Fachkräfte aus Indien sichern die Energiewende
IndiaWorks Energy GmbH schließt Personallücke in Energie- und Bauwirtschaft
Der Modernisierungsstau bei der energetischen Ausstattung von Gebäuden und Energienetzen in Deutschland ist groß, die Fachkräfte knapp. Wohnungsbaugesellschaften, Stadtwerke und andere Akteure haben in den letzten Jahren zu wenig in den Ausbau und Erhalt investiert.

Die beiden IndiaWorks Geschäftsführer Handirk von Ungern-Sternberg und Aditi Banerjee im Gespräch mit Generalkonsul Shatrugna Sinha.
Künftig wird sich dies durch Nachholeffekte und die demografische Entwicklung verschärfen, sodass immer weniger Fachkräfte für steigende Aufgaben zur Verfügung stehen. Die neu gegründete IndiaWorks Energy GmbH in Freiburg will diese Lücke schließen.
Rund 200.000 Visa für Fachkräfte und Studierende aus Indien werden jährlich vergeben. Dennoch profitiert das SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) bisher kaum davon, sagt Handirk von Ungern-Sternberg. Er hat in Freiburg bereits als ehemaliges Mitglied der Geschäftsführung der Handwerkskammer seit mehreren Jahren Erfahrung in der deutsch-indischen Zusammenarbeit bei der Integration von Fachkräften und Auszubildenden gesammelt und vor einem Jahr die IndiaWorks GmbH mit Erfolg gegründet. Zusammen mit Aditi Banerjee, indische Recruiting-Expertin und Mitgründerin der Fachkräfteagentur Magic Billion im nordindischen Noida, sowie dem Freiburger Installateur Meister Jochen Sahl geht er nun mit dem Start der IndiaWorks energy GmbH
i. Gr. den nächsten Schritt bei der Integration indischer Fachkräfte nach Deutschland.
Aditi Banerjee betont: „Wir vermitteln hochqualifizierte indische Fachkräfte und Auszubildende, sichern so nachhaltig Personal und tragen aktiv zur Energiewende und wirtschaftlichem Erfolg unserer Partner bei.“ Und Jochen Sahl ergänzt: „Unsere Plattform verbindet deutsche Meisterqualität im SHK-Handwerk mit internationaler Fachkräftekompetenz und baut eine Brücke zwischen Technologie, Ausbildung und praktischer Umsetzung.“ Handirk von Ungern-Sternberg formuliert die Mission so: „Wir integrieren internationale Fachkräfte durch faire, ethische Migrationswege und gestalten als erste skalierbare, plattformbasierte Handwerksorganisation Deutschlands die Energiewende mit, indem wir deutsche Meisterqualität und Fachkräftemigration aus Indien kombinieren.“ Ziel sei es, bis in wenigen Jahren im SHK-Handwerk bundesweit dank indischer Fachkräfte einen bedeutenden Beitrag zur Beseitigung des Fachkräftemangels mit all seinen negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort Deutschland und die hiesige Energiewirtschaft zu leisten.
Auch der Generalkonsul Indiens, Shatrugna Sinha, würdigt das Projekt: Er sei „sehr glücklich und begeistert“ über diesen neuen Baustein in der Zusammenarbeit beider Länder, so Sinha anlässlich des Unternehmensstarts von IndiaWorks Energy. Baden-Württemberg sei ein wichtiger Motor der deutsch-indischen Handelsbeziehungen mit rund 50.000 Menschen indischer Herkunft bzw. mit indischen Wurzeln im Land. IndiaWorks Energy vertiefe diese Beziehungen nun weiter, so Sinha: „Beide Seiten werden in hohem Maße von diesem Konzept profitieren und zum Ausbau und der
Sicherung der Energiewende in Deutschland zum Wissenstransfer und der Förderung des Handwerks auch in Indien beitragen.“
Für junge Inder sei IndiaWorks Energy nicht nur eine großartige Möglichkeit, nach Deutschland zu kommen. Das neue Unternehmen schaffe perspektivisch auch die Option, Betriebe zu übernehmen und so einen Beitrag zu leisten, wenn gerade kleinere Familienbetriebe ohne Nachfolge dazustehen drohen, so Iris Becker, die Repräsentantin des Landes Baden-Württemberg in Maharashtra in Indien. Für diejenigen Inder, die irgendwann in ihre Heimat zurückkehren wöllten, seien die Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland zudem „ein großes Geschenk“, so Becker weiter. Badenova Vorstandsvorsitzender Hans-Martin Hellebrand begrüßte am Mittwoch ebenfalls die Gründung der IndiaWorks Energy: Er freue sich auf eine Zusammenarbeit bei den großen
Fragen der Klimawende, die „nur mit dem richtigen Know-How und genügend Personal“ zu bewältigen sei, so Hellebrand wörtlich. Und Nicole Horstkötter, Leiterin des Persönlichen Referats von Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn, betonte zum Auftakt der IndiaWorks Energy, dass Freiburg als bedeutender Standort in der Umweltforschung mit zahlreichen entsprechenden Startups und als international bekannte „Green City“, zweitjüngste Stadt im Land und Heimat für Menschen aus über 180 Nationen der „perfekte Standort“ für das junge Unternehmen sei.
Das Leistungsportfolio der IndiaWorks Energy GmbH umfasst:
- Installation und Wartung von Heizungs-, Sanitär- und Klimasystemen
- Spezialisierung auf Wärmepumpen und nachhaltige Energielösungen
- B2B-Partnerschaften mit Bauträgern, Kommunen und Unternehmen
- B2C-Service für Privatkunden in Deutsch, Englisch und mehreren indischen Sprachen
- Stipendienprogramm zur Förderung von Frauen im Handwerk
- Zirkuläre Migration mit Wissenstransfer zurück nach Indien
Der erste Standort wird bis Mitte 2026 in Freiburg aufgebaut, weitere in Stuttgart, München, Frankfurt und Hamburg folgen. Ab 2028 strebt IndiaWorks Energy Standorte in zehn deutschen Städten an.


