„Etwas zurückgeben“ im letzten Heimspiel, dann „neu erfinden“
Am Samstag (20 Uhr) beschließt die HSG Konstanz die schwierige Saison im letzten Heimspiel vor den eigenen Fans in der Schänzle-Hölle. Zu Gast ist Saase 3 Leutershausen, somit kommt es noch einmal zu einem Klassiker gegen einen alten Rivalen.

HSG Konstanz Veit Schlafmann Würzburg
Erfolgreiche Vergangenheit mit heißen Duellen
Die haben beide schon erfolgreichere Spielzeiten hinter sich und in dieser nicht das erreicht, was man sich vor dem Saisonstart vorgenommen hatte. Auch die Mannschaft von der Bergstraße wurde zusammengesetzt, um ganz oben in der Liga anzugreifen. Saase3 Leutershausen, ein Zusammenschluss aus den vier Bergsträßer Vereinen SG Leutershausen, TVG Großsachsen, SG Hohensachsen sowie TSG Lützelsachsen, zählte in den letzten Jahren immer zu den Topvereinen der 3. Liga und belegte stets seinen Platz unter den Top Fünf. 2024 lief man sogar hinter der HSG als Vizemeister ins Ziel, während die Gelb-Blauen in die 2. Bundesliga aufstiegen. Für die Konstanzer geht am Ende dieser Saison eine eindrucksvolle Ära zu Ende. Seit der Saison 2015/16 war Konstanz stets Meister in der 3. Liga und stieg in Liga zwei auf oder spielte in der 2. Bundesliga. Sechs Spielzeiten in der stärksten zweiten Liga der Welt bekamen die Fans in der Schänzle-Hölle in dieser Zeit zu sehen. Insgesamt verbrachte der Club gar neun Spielzeiten in der zweithöchsten Spielklasse.
Letztes Aufgebot: Nur zehn Feldspieler
In dieser Saison musste man kleinere Brötchen backen. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Seit Monaten ist die Personalmisere ein zentraler Pfeiler für fehlende Konstanz, Abstimmung und Möglichkeiten. Immer wenn man denkt, die Lage könne nicht schlechter werden, so hält die nächste Woche wieder einen Nackenschlag für die HSG bereit. „Wir spielen jetzt mit dem letzten Aufgebot“, erklärt Ralf Bader. Lediglich zehn Feldspieler wird er aufbieten können. Dass es weitere zentrale Ausfälle gibt und zudem die U21 zeitgleich in Bruchsal noch den letzten fehlenden Punkt für den Klassenerhalt in der Oberliga sammeln möchte, macht es nochmals komplizierter. „Die U21 hat aktuell Priorität“, so der HSG-Coach, der dem eigenen Nachwuchs in den nächsten Jahren eine zentrale Rolle für neue Erfolge zuschreibt. In diesem Konzept spielt die auf hohem Niveau spielende Perspektivmannschaft als Sprungbrett in die erste Mannschaft eine wichtige Rolle. Schon in dieser Saison gelang zahlreichen Leistungsträgern von dort der Sprung in die 3. Liga – bis das Verletzungspech zuschlug und etwa Tim Enninghorst, Jan Stotten, Sven Iberl, Konstantin Pauli und Noah Frensel lange ausfielen.
Besonderes letztes Heimspiel
Nun gilt es sich noch einmal aufzurappeln und noch enger zusammenzurücken. Bader: „Für mich ist das letzte Heimspiel immer etwas Besonderes. Ich spüre nochmal mehr Freude und Ehrgeiz.“ Im gleichen Atemzug mahnt er Realismus an und betont die aktuelle Priorität auf den Klassenverbleib der U21. „Wir wollen“, unterstreicht er, „noch einmal alles reinlegen, was da ist.“ Einfach war die Woche jedoch nicht. Aufgrund der neuen Ausfälle galt es wie schon so oft in diesem Jahr binnen weniger Tage eine neue Formation einzuspielen, neue Ideen zu finden und erneut eine neue Mannschaft und Aufstellung zusammenzubasteln. Langsam gehen dem Trainerteam jedoch die Alternativen aus.
Großer Dank an die Fans und emotionale Abschiede
Nichtsdestotrotz möchten Bader und seine Mannschaft ihren bemerkenswert treuen Zuschauern für ihre unermüdliche und herausragende Unterstützung auch in dieser mit wenigen Erfolgserlebnissen gepflasterten Spielzeit etwas zurückgeben. „Ich möchte jedem Zuschauer einen großen Dank aussprechen“, sagt Bader. Worte, die von Herzen kommen und mehr als leere Floskeln sind. „Für sie war es nicht einfach in dieser Saison, aber wir brauchen diese Unterstützung.“ So möchten Bader und Co. am Samstag selbst die Grundlage für einen versöhnlichen Saisonabschluss legen. Eine, so die Hoffnungen, letzte Sieger-La-Ola, ehe verdiente Spieler wie Christos Erifopoulos, Noah Frensel, Felix Sproß, Veit Schlafmann sowie Sören Fuhrmann und Reha-Trainerin Cleo Oexle verabschiedet werden.
„Werden uns neu erfinden“
Anfang des Jahres hatte Bader den Trainerjob von Vitor Baricelli übernommen. Unter „schwierigen Umständen“, sei er gekommen, blickt Bader zurück. „Allerdings in einen intakten Verein, in der die U19 nun noch näher herangerückt ist.“ Über den Sommer, so der große Wunsch des 45-Jährigen, sollen alle verletzten Spieler wieder gesunden. „Dann werden wir uns ein Stück neu erfinden. Die Zuschauer können gespannt sein“, verrät er mit Blick auf die nächste Saison. Mit mehr Kontinuität und Stabilität, frischen Ideen – und frischen Kräften. Wie zahlreichen eigenen Nachwuchsspielern, die Teil des Kaders werden sowie spannenden Neuzugängen wie Torwart Adam Studentkowski, Spielmacher Philipp Hlawatsch, Linkshänder Jannik Hohlweg und Rechtsaußen Janne Pietrusky, einem gebürtigen Konstanzer, der vor seinem Wechsel in das Internat des Erstligisten aus Leipzig im HSG-Nachwuchs ausgebildet wurde. Zunächst liegt der Fokus aber voll auf Saase3 Leutershausen. Mit ehemaligen Erstligaspielern wie Stefan Salger. Der 2,07 Meter große Linkshänder stand unter anderem beim TVB Stuttgart und der MT Melsungen unter Vertrag. Oder Maximilian Kessler, der mit den Rhein-Neckar Löwen Erstligaluft schnupperte.
Kompletter Spielplan und Termine zur Übernahme in den Kalender.


