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Heftiger kann ein Ende kaum sein

Die 2:3-Niederlage der Affenbande gegen den TSV Herrsching besiegelt das Verpassen der Playoffs. Splitter eines emotionalen Abends.

An einem Abend, der wie gemalt schien wie ein dramatisches Naturbild eines Künstlers aus der Zeit der Romantik, stand am späten Samstagabend plötzlich einer im Vordergrund, dessen ureigenste Aufgabe es eigentlich ist, im Hintergrund zu agieren.

Nach einem zweieinhalbstunden langen Kampf beendete Schiedsrichter Daniel Apanowicz das direkte Duell um die Playoffs zwischen dem TSV Herrsching und der FT 1844 Freiburg mit einem höchst umstrittenen Piff – einer Entscheidung, über die sogar der routinierteste Spieler auf dem Feld und Gewinner Denis Kaliberda hinterher sagte: „Diese grandiose Partie hatte so ein Ende nicht verdient.“

Nach einer Abwehraktion bewertete Apanowicz die Rettungsaktion des Freiburger Libero Timothy McIntoshs als geführt. Umso erstaunlicher mutete diese Entscheidung für die Zuschauer in der erneut ausverkauften Act-Now Halle an, da Apanowicz im Ballwechsel zuvor eine ebensolche Aktion von Herrschings Niklas Uhl noch hatte durchgehen lassen.

Und so konnte es um 22:45 Uhr keiner so richtig nachvollziehen, dass die umkämpfte Partie zwischen den beiden Playoff-Konkurrenten wirklich vorbei war. Der Kampf um die Playoffs – entschieden durch eine technische Richtlinienentscheidung des Unparteiischen.

Zuvor hatten sich zwei nervöse Teams über fünf Sätze hart beackert. Herrsching war deutlich befreiter in die Partie gestartet. Bei den Gastgebern wirkten die Akteure blockiert. Doch angeführt von einem herausragend Regie führenden Fabian Hosch gelang der Affenbande nach der Zehn-Minuten-Pause die Wende.

Frischen Wind brachte dann ein Trio: Libero Jonathan Schönhagen stabilisierte die Annahme, Karl-Lennart Klehm vitalisierte den Schnellangriff und Diagonalangreifer Marco Frohberg brachte Gefahr. Hinzu kam ein erneut überragender Charles Figy – und schwups war die Affenbande zurück im Rennen. Der eingewechselte Jannik Brentel wurde hinterher zum MVP gewählt.

Im Tiebreak lag 1844 dann beim Stand von 7:11 bereits aussichtlos zurück. Doch zwei krachende Blocks brachten die Affenbande wieder heran. Bei 12:12 egalisierte sie erstmals im Tiebreak. Das Comeback des Jahres schien nah. Doch dann endeten Freiburgs Playoff-Träume endgültig.

Keine zwanzig Minuten später saßen die Mitglieder der Affenbande dann geschlossen  auf dem Boden – die Augen tränengefüllt. Denn vor einer Halle, die einen großen Bahnhof bot und die sich nicht leeren wollte, verabschiedete Sportchef Florian Schneider gleich eine Handvoll Akteure, die die vergangenen Jahre von 1844 geprägt haben.

Es waren Bilder, die unter die Haut gingen. Der Antreiber der Dschungelbande und Zuspieler der zweiten Mannschaft, Tom Kaufhold, wurde gebührend verabschiedet, genauso wie Freiburgs Social-Media-Queen Juli Saier. Co-Trainerin Johanna Ewald bekam langen Applaus – ihre Zeit endet ebenso. Für den scheidenden Brendan Mills fand Schneider anerkennende Worte. Standing Ovations erhielt dann Timothy McIntosh – spätestens hier hatten alle Pippi in den Augen.

Den emotionalen Schlusspunkt setzte schließlich die Verabschiedung zweier Legenden. Freddy Frisch und Lorenz Rudolf erhielten minutenlangen Applaus und sprachen bewegende Worte.

„Wir sind leer“, gab Trainer Jakob Schönhagen hinterher zu Protokoll. „Dass wir heute trotz aller Widrigkeiten diese Runde noch um die Playoffs kämpfen konnten, ist herausragend“, ergänzte sein Kollege Wolfgang Beck. „Wir kommen stärker wieder“, beschwor Teamchef Florian Schneider. Es waren die letzten Worte eines dramatischen Abends. Er wird lange in Erinnerung bleiben.

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