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Nachrichten aus Region meets Business

Einsatz von KI in der öffentlichen Verwaltung

Landratsamt Ortenaukreis und Hochschule Kehl gründen Reallabor für Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) wird auch für die öffentliche Verwaltung zunehmend zu einem wichtigen Zukunftsthema. Sie eröffnet neue Möglichkeiten, Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten, Mitarbeitende zu entlasten und Bürgerinnen und Bürgern moderne Dienstleistungen anzubieten.

Das Reallabor „Künstliche Intelligenz“ zwischen dem Landratsamt Ortenaukreis und der Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl ist gegründet. Mit dabei sind Landrat Thorsten Erny, Dezernentin Ulrike Karl, Rektor Prof. Dr. Joachim Beck, Kanzler Sebastian Dautzenberg, Professoren der Hochschule und Mitarbeitende des Landratsamts.

Hochschule Kehl

Gleichzeitig stellt ihr Einsatz die öffentliche Verwaltung vor neue fachliche, rechtliche und ethische Herausforderungen. Um die Chancen und Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz besser einschätzen zu können und zugleich Impulse aus den konkreten Bedarfen der Verwaltungspraxis für die zukünftige Ausbildung des Beamtennachwuchses zu gewinnen, haben die Hochschule für öffentliche Verwaltung Kehl und das Landratsamt Ortenaukreis ein gemeinsames Reallabor „Künstliche Intelligenz“ gegründet. 

In dem Reallabor sollen Hochschule und Verwaltung eng zusammenarbeiten, um innovative Lösungsansätze für die Praxis und die Ausbildung zu entwickeln und pilothaft zu erproben. Dabei sollen Erfahrungen aus der Verwaltungspraxis unmittelbar in die Lehre einfließen und umgekehrt wissenschaftliche Erkenntnisse und die Kompetenzen der Hochschule für die Weiterentwicklung der Verwaltung nutzbar gemacht werden.

„Künstliche Intelligenz wird die Arbeitswelt und damit auch die öffentliche Verwaltung in den kommenden Jahren ganz wesentlich verändern. Umso wichtiger ist es, dass wir diese Entwicklung aktiv gestalten und einen klugen, verantwortungsvollen Umgang mit KI entwickeln“, betont Landrat Thorsten Erny. „Ich finde es großartig, dass wir im Ortenaukreis mit der Hochschule Kehl eine starke Verwaltungshochschule an unserer Seite haben, um an einem solchen Zukunftsthema zu arbeiten. Das Reallabor bietet uns die Chance, konkrete Herausforderungen unserer Verwaltung mit wissenschaftlicher Expertise zu verbinden und Lösungen zu entwickeln, die einen echten Mehrwert für die Praxis schaffen.“

Auch der Rektor der Hochschule Kehl, Prof. Dr. Joachim Beck, sieht in der Kooperation einen wichtigen Schritt für eine zukunftsorientierte Ausbildung: „Wir müssen die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen und Risiken Künstlicher Intelligenz bereits in der Ausbildung sachgerecht vermitteln. Die angehenden Verwaltungsfachleute werden in ihrem späteren Berufsleben selbstverständlich mit KI-basierten Anwendungen arbeiten und deren Einsatz beurteilen und verantworten müssen.“ Das Reallabor sei dabei ein besonders innovativer Ansatz, so Rektor Beck weiter: „Wir wollen nicht nur über die digitale Transformation und Künstliche Intelligenz sprechen, sondern gemeinsam mit der Verwaltung konkrete Erfahrungen sammeln und Lösungen entwickeln. Was sich im Reallabor bewährt, kann perspektivisch auch für andere Kommunen und öffentliche Verwaltungen nutzbar gemacht werden.“

Ein zentraler Schwerpunkt der Zusammenarbeit wird auf der KI-gestützten Optimierung von Kernprozessen der Verwaltung liegen. In gemeinsamen Workshops sollen konkrete Anwendungsfälle identifiziert, analysiert und erste Lösungsansätze entwickelt werden. Dabei geht es sowohl um die Frage, wo KI einen konkreten Nutzen für die Verwaltungsarbeit entfalten kann, als auch um die notwendigen organisatorischen, fachlichen und kompetenzbezogenen Voraussetzungen für ihren verantwortungsvollen Einsatz.

Als erstes konkretes Arbeitsergebnis wurde vereinbart, das vom Ortenaukreis entwickelte Kompetenzmodell einer „Mitarbeiterin 2030 – Mara Schneider“ mit dem aktuellen Modulhandbuch des Bachelorstudiengangs „Public Management“ der Hochschule Kehl abzugleichen. Dabei sollen Kompetenzbereiche und Methoden identifiziert werden, mit denen die Lehre angesichts der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz und der fortschreitenden Digitalisierung gezielt weiterentwickelt werden kann. Im Mittelpunkt steht damit eine zentrale Frage: Welche Kompetenzen benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung in Zukunft – und wie müssen Studium und Ausbildung gestaltet sein, damit der Nachwuchs auf diese veränderte Arbeitswelt bestmöglich vorbereitet ist?

„Beeindruckend war für uns, mit welcher Dynamik die KI-Beauftragten der Fakultäten der Hochschule Kehl unmittelbar mit den Fachleuten für Digitalisierung, Personal und Organisation des Landratsamtes zusammengearbeitet haben“, resümieren Landrat und Rektor übereinstimmend. „Hier waren von Beginn an ein großer Innovationswille und gebündelter Sachverstand zu spüren. Wir sind überzeugt, dass diese Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und konkreter Verwaltungspraxis uns gemeinsam deutlich voranbringen wird.“

Die nächste Arbeitssitzung des Reallabors wurde für Oktober terminiert. Dabei sollen die ersten Ergebnisse vertieft und weitere konkrete Arbeitsfelder für die gemeinsame Zusammenarbeit festgelegt werden.

Was ist ein Reallabor?

Ein Reallabor ist ein Forschungs- und Experimentierraum, in dem neue Lösungen direkt und praktisch in der realen Lebens- und Arbeitswelt erprobt werden, ehe sie flächendeckend eingeführt werden.

Text/Bild: Hochschule Kehl

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