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Wirtschaft fordert Tempo bei Reformen – Freiburger Verbände setzen klares Signal an die Politik

Freiburg – rund 100 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden diskutieren beim Sommerfest im Schloss Reinach über Bürokratieabbau, Infrastruktur und Fachkräftesicherung

Stefan Glaser-MdB

©Bildrecht/VBU.

Weniger Bürokratie, schnellere Genehmigungen, verlässliche Rahmenbedingungen und mehr Vertrauen in die Unternehmen – mit diesen klaren Botschaften haben die Gemeinschaft der Freiburger Verbände beim 15. Politischen Sommerfest ein deutliches Signal an die Politik gesendet. Rund 100 Gäste aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, Wirtschaft, Kammern und Verbänden folgten der Einladung ins Schloss Reinach in Freiburg Munzingen und nutzten den Abend zum intensiven Austausch über die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Baden.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Deutschland wieder schneller investieren, bauen und wirtschaften kann. Zwar seien erste Anzeichen einer konjunkturellen Erholung erkennbar, von einem echten Aufschwung könne jedoch noch keine Rede sein. Hohe Energie- und Arbeitskosten, langwierige Genehmigungsverfahren sowie der anhaltende Fachkräftemangel belasteten viele Unternehmen weiterhin erheblich. Hinzu kommt, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung zunehmend im europäischen Kontext entscheidet. Die Freiburger Verbände mahnten daher an, dass Europa wieder stärker auf Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und weniger Regulierung setzen müsse, um den Wirtschaftsstandort insgesamt zu stärken.

„Unsere Unternehmen sind bereit zu investieren, auszubilden und Verantwortung zu übernehmen. Was sie jetzt brauchen, sind politische Rahmenbedingungen, die Leistung ermöglichen statt behindern“, betonte BAB-Präsidentin Cornelia Rupp-Hafner in ihrer Ansprache. Investitionsprogramme allein reichten nicht aus. Entscheidend seien deren schnelle Umsetzung, ein konsequenter Bürokratieabbau und deutlich beschleunigte Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Als Gastredner sprach der erst vor wenigen Wochen in den Deutschen Bundestag nachgerückte Stefan Glaser MdB, ein Mann der Wirtschaft. Der Wirtschaftsingenieur aus Lörrach unterstrich die Bedeutung des engen Austauschs mit den Unternehmen vor Ort und kündigte an, sich in Berlin insbesondere für praxisnahe Lösungen und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen einzusetzen.

Zu den Gästen gehörten unter anderem Marion Gentges MdL, Ministerin für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Dr. Johannes Fechner MdB, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Viviane Sigg MdL, Landrat Dr. Christian Ante sowie zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Region. Vertreten waren außerdem der Regionalverband Südlicher Oberrhein, Banken, Unternehmen und die Mitgliedsverbände der Gemeinschaft der Freiburger Verbände.

Inhaltlich machten die Verbände deutlich, welche Themen aus ihrer Sicht jetzt Priorität haben. So bekräftigten sie ihre Unterstützung für den Freiburger Stadttunnel als Schlüsselprojekt für die Verkehrsinfrastruktur der Region. Ebenso forderten sie den Erhalt der Minijobs insbesondere für das Hotel- und Gaststättengewerbe, faire Wettbewerbsbedingungen für die heimische Landwirtschaft sowie verlässliche Förderbedingungen für Bauwirtschaft und Handwerk. Auch der moderne Holzbau wurde als wichtiger Baustein für klimafreundliches und ressourcenschonendes Bauen hervorgehoben.

Besonders der Oberrhein als grenzüberschreitender Wirtschaftsraum sei auf leistungsfähige Verkehrswege und möglichst unbürokratische europäische Rahmenbedingungen angewiesen. Der zunehmende Aufwand durch unterschiedliche nationale und europäische Vorschriften im Waren- und Dienstleistungsverkehr dürfe die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen in Frankreich und der Schweiz nicht weiter erschweren.

Ein weiteres zentrales Anliegen bleibt die Fachkräftesicherung. Die Verbände werben weiterhin für die Einführung eines bundesweiten Freiwilligen Handwerksjahres, um jungen Menschen frühzeitig praktische Einblicke in handwerkliche Berufe zu ermöglichen. Gleichzeitig müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine verlässliche Kinderbetreuung weiter verbessert werden, um zusätzliche Fachkräftepotenziale zu erschließen.

Neben den politischen Impulsen bot das Sommerfest vor allem Raum für persönliche Gespräche und neue Kontakte. Gerade dieser direkte Dialog zwischen Wirtschaft und Politik sei angesichts der aktuellen Herausforderungen wichtiger denn je. „Wirtschaftliche Stärke entsteht dort, wo Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen“, fasste Cornelia Rupp-Hafner die Botschaft des Abends zusammen. Das Sommerfest habe erneut gezeigt, dass Baden über engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer, starke Verbände und verlässliche Partner verfüge. Beste Voraussetzungen also, um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes gemeinsam zu gestalten.

Text/Bild: Gemeinschaft der Freiburger Verbände

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