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Nachrichten aus Schwarzwald

Feldberg erhält eine weitere Naturschutzweide:

Auf insgesamt 100 Hektar grasen Rinder und Pferde für die Artenvielfalt

Der Feldberg ist ein Hotspot der Artenvielfalt im Schwarzwald. Für den zukünftigen Erhalt dieses Schatzes treibt die Naturschutzverwaltung des Regierungspräsidiums Freiburg die naturnahe Beweidung auf dem höchsten Berg in Baden-Württemberg voran: Auf insgesamt rund 100 Hektar fördern jetzt weitgehend freilaufende Rinder und Pferde die Artenvielfalt.

Neben Rindern weiden auf dem Feldberg seit vergangenem Jahr auch Pferde und leisten damit einen Beitrag für die Artenvielfalt

Regierungspräsidium Freiburg

Im vergangenen Jahr hat das RP gemeinsam mit dem Görwihler Landwirt René Apel und seinen Rindern und Pferden die erste, rund 50 Hektar große Naturweide im Bereich des Zastler Kars etabliert. Diese Woche ist eine weitere 50 Hektar große Weide auf der Südseite des Feldbergs, zwischen Gipfel und Todtnauer Hütte, hinzugekommen. Hier übernehmen sieben Hinterwälder Rinder und drei Pferde die Landschaftspflege. Während die Rinder bereits am Dienstag die Weide in Beschlag genommen haben, sollen die Pferde zum Wochenende hinzustoßen. René Apel ist gespannt, wie die Tiere sich eingewöhnen werden: „Mit der Beweidung im Zastler Kar haben wir letztes Jahr gute Erfahrungen gemacht. Mit der neuen Weidefläche kommt noch ein weiterer wichtiger Baustein für die naturnahe Beweidung des Feldbergs hinzu. So können wir konkret gefährdete Offenlandarten wie Ringdrossel, Auerhuhn und Zitronenzeisig fördern.“ Das RP unterstützt das Projekt mit Landesmitteln aus der Umweltverwaltung unter anderem zum Bau von Zäunen um das weitläufige, teils steile Gebiet.

Durch seine Höhe und großen offenen Gipfelbereiche ist der Feldberg nicht nur für Touristen ein Magnet. Viele Arten und Lebensräume der Berge kommen im Schwarzwald nur noch dort oben vor.  „Der Gipfelbereich ist bereits seit vielen Jahrhunderten in menschlicher Nutzung. Mit der naturnahen Beweidung imitieren wir die historische Nutzung des Gebiets. Dabei nutzen wir die gesamte Weidesaison aus. Außerdem kommen unterschiedliche Pflanzenfresser zum Einsatz. So wie es früher üblich war“, erklärt Ruben Clemens vom Naturschutzreferat des RP. Die Weiden umfassen neben Offenland auch Waldbereiche. Clemens: „So schaffen wir wieder eine komplexe Landschaft mit verschiedenen Lebensräumen die miteinander eng verzahnt sind.“

Am Dienstag haben die Hinterwälder Rinder von René Apel die neue Naturschutzweide auf dem Feldberg in Beschlag genommen.

Regierungspräsidium Freiburg

Wie das RP mitteilt, ist die Umstellung auf naturnahe Beweidung der großen Weidegebiete am Feldberg dringend notwendig. In den letzten Jahrzehnten musste ein starker Rückgang charakteristischer Tier- und Pflanzenarten auch am Feldberg festgestellt werden. Die Beweidung durch die Wanderschäferei auf den Flächen im Naturschutzgebiet war nicht ausreichend. „Diesem Trend wollen wir entschlossen entgegenwirken und sind dankbar für die großartige Unterstützung unserer Weidebetriebe, die diesen Weg mit uns gehen“, so Ruben Clemens. Er wies insbesondere auf den Beitrag der Weidegenossenschaften im Hochschwarzwald hin, die über die vergangenen Jahrzehnte viele Weidfelder offen gehalten und somit die Attraktivität für Mensch und Tier in den Hochlagen bewahrt haben.

Text/Bilder: Regierungspräsidium Freiburg

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