Genießer-Spiel zum Saisonabschluss
Im letzten Saisonspiel geht es für die FT Freiburg zwar nur noch um die berühmte Goldene Ananas, der Tabellenplatz 9 steht fest. Dennoch wird es in vielerlei Hinsicht ein besonderes Spiel. „Ich freue mich noch mal auf eine schöne Abschlussfahrt mit den Jungs“, sagt Zuspieler Lorenz Rudolf. Der beendet nach elf Jahren im Verein das Bundesligateam ebenso wie Mittelblocker Freddy Frisch.

FT 1844 Genießer-Spiel zum Saisonabschluss
Rudolf hat sein Lehramtsstudium beendet und will sich voll auf sein Referendariat konzentrieren. „Vielleicht schiebe ich auch noch ein Auslandsjahr ein“, sagt Rudolf. Dem Volleyball bleibt er aber auf jeden Fall verbunden.
Auch für Diagonalangreifer Brendan Mills und Libero Timothy McIntosh ist das Spiel in Dachau das letzte Spiel im FT-Dress. Beide wurden im Heimspiel gegen Herrsching würdig verabschiedet. Alle vier wollen das Spiel in Dachau „noch mal genießen“, wie sie sagen.
Das Hinspiel hatten die Freiburger souverän in 75 Minuten mit 3:0 gewonnen. Doch nicht nur wegen der Abschiedsstimmung wird das Rückspiel eine andere Nummer. Denn in Dachau wird dieses Mal der Top-Scorer der Liga, Marius Büchi, angreifen. Im Hinspiel fehlte er. Von den 2510 Angriffen in der gesamten Saison liefen 793 über den Diagonalangreifer, das war mit 31,6 Prozent fast jeder dritte. Die Zuspieler brachten ihn auch nicht nur aus Verlegenheit ins Spiel: Fast jeder zweite seiner Angriffe führte zum Punktgewinn. Zum Vergleich: Jeder vierte und damit die meisten der 2636 Freiburger Angriffe wurden über Brendan Mills gespielt. Die Erfolgsquote lag bei 46 Prozent. Nur die Teams waren erfolgreich gegen Dachau, die Büchi mit guter Block-Feldabwehr in Schach halten konnten.
Stark im Aufschlag
„Dachau ist auch sehr aufschlagstark, da geht es oft hopp oder topp“, sagt Freiburgs Trainer Jakob Schönhagen. Die Dachauer brachten es in dieser Saison bislang auf 168 Asse, die Freiburger auf 125. Das stärkste Team der Liga ist KW mit 194 Aufschlagpunkten.
Mit einem Sieg könnten die Freiburger die sensationell gute Vorsaison – die beste Saison aller Zeiten - zwar nicht mehr toppen, aber dem sehr nahekommen. Am Ende standen im Vorjahr 14 Siege und 41 Punkte zu Buche. Jetzt steht das Team bei 13 Siegen und 37 Punkten. Das ist leider genau das eine Quäntchen zu wenig, das dieses Jahr zum Einzug in die Playoffs fehlt. Rekorde sind eben nicht beliebig wiederholbar. Zumal es vor zwei Jahren in einer etwas kleineren Liga nur zu vier Siegen und zwölf Punkten reichte. „Trotzdem können wir stolz auf uns sein, in einem Jahr so großer Widrigkeiten den neunten Platz erreicht zu haben. Zu keinem Zeitpunkt der Saison hatten wir mit dem Abstieg zu tun. Das gesamte Staff ist einfach nur dankbar für eine Mannschaft, die ihr letztes Hemd für den Verein gegeben hat“, sagt der Trainer.
In Freiburg hat niemand vergessen, wo das Team herkommt. Auch deshalb können sich alle Freunde der Mannschaft sicher sein, dass die Spieler wieder alles in die Waagschale werfen werden, auch wenn es in Dachau vermeintlich um nichts mehr geht. „Wir wollen noch mal Wettkampfgeist, Spielspaß und Freude aufs Feld bringen“, sagt Schönhagen.


