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Nachrichten aus Schwarzwald

Sanierte Weidewasserleitung am Belchen vorgestellt

Regierungspräsident Gabbert: „Wichtiger Beitrag zum Erhalt der der artenreichen Allmendweiden im Biosphärengebiet“

Wasser für die Weidetiere am Belchen (von links): Biosphären-Geschäftsführer Florian Kübler, Schönenbergs Bürgermeister Ewald Ruch, Regierungspräsident Carsten Gabbert und Michael Loritz von der Weidegemeinschaft Rabenfels testen den Zugang zum unterirdischen Speicherbehälter.

Biosphärengebiet Schwarzwald

Die Gemeinde Schönenberg hat die Weidewasserversorgung von der Kaltwasserquelle bis zur oberen Stuhlsebene am Belchen modernisiert. Grundlage hierfür war die Sanierungsplanung aus dem Pilotprojekt zur Verbesserung der Weidewasserversorgung des Biosphärengebiets Schwarzwald und der Umweltabteilung des Regierungspräsidiums Freiburg. Mit der Maßnahme wurde der Ursprung eines weit verzweigten Tränkewassernetzes erneuert, das sich bis in die Talebene bei Schönau erstreckt und auch das Belchenhaus versorgt.

Im Rahmen einer Begehung, an der auch Regierungspräsident Carsten Gabbert teilnahm, informierten die Projektbeteiligten am Dienstag entlang der Strecke von der Bergstation der Belchenbahn bis zur Stuhlsebene über die Umsetzung der Maßnahme und die Hintergründe des Projekts.

Wasserversorgung als Grundlage der Weidewirtschaft

Regierungspräsident Carsten Gabbert betonte die Bedeutung der Weidewirtschaft für den Erhalt der Kulturlandschaft: „Das Projekt zeigt, wie Naturschutz und Landwirtschaft Hand in Hand gehen können und dient somit als Vorbild für das gesamte Biosphärengebiet. Angesichts des Klimawandels leistet das Biosphärengebiet hier einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der traditionellen Weidewirtschaft und der artenreichen Allmendweiden im Südschwarzwald. Davon profitiert nicht zuletzt der Tourismus. Eine zukunftssichere Wasserversorgung der Tiere ist hierfür die Grundlage.“

„Die Konzeption zur Weidewasserversorgung am Belchen zeigt jetzt ganz konkret Wirkung“, betonte Florian Kübler, Geschäftsführer des Biosphärengebiets Schwarzwald. „Es ist ein wichtiger und sehr positiver Schritt, dass die ersten Maßnahmen nun vor Ort umgesetzt werden und damit ein Beitrag zur langfristigen Sicherung der Weidewirtschaft geleistet wird.“

Anpassung an Trockenperioden

Hintergrund der Konzeption und der nun begonnenen Umsetzung sind die zunehmenden Trockenperioden der vergangenen Sommer. Durch die Auswirkungen des Klimawandels sind Quellen am Belchen vermehrt trockengefallen. Gleichzeitig ist die bestehende Weidewasserinfrastruktur vielerorts sanierungsbedürftig. Auch in Schönenberg bestand daher Handlungsbedarf, sodass sich die Gemeinde für eine schrittweise Modernisierung des gemeindeeigenen Leitungsnetzes entschied.

„Im Endausbau trägt das Leitungssystem in der Gemeinde entscheidend zum Erhalt von rund 163 Hektar Weideland bei“, so Schönenbergs Bürgermeister Ewald Ruch. „Die Modernisierung ist notwendig, um auch in trockenen Sommern die Wasserversorgung der Weidetiere und die zukunftssichere Bewirtschaftung der Allmendflächen in der Gemeinde zu sichern. Hiervon profitieren auch Teilflächen der Nachbargemeinden Böllen und Aitern.“ Bei der Begehung gab unter anderem Michael Loritz von der Weidegemeinschaft Rabenfels Einblicke aus landwirtschaftlicher Sicht in die Herausforderungen der Beweidung.

Umsetzung im Naturschutzgebiet

Besondere Anforderungen ergaben sich durch den Leitungsverlauf durch eine Kernzone des Biosphärengebiets sowie die Lage im Naturschutzgebiet Belchen. Zusätzlich wurden zwei große unterirdische Speicherbehälter errichtet, um Engpässen in Trockenperioden vorzubeugen. Dadurch können die Tiere auch über mehrere Tage hinweg autark mit Wasser versorgt werden.

Alexandra Diewald von der DwD Ingenieur GmbH und Frank Armbruster vom IFÖ Institut für Ökosystemforschung erläuterten bei der Begehung die technische und naturschutzfachliche Planung sowie die Umsetzung der Arbeiten.

Die Maßnahme wurde durch die Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg gefördert. Die Gemeinde Schönenberg wird bei der Umsetzung durch die Geschäftsstelle des Biosphärengebiets Schwarzwald unterstützt, in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden im Regierungspräsidium Freiburg und dem Landratsamt Lörrach.

Quelle/Bild: Biosphärengebiet Schwarzwald

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