Ampel- Regierungskoalition in Deutschland und dem Wahlsieg Donald Trumps bei den US-Präsi-dentschaftswahlen zum Jahresende nochmals zunahmen.
Verhaltener Anstieg des Privatkonsums - Nach dem vor allem inflationsbedingten Rückgang im Vorjahr um 0,4 % schwenkten die preisbereinigten privaten Konsumausgaben 2024 wieder auf ihren Wachstumspfad ein. Hierzu trug der nachlassende Preisauftrieb bei, der zusammen mit kräftigen Lohn- und Rentenzuwächsen zu Kaufkraftgewinnen führte. Das Wachstum des Privatverbrauchs fiel aber mit 0,3 % verhalten aus.
Inflationsrate deutlich zurückgegangen - Die allgemeine Teuerung ließ 2024 erneut nach. Im Januar 2024 lag die Inflationsrate, gemessen an der jährlichen Veränderung des Verbrau-cherpreisindex, noch bei 2,9 %. Im weiteren Jahresverlauf sank die Inflationsrate dann unter Schwankungen auf bis zu 1,6 % im September, bevor sie zum Jahresende wieder anzog. Im Jahresdurchschnitt stiegen die Verbraucherpreise um 2,2 % und damit deutlich schwächer als 2023 (+5,9 %) und 2022 (+6,9 %).
(Quelle DRV Jahresbericht Agrarwirtschaft 2024: Gesamtwirtschaftlicher Hintergrund 2024)
Branchenentwicklung
Die Internationale Organisation für Rebe und Wein (OIV) beziffert die weltweite Weinproduk-tion (ohne Saft und Most) für das Jahr 2024 auf ca. 227 – 235 Millionen Hektoliter (Mio. hl), mit einem Mittelwert von 231 Mio. hl. Innerhalb der Europäischen Union (EU) wird von einer deutlich reduzierten Erzeugungsmenge ausgegangen. Die europäische Weinproduktion liegt deutlich unter dem Durchschnitt, da viele Weinbauländer mit den extremen Wetterbedingun-gen zu kämpfen hatten.
In Deutschland war die Weinernte 2024 deutlich niedriger als im Jahr 2023. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) lag die Erntemenge bei 8,26 Mio. hl Most. Im Vergleich zum Jahrgang 2023 mit 8,69 Mio. hl entsprach dies einem Rückgang von 4,9 %.
Der Rückgang der Ernte wird vor allem durch das niederschlagsreiche Frühjahr 2024 erklärt, das das Auftreten von Pilzkrankheiten wie dem Falschen Mehltau begünstigte. Zusätzlich haben extreme Wetterereignisse wie Spätfröste, Stürme, Hagel und Starkregen in vielen Regionen Schäden verursacht. Wie in den Vorjahren entfällt mehr als die Hälfte der Ernte-menge auf die größten Weinanbaugebiete in Deutschland.
In vielen Anbaugebieten gab es deutliche Ertragseinbußen. Besonders große Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr wurden in folgenden Regionen ermittelt: Mosel (-30,7 %), Baden (-11,9 %), Franken (-29,8 %), Saale-Unstrut (-71,7 %), Ahr (-65,6 %), Nahe (-8,8 %), Württemberg (-3,0 %) und Sachsen (-73,0 %).
Im Jahr 2024, so das Deutsche Weininstitut (DWI), ist der inländische Weinkonsum erneut gesunken. Generell trinken Menschen weniger Wein, was auch bei der Stammkäuferschaft ersichtlich ist. Insbesondere kaufen beispielsweise jüngere Singles weniger Wein, was Aufschluss über künftiges Konsumverhalten geben kann. Lediglich die Nachfrage nach alkoholfreien Weinen entwickelte sich positiv.
(Quelle DRV Jahresbericht Agrarwirtschaft 2024: Gesamtwirtschaftlicher Hintergrund 2024)
Geschäftsverlauf, Umsatz- und Absatzentwicklung
Inland
Der Pro-Kopf-Verbrauch an Wein ist auch im Betrachtungsjahr 2024 erneut gesunken und liegt per Dezember 2024 bei nur noch 19,2 Liter, berichtete das Deutsche Weininstitut (DWI). Im Vergleich zum Vorjahr sind dies weitere 0,7 Liter weniger, also gut eine Flasche. Konstant blieb der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Sekt mit 3,2 Litern. Das DWI führte die Entwicklung auf die Demographie und ein verändertes Konsumverhalten zurück. Zudem sind günstige Weine stärker gefragt.
In Deutschland wurde 2024 über alle Einkaufsstätten gesehen 3,8 % weniger Wein gekauft, der Umsatz sank sogar um 4,8 %. (DWI auf Basis Nielsen-Daten Mafo-News 1/2025). Als Ursache wird die größere Preissensibilität der Verbraucher gesehen. Davon hätten preisgün-stigere Weine profitiert. Deutsche Weine mussten zum Vorjahr bei einem sinkenden Durch-schnittspreis von 3,27 € (Vorjahr 3,30 €) Absatzverluste von 5,3 % und ein Umsatzminus von 6,1 % hinnehmen. Die Käuferreichweite von Deutschem Wein sank um 2,6 % auf nur noch 41,2 % (DWI auf Basis Nielsen-Daten Mafo-News 1/2025). Demnach verliert die Kategorie deutscher Wein in durchweg allen gemessenen Dimensionen und fällt hinter die Kategorie-entwicklung zurück, ausländischer Herkünfte gewinnen Marktanteile.
Der BWK konnte sich im Geschäftsjahr von dieser Marktentwicklung abkoppeln und erreichte mit einem Gesamtumsatz von 41.097.238 € ein Umsatzplus im Vergleich zum Vorjahr von 0,63 % (40.658.020 €). Die Gesamtabsatzmenge betrug 13.783.600 l (12.346.900 l Vorjahr). Der Durchschnittserlös sank dagegen von 2,86 €/L auf 2,59 €/L.
Die wesentlichen Treiber der Entwicklung sind die Bereiche Fachhandel und Discount, in denen bei sinkenden Durchschnittserlösen die Umsätze ausgebaut werden konnten. Nach wie vor liegt der Schwerpunkt unserer Aktivitäten jedoch in den Bereichen LEH und Discount mit über 80 % Anteil am Gesamterlös des Badischen Winzerkellers.
Die Marken des Badischen Winzerkellers haben sich im vergangenen Geschäftsjahr gut und besser als der Markt entwickelt. Die Gosch-Linie konnte bspw. im vergangenen Jahr deutlich zulegen und erreichte einen Umsatzzuwachs von 6 %, die Marke Martin Schongauer wuchs sogar um 12 % im Umsatz.
Die konsequente Umsetzung der überarbeiteten Portfoliostrategie führt durch die Reduzie-rung des Sortimentes bei den Ergebnissen zu deutlichen Fortschritten auf Artikelebene in den Dimensionen Umsatz und Profitabilität. Im Zuge der Sortimentsüberprüfung wurden bereits 943 Artikel (Vgl. 2021 = 1.469 Artikel) gestrichen, so dass unser Portfolio noch 526 Produkte umfasst.
Export
Der Exportanteil des Badischen Winzerkellers liegt wie in den Geschäftsjahren zuvor unter 1 % Anteil vom BWK-Gesamtumsatz. Auch 2024 bewegten sich die Umsätze auf konstantem sechsstelligem Niveau. Mögliche Absatzpotentiale sind im Visier und werden genutzt, sofern sich Wirtschaftlichkeit abzeichnet und internationale Handelsgeschäfte auch tatsächlich auf das Traubengeld einzahlen.

Stellen die Ergebnisse des Geschäftsjahres 2024 vor - Christian Schätzle (l) und André Weltz (r), Vorstände des Badischen Winzerkellers in Breisach
Weinbau, Ernte und Qualitätsaspekte
Weinbau und Ernte
Das Vegetationsjahr 2024 kann als durchaus herausfordernd angesehen werden. Ein Frost-ereignis um den 22. April 2024 herum brachte in einzelnen Gebieten teilweise erhebliche Schäden. Auch die Traubenlese selbst war durch immer wiederkehrende Niederschlags-ereignisse anspruchsvoll. So konnten in Summe nur gut 11,8 Mio. kg Trauben geerntet werden. Dies entspricht einem Flächenertrag von rund 93 kg/ar und einem deutlichen Rückgang von 25 % im Vergleich zum Vorjahresertrag in 2023. Die Rebfläche 2024 des Badischen Winzerkellers lag bei 1.264 ha (Vorjahr 2023 bei 1.304 ha).
Qualitätsaspekte
Die nachhaltige Qualitätspolitik des Badischen Winzerkellers setzt sich vom Weinberg bis ins Weinregal fort. Der Badische Winzerkeller hat im Berichtsjahr die Auszeichnung als beste Genossenschaft Badens erhalten. Zudem hat der Badische Winzerkeller mit dem Martin Schongauer Weißer Burgunder den 1. Platz in der Kategorie „Weißwein im LEH Deutschland“ erreicht und die Sonderauszeichnung „Best buy LEH“ gewonnen.
Lagebericht und wesentliche Aspekte
Vermögens- und Finanzlage
Die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft ist geordnet. Die wirtschaftliche Lage des Badischen Winzerkellers ist stabil, die Ertragslage konnte im Berichtsjahr stabilisiert werden. Das ausgezahlte Traubengeld an die Winzer wurde in 2024 im Wesentlichen operativ erwirtschaftet. An signifikanten Verbesserungen der entsprechenden Kennziffern wird weiterhin gearbeitet.
Der Vorstand entwickelt gemeinsam mit den Gremien, Mitgliedern und Mitarbeitern Strategien und Initiativen, um dauerhaft ein Traubengeld zu erwirtschaften, das den Winzern eine nachhaltige Existenzgrundlage sichert. Dabei wird an der Weiterent-wicklung des Geschäftsmodells intensiv und unter Einbindung der Winzerinnen und Winzer gearbeitet. Der in 2021 erarbeitete und fortlaufend aktualisierte 3-Jahresplan setzt die Leitplanken für die Ausrichtung des Badischen Winzerkellers in die Zukunft. Dabei stehen erfolgswirksame Bausteine im Mittelpunkt der Roadmap 2023, weiterentwickelt zum Konzept BWK 2.0 - Kosten senken, Zugang zum Markt erhalten und die Digitalisierung der Geschäftsprozesse zur nachhaltigen Steigerung der Effizienz forcieren. Dabei überprüft der Badische Winzer-keller, inwieweit er auch außerhalb der Herkunft Baden konsumentenrelevante Produktan-gebote entwickeln kann. Aktuell wird das Portfolio um Lizenz- u. Handelsmarken wie zuletzt die Ralf Schumacher Weinlinie erweitert.
Im Jahr 2024 wurden Investitionen in Anlagen, EDV / IT sowie in Markt und Vertrieb getätigt, die die Zukunft des Unternehmens absichern sollen. Wir haben uns weiterhin positiv gegen den allgemeinen Marktrend entwickelt.
Einkauf
Im Jahr 2024 gab es allgemein wenig Bewegung bei der Preiseentwicklung für Flaschen, Kartonagen, Etiketten und Verschlüsse. Die Lieferfristen konnten sich erfreulicherweise wieder weitestgehend normalisieren, wie dies in früheren Jahren schon war. Für 2025 sind im Bereich Neuglas voraussichtlich sinkende Preise zu erwarten, die Preise der restlichen Trockenmaterialien bleiben voraussichtlich konstant.
Personal
Die durchschnittliche Anzahl an Mitarbeitern in Voll- und Teilzeit ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Es wurden (ohne Vorstand und Auszubildende) durchschnittlich 105,0 Vollzeit- (VJ 102) und 22,0 Teilzeit-Mitarbeiter (VJ 24,0) beschäftigt. Im Geschäftsjahr 2024 haben im Vergleich zum Vorjahr wiederum einige Beschäftigte von ihrer Möglichkeit Ge-brauch gemacht, die Arbeitszeit gemäß Teilzeit- und Befristungsgesetz, Elternzeit etc., ihren Wünschen entsprechend zu reduzieren. Der durchschnittliche Umsatz je Vollzeit- u. Teilzeit-mitarbeiter inkl. Vorstand hat sich im Berichtsjahr auf 319 T€ (VJ 315 T€) erhöht und ist damit leicht angestiegen.
Umwelt
Die fünf vorhandenen Photovoltaik-Anlagen haben in 2024 knapp 800 Tausend kWh Strom erzeugt. Die Sonnenwinzer decken ihren Stromverbrauch damit zu gut einem Drittel aus selbst gewonnener Sonnenenergie. Diese Art der Stromerzeugung trägt durch die damit einhergehende Verminderung des CO2-Ausstoßes seit Jahren erheblich zum Umweltschutz bei. Das BWK- Energiemanagement-system wurde in 2024 wieder weiterentwickelt und auch nach der Prüfungsnorm ISO 500001:2018 mit einem Zertifizierungsaudit erfolgreich bestä-tigt. Der Gesamtenergieverbrauch hat sich im Vergleich zum Vorjahr merklich gesenkt. Das hängt mit den im Jahr 2024 veränderten Prozessen und Abläufen, vor allem im Produktions-bereich, zusammen.
Prognosen und Perspektiven 2025
Die Planung 2025 trägt der aktuellen Entwicklung Rechnung und sieht die wesentlichen finanziellen Leistungsindikatoren Absatz und Umsatz sowie Traubengeldauszahlung auf leicht steigendem Niveau. Der geplante Jahresüberschuss 2025 liegt bei 76 T€. Diese Planung unterliegt verschiedenen Annahmen u.a. im Hinblick auf die Entwicklung der Kriegsgebiete in der Ukraine und Israel / Gaza. Vor dem Hintergrund der Konsumzurück-haltung im Weinbereich gehen wir weiterhin von einem intensiven Wettbewerb in den Bereichen Lebensmitteleinzelhandel, im Discount und im Online-Geschäft aus und rechnen gleichzeitig mit einer schwierigen Entwicklung in den Kanälen Gastronomie und Fachhandel für den Badischen Winzerkeller aufgrund der weiterhin vorgenommenen und notwendigen deutlichen Anpassung unserer Abgabepreise.
Der bisherige Vegetationsverlauf verläuft im Wechsel von Sonne und Niederschlägen im langjährigen Vergleich durchschnittlich. Bis Ende April sind keine Frostschäden aufgetreten, daher rechnet der Badische Winzerkeller in 2025 mit einer durchschnittlichen Ernte.
Der Badische Winzerkeller wird den 3-Jahres-Plan der Roadmap 2024 | BWK 2.0 weiter-verfolgen. Die bisher bearbeiteten Themenfelder werden konsequent bearbeitet und um neue Bausteine erweitert.
Der Badische Winzerkeller wurde 1952 mit dem Unternehmenszweck gegründet, badischen Wein innerhalb und insbesondere außerhalb Badens zu verkaufen. Auf diese Grundidee wollen wir uns in Zukunft wieder stärker konzentrieren. Dabei steht für uns im Vordergrund, den 2.460 Winzern des Badischen Winzerkellers über das Traubengeld langfristig ein auskömmliches Einkommen zu sichern.
In der im Jahr 2021 erarbeiteten Roadmap wurde in einem rollierenden 3-Jahresplan ver-bindlich erarbeitet und hinterlegt, dass der Badische Winzerkeller in Zukunft das ausge-schüttete Traubengeld auch operativ erwirtschaftet haben muss, um sicherzustellen, dass einerseits langfristig in das Unternehmen zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit investiert und andererseits ein angemessenes, aber erwirtschaftetes Traubengeld ausgeschüttet werden kann.
Ein wichtiges und zentrales Anliegen des 5-Jahresplanes ist es, die Erlöse und Aufwen-dungen in ein besseres Verhältnis zu setzen. Bei lediglich leicht wachsenden Umsatzpotentialen liegt somit der Focus auf einer strikten Kostenkontrolle, Steigerung der Effizienz und der Sicherung des Zugangs zum Markt und vor allem zu den Konsumenten.
Der BWK wird den Konsumentenwünschen folgen und seine Sortimentsstrategie darauf aus-richten. Wir wollen da sein, wo der Konsument uns erwartet. Wir werden mit ihm über alle Touchpoints in Kontakt bleiben und unsere Sichtbarkeit erhöhen. Dabei arbeiten wir weiter an bestehenden ertragsstarken Kundenbeziehungen und bauen neue auf. Wir fühlen uns der Pflege unserer Marken und Produkte verpflichtet und investieren nachhaltig in konsumenten-relevante Konzepte.
In der 2022 formulierten BWK-Charta halten wir verbindlich fest, dass wir im Denken und Handeln der Ökologie und der Nachhaltigkeit verpflichtet sind. Wir stehen für einen verant-wortungsbewussten Umgang mit Menschen und Natur. In der neuen BWK-Charta legen wir verbindlich fest, für welche Werte wir stehen. Unseren Kompass beschreiben wir über ARD – Achtung, Respekt, Dynamik und ZDF – Zahlen, Daten, Fakten.
Zur Erreichung unserer Ziele haben wir zunächst eine „Inventur“ durchgeführt - wir wollten wissen, wo wir stehen. Im Anschluss haben wir die wichtigsten Stellschrauben nach Verantwortungsbereich identifiziert und handeln zügig und entschlossen, um die Potentiale zu heben. Wir stellen uns immer die Frage „Zahlt das, was ich mache auf die Steigerung des Traubengeldes ein?“
Wir planen unsere Kosten weiterhin systematisch und optimierend. Dabei prüfen wir alle Optionen. Es gibt keine Denkverbote, wir prüfen, ob wir alle Leistungen in gleichem Umfang weiterhin erbringen können, neue Leistungsangebote werden entwickelt.
Wir wollen den Badischen Winzerkeller als modernes, badisches und digitalisiertes Unter-nehmen positionieren und behalten im Auge, warum das Unternehmen gegründet wurde. Hinter unserer unternehmerischen Tätigkeit steht eine Haltung: Verantwortungsbewusstsein, nachhaltiges Denken und Handeln!
Das Ziel des 3-Jahresplans ist - zusammengefasst - ein ab 2024 steigendes Traubengeld operativ auch zu erwirtschaften. Dieses Ziel erreichen wir seit 2023 und gehen aktuell davon aus, im Jahr 2025 dies fortzusetzen.
Das Traubengeld entwickelt sich stetig nach vorne. Mit dem Geschäftsjahresabschluss 2024 können wir unseren Mitgliedswinzern im Durchschnitt 9 % (EUR/Kg) mehr Geld als im Vorjahr ausbezahlen. Unsere Weiterentwicklungsmaßnahmen zum BWK 2.0 greifen und wir bewegen uns durch den jetzigen Schwellenpunkt nach vorn. Auch für 2025 verstehen wir weitere Steigerungen als laufenden Prozess, der sich prospektiv an der Marktentwicklung orientiert.
Wir wollen ein Traubengeld, von dem die Winzer leben können, operativ erwirt-schaften. Außerdem wollen wir Ruhe und Kontinuität in das Unternehmen bringen.
Wesentliche Bausteine des 3-Jahresplans sind u.a. die Fokussierung auf ein reduziertes, konsumentenrelevantes und nicht zwingend badisches Produktangebot. Darüber hinaus liegt der Schwerpunkt in Zukunft noch stärker darauf, dass auch die Produktprofitabilität ein entscheidendes Kriterium für die Entwicklung und Aufrechterhaltung des Sortiments-angebotes unseres Badischen Winzerkellers sein wird.


