Der große Sprung der Amelie Elstner
20-jährige beweist ihr Können bei den Segelweltmeisterschaften in Tangier
Frickingen/Tanger (jm) Mit einem großen Achtungserfolg kehrte Nachwuchsseglerin Amelie Elsnter (20) aus Frickingen bei Überlingen von den U21-Weltmeisterschaften der ILCA-Seglerinnen in Tanger (Marokko) zurück. Die beste Seglerin dieser Altersklasse Baden-Württembergs belegte im Endklassement der olympischen Segelklasse ILCA 6 Rang 23 und war damit hinter Pia Conradi (Duisburg, Platz 13) zweitbeste Deutsche im Feld von 66 Teilnehmerinnen.

Die Frickingerin Amelie Elstner bei den U21-Weltmeisterschaften in Tanger.
„Ich freue mich total über das gute Ergebnis, vor allem, weil ich in fast allen elf Rennen in der vorderen Hälfte ins Ziel kam. Ich fühle mich ja immer noch ein wenig wie die Newcomerin und hatte es hier mit vielen erfahrenen Konkurrentinnen zu tun, die schon seit langem bei den Europa- und Weltmeisterschaften der Altersklassen U17, U19 und U21 an den Start gehen“, sagte Elstner nach dem für sie tollen Ergebnis.
Paukenschlag am ersten Tag
Gleich am ersten Wettkampftag war der Frickingerin eine Riesensensation gelungen: Das erste Rennen beendete sie hinter der Italienerin Maria Vittoria Arseni auf Rang zwei und sie erreichte damit das beste Wettfahrtergebnis auf internationaler Ebene überhaupt in ihrer noch so jungen Karriere. „Das war der Wahnsinn und hat mich natürlich zusätzlich motiviert und die zwei nächsten Tage lief es auch super. An Tag vier und fünf haderte ich leider mit den stürmischen Bedingungen, aber alles in allem bin mich mit meinem Auftritt sehr zufrieden“, so die 20-jährige, die für den Segel- und Motorbootclub Überlingen (SMCÜ) startet. Laufend wechselnde Windrichtungen und Windstärken zwischen sechs und 35 Knoten machten den Athletinnen und Athleten das Leben vor Tanger schwer. Bei sechs Knoten bläst ein laues Lüftchen mit gerade mal zehn km/h, bei 35 Knoten ist das ein stürmischer Wind mit 70 km/h.
Tolles Fazit für Elstner: Innerhalb eines Jahres hat sich die Frickingerin von Platz 73 (U21-WM in Vilamoura, Portugal) um sage und schreibe 50 Plätze auf Rang 23 verbessert. „Mein elfmonatiges Training mit Privattrainer in Spanien und einer internationalen Trainingsgemeinschaft in Portugal hat sich voll ausgezahlt.“ Um sich ideal auf die wichtigen internationalen Rennen vorbereiten zu können, hatte Amelie Elstner nach dem Abitur ihren Lebensmittelpunkt für mehrere Monate nach Barcelona verlegt und sich anschließend auch gemeinsam mit dem Team Viana Sailing vorbereitet.

Die Frickingerin Amelie Elstner hat sich im Kreis der weltbesten Seglerinnen etabliert
Jetzt steht für die Frickingerin der Sprung in die Seniorenklasse an. „Das wird noch einmal ein gewaltiger Schritt, denn jetzt messe ich mich mit erfahrenen EM-, WM- und sogar Olympiateilnehmerinnen.“ Das hat auch Auswirkungen aufs Training. Denn mittlerweile hat sich Amelie Elsnter einer internationalen Trainingsgruppe angeschlossen, die am Gardasee stationiert ist. Zur Gruppe zählt mit Shai Kakon (Israel) auch eine Athletin, die ihr Land bei den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio vertreten hatte.
In die Zukunft blickt Amelie Elstner voll motiviert, denn bisher hat die 20-jährige eine der erfolgreichsten Karrieren im deutschen Segelsport überhaupt hingelegt. „Ich habe ja erst vor drei Jahren mit dem Wettkampfsegeln angefangen. Es innerhalb dieser kurzen Zeit unter die Top 25 der Welt zu schaffen, ist der Hammer“, so die Frickingerin, die sich nun auf viele Regatten freut. „Jetzt geht’s erst richtig los“.
Derzeit ist die 20-jährige weiterhin auf der Suche nach Sponsoren und Unterstützern. Wer das Segeltalent unterstützen möchte, kann das unter dem Link https://www.gofundme.com/f/segeln-zu-internationalen-erfolgen oder mit einer Spende mit dem Verweis Amelie Elstner ILCA 6 an den SMCÜ Überlingen.


