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Leidenschaftlicher Auftritt: SC Sand erkämpft 2:2 gegen VfB Stuttgart

Am 26. und letzten Spieltag der 2. Frauen-Bundesliga empfingen die Frauen des SC Sand Frauen den bereits feststehenden Meister VfB Stuttgart vor heimischer Kulisse in der ADAMS Arena.

Spielerin: Rio Takizawa.

Martina Pieper

Für die Sanderinnen lebte vor dem Saisonfinale noch die kleine Hoffnung auf den Aufstieg in die Google Pixel Frauen-Bundesliga – dafür hätte jedoch Konkurrent Mainz zeitgleich beim Tabellenletzten Warbeyen Punkte liegen lassen müssen. Trotz der schwierigen Ausgangslage warfen die Ortenauerinnen aus dem „Galischen Dorf“ vor knapp 2.000 Zuschauerinnen und Zuschauern noch einmal alles in die Waagschale und kämpften bis zum Schlusspfiff leidenschaftlich um ihre Chance.

Eine Änderung in der Startformation

Das Trainerteam des SC Sand Frauen um Alexander Fischinger und Noah Veilandics nahm im Vergleich zur Vorwoche und dem Remis bei SG 99 Andernach eine personelle Änderung in der Startformation vor. Die zuletzt angeschlagene Kim Schneider rückte zurück in die erste Elf, während Sarah Wiesner zunächst auf der Bank Platz nahm.

Erste Halbzeit

Die SC Sand Frauen startete konzentriert und mutig in die Partie gegen den Meister VfB Stuttgart und suchten von Beginn an den direkten Weg nach vorne. Die Gäste aus Stuttgart verbuchten bereits in der dritten Spielminute den ersten Abschluss der Begegnung, doch die Sander Defensive war aufmerksam und blockte den Versuch zur Ecke ab. Nur zwei Minuten später setzte der SC Sand erstmals ein offensives Ausrufezeichen: Die als rechte Außenverteidigerin aufgebotene Kim Schneider eroberte energisch den Ball und leitete mit einem langen Zuspiel einen schnellen Konter über die startende Pija Reininger ein. Sands Nummer 9 drang bis in den Strafraum des VfB vor, verlor dort jedoch im entscheidenden Moment das Spielgerät. Dennoch zeigte die Aktion früh, dass die Gastgeberinnen dem Favoriten mutig entgegentraten.

In der siebten Spielminute mussten die Ortenauerinnen jedoch den frühen Rückschlag hinnehmen. Nach einer weiteren Ecke für den VfB Stuttgart fiel das 0:1 für die Gäste. Der Tabellenführer nutzte die Standardsituation konsequent aus und ging früh in Führung. Der SC Sand zeigte sich davon jedoch keineswegs geschockt und antwortete mit viel Einsatz und gefährlichen Offensivaktionen. In der elften Minute erspielten sich die Gastgeberinnen ihre bis dahin größte Möglichkeit: Erneut wurde Pija Reininger stark in die Tiefe geschickt und lief alleine auf VfB-Torfrau Boettcher zu, scheiterte im Eins-gegen-eins jedoch an der stark reagierenden Schlussfrau der Gäste.

Auf der Gegenseite jubelte der VfB wenig später vermeintlich über das 0:2. Zunächst parierte Jule Baum stark auf der Linie, ehe eine Stuttgarter Spielerin den Abpraller per Kopf im Tor unterbrachte. Aufgrund einer klaren Abseitsposition wurde der Treffer jedoch zurecht aberkannt, sodass es mit Freistoß für den SC Sand weiterging. In der Folge entwickelte sich eine intensive, aber phasenweise ausgeglichene Partie. Nach rund einer Viertelstunde führte der Meister zwar weiterhin mit 0:1, doch die Sanderinnen hielten leidenschaftlich dagegen und setzten immer wieder gefährliche Nadelstiche. Besonders über schnelles Umschaltspiel gelang es den Gastgeberinnen, die Defensive des VfB vor Probleme zu stellen.

In der 23. Spielminute kam der SC Sand zur nächsten hochkarätigen Torchance. Milena Fischer zog über die linke Seite dynamisch ins Zentrum und legte quer auf Kim Schneider. Diese kam frei vor der Stuttgarter Torfrau zum Abschluss, schoss jedoch die Keeperin an. Wie bereits in den vergangenen Wochen fehlte den Sanderinnen in den entscheidenden Momenten das nötige Spielglück. Nach einer halben Stunde führte der VfB Stuttgart weiterhin knapp mit 0:1. Im Parallelspiel zwischen Warbeyen und Mainz stand es zu diesem Zeitpunkt noch unentschieden, wodurch der SC Sand weiterhin auf Schützenhilfe hoffen durfte. Rein rechnerisch hätten die Ortenauerinnen nun zwei eigene Treffer benötigt, um den Traum vom Aufstieg am Leben zu halten – und die besseren Torchancen lagen bis dahin durchaus auf Seiten der Gastgeberinnen.

In der 38. Spielminute belohnte sich der SC Sand schließlich für den hohen Aufwand. Erneut sorgte Kim Schneider über die rechte Seite für Gefahr und brachte den Ball scharf in den Strafraum des VfB Stuttgart. Dort agierte die Gästeabwehr unglücklich und beförderte den Ball ins eigene Netz – der verdiente Ausgleich zum 1:1 für die Sanderinnen. Bis zur Pause fielen keine weiteren Treffer mehr. Somit ging es mit einem insgesamt schmeichelhaften 1:1-Unentschieden aus Sicht des VfB Stuttgart in die Halbzeitpause. Im Parallelspiel hatte Mainz inzwischen die 1:0-Führung erzielt, wodurch die Ausgangslage im Aufstiegsrennen für den SC Sand zusätzlich schwieriger wurde.

Zweite Halbzeit

Ohne personelle Veränderungen auf beiden Seiten begann die zweite Halbzeit in der ADAMS Arena mit dem identischen Personal wie noch vor der Pause. Der SC Sand knüpfte dabei nahtlos an die engagierte Leistung aus dem ersten Durchgang an und suchte weiterhin mutig den Weg nach vorne. Die Gastgeberinnen präsentierten sich aktiv, zweikampfstark und drängten zunehmend auf den Führungstreffer gegen den Meister VfB Stuttgart. Die erste große Möglichkeit der zweiten Hälfte gehörte allerdings den Gästen aus Stuttgart. In der 55. Spielminute wurde Daphina Redzepi mit einem langen Ball in die Tiefe geschickt und tauchte plötzlich frei vor Jule Baum auf. Die Angreiferin umkurvte zwar die Sander Schlussfrau, verpasste anschließend jedoch den richtigen Moment zum Abschluss, sodass der SC Sand in dieser Situation mit dem Schrecken davonkam.

Doch auch die Ortenauerinnen blieben offensiv gefährlich. Auf der Gegenseite kam Kim Schneider frei zum Abschluss und versuchte es aus der Distanz, konnte den Ball jedoch nicht entscheidend im Tor unterbringen. Zu diesem Zeitpunkt führte Mainz im Parallelspiel bereits deutlich mit 4:0, womit die letzten theoretischen Hoffnungen auf den Aufstieg endgültig dahin waren. Dennoch ließ sich der SC Sand davon nicht beeindrucken und wollte sich vor heimischer Kulisse mit einer starken Leistung aus der Saison verabschieden. Die Gastgeberinnen blieben weiterhin die aktivere Mannschaft und suchten insbesondere über ihre schnellen Außenspielerinnen immer wieder den Weg in die Tiefe. Gleichzeitig musste der SC Sand in dieser Phase defensiv Schwerstarbeit leisten. Vor allem Jule Baum rückte nun zunehmend in den Mittelpunkt und hielt ihre Mannschaft mit mehreren starken Paraden im Spiel. Besonders in der 62. sowie in der 67. Spielminute zeigte die Torhüterin starke Reflexe auf der Linie und verhinderte einen erneuten Rückstand gegen den Tabellenführer.

In der 70. Spielminute setzte der SC Sand dann offensiv das nächste Ausrufezeichen. Milena Fischer zog aus rund 20 Metern ab und zwang die Stuttgarter Torhüterin mit einem strammen Distanzschuss zu einer starken Parade. Der Ball wurde gerade noch zur Ecke abgewehrt.

Nur zwei Minuten später belohnten sich die Sanderinnen schließlich für ihren hohen Aufwand. Die auffällige Kim Schneider wurde mit einem präzisen Zuspiel in die Tiefe geschickt, setzte sich stark durch und spitzelte den Ball an der herauslaufenden VfB-Torfrau vorbei zur verdienten 2:1-Führung ins Netz. Der Jubel in der ADAMS Arena kannte keine Grenzen – der SC Sand hatte das Spiel gegen den Meister gedreht. Mit der Führung im Rücken agierten die Ortenauerinnen weiterhin konzentriert und gefestigt. Immer wieder zeigte der SC Sand ansehnliche Kombinationen und überzeugte mit großem Einsatzwillen sowie mutigem Offensivfußball. Der VfB Stuttgart erhöhte in der Schlussphase jedoch nochmals den Druck und kam in der 80. Spielminute zum Ausgleich. Nach einer Ecke war Meßmer zur Stelle und erzielte per Kopf das 2:2 für den Spitzenreiter.

In den letzten Minuten reagierte das Trainerteam des SC Sand nochmals personell und brachte mit Maria Almasri und Athanasia Tsaroucha frische Kräfte für die Schlussphase. Wenig später folgten zudem Denise Landmann und Anne Rotzinger. In der 88. Minute erhielt schließlich auch Moemi Ishibuchi noch Einsatzzeit. Der VfB Stuttgart drängte in der Schlussphase auf den Siegtreffer, doch erneut war auf Jule Baum Verlass. In der 86. Spielminute parierte sie stark auf der Linie, ehe sie kurz vor Schluss eine weitere hochkarätige Möglichkeit der Gäste entschärfte und damit den Punktgewinn festhielt.

Am Ende trennten sich der SC Sand und die Frauen des VfB Stuttgart mit einem verdienten 2:2-Unentschieden. Die Ortenauerinnen lieferten dem Meister über 90 Minuten einen leidenschaftlichen Kampf und verkauften sich vor heimischer Kulisse sehr ordentlich. Die Mannschaft beendet die Spielzeit auf dem dritten Tabellenplatz und wird in der kommenden Saison erneut angreifen.

SC Sand – VfB Stuttgart 2:2 (1:1)

Tor: 0:1 Maximiliane Rall (9.), 1:1 Yuka Hirano (38., ET), 2:1 Kim Schneider (72.), 2:2 Meike Meßmer (80.)

SC Sand: Baum – Schneider, Schaer (85. Landmann), Gaugigl (81. Almasri), Surpris – Takizawa, Slipcevic, M. Fischer – Reininger (85. Rotzinger), Matuschewski (81. Tsaroucha), L. Fischer (90. Ishibuchi)

VfB Stuttgart: Boettcher, Müller, Schäfer (68. Meßmer), Redzepi, Rall, Glaser, Hechler, Hirano (68. Kopp), Billa (79. Spengler), Dongus (79. Selensky), Osawa (68. Castor)

Schiedsrichterin: Naemi Breier (SV 1947 Ayl)

Zuschauer: 2248

Text: Lukas Kelp

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