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Nachrichten aus Sasbach, Jechtingen & Leiselheim

Sasbach am Kaiserstuhl trifft Sasbach in der Ortenau

Rund 50 Minuten und 80 Kilometer entfernt liegen die beiden gleichnamigen Gemeinden Sasbach. Einmal das am Kaiserstuhl und einmal das in der Ortenau. Mit dem Auto keine wirkliche Entfernung und auf der Landkarte gerade einmal wenige Zentimeter voneinander entfernt.

Dijana Opitz und Nikolas Kopp

Bereits beim offiziellen Festakt am 2. Advent 2023 zur Eingemeindung von Obersabach nach Sasbach, wurden durch Bürgermeister a.D. Jürgen Scheiding Signale an die damals neu gewählten Bürgermeisterin Dijana Opitz geendet, dass hier viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Gemeinden bestehen. Und in der Tat greift Bürgermeister Nikolas Kopp, seit Mai am Kaiserstuhl im Amt diese Idee auf. „Mit einer offiziellen Partnerschaft könnte man hier Synergien generieren“, so Kopp. Das soll noch in beiden Gemeinderats Gremien diskutiert werden. Auf jeden Fall war Dijana Opitz unlängst am Ratstisch in Sasbach a.K. um ihre Kommune zu präsentieren.

Und siehe da, es gibt zahlreiche Berührungspunkte. Ganz gleich ob Vereine, kommunale Probleme oder die finanzielle Situation, beide Gemeinden ticken da ziemlich ähnlich.
Und übrigens wurde bereits vor über 30 Jahren eine musikalische Verbindung durch die beiden Musikvereine – den Musikverein Sasbach und die Trachtenkapelle Sasbach geknüpft, die sich über alle Jahrzehnte stabil und früchtetragen - natürlich auch musikalisch - ausgebaut haben.

Dass beide Sasbachs vieles gemeinsam haben, steht außer Frage.

Und hier mal ein paar interessante Einblicke aus Sasbach in der Ortenau:
Das in der Ortenau liegende Sasbach www.sasbach.de hat rund 5.300 Einwohner, die sich auf den Kernort Sasbach (3.500 Einwohner) und den Ortsteil Obersasbach (1.800) verteilen. Die Gemeinde hat eine Gemarkungsfläche von knapp 17 Hektar. Sasbach in der Ortenau ist Wirtschafts- und Bildungsstandort und verfügt über eine gute Mischung aus metallverarbeitenden Betrieben, Logistikunternehmen, Handwerksbetriebe und Lebensmittelindustrie, mit mehr als 2.000 Arbeitsplätzen. An Gewerbesteuer hat die Gemeinde im Jahr 2023 rund fünf Millionen eingenommen, 2024 zeichnet sich weniger ab. Sasbach als Bildungsstandort verfüge über vier kommunale und eine kirchliche Kindertageseinrichtung, sowie eine Werkrealschule, deren vermutliches Aus Bürgermeisterin Dijana Opitz ärgert. Jeweils eine Grundschule in Sasbach und eine in Obersasbach, die Heimschule Lender, eine integrative Montessori Schule, zudem Platz für mehr als 340 Kitakinder und 2.000 Schulkinder - das ist absolut respektabel.

Die Gemeinde unterstützt 53 Vereine mit rund 100.000 Euro Vereinsförderung im Jahr. Eine Vielzahl an verschiedener Gastronomiebetriebe, ein beliebter Campingplatz wie auch attraktive Übernachtungsmöglichkeiten von Hotel bis Ferienwohnung gehören laut Dijana Opitz ebenfalls zu der Gemeinde. Und in der Tat gibt es in beiden Kommunen einen Gasthof namens „Löwen“.
Aktuell wird das Baugebiet „Waldfeld III“ entwickelt und der Bau der „Nordtangente“ und hierzu die öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit der Stadt Achern und dem Ortenaukreis, stehen auf der Agenda.

Gemeinde Sasbach Ortenau

Bei letzterem sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Bau einer Verbindungsstraße zwischen den Kreisstraßen 5309 (Infrastrukturstraße) und der Sasbacher Straße (Achern) / Hauptstraße (Sasbach) (K5308), geschaffen werden.
Die Sasbacher Bürgerinnen und Bürger können Patenschaften für die Förderung des Ortsbildes und der Umwelt übernehmen: neben der Patenschaft für öffentliche Grünpflege auch eine Baumpatenschaft.

Und die Gemeinde selbst pflegt Gemeindepartnerschaften mit Italien und Frankreich. So besteht seit 1993 eine offizielle Gemeindepartnerschaft mit der norditalienischen Gemeinde Mapello (Bergamo) und seit 1996 - nach 25 Jahren enger Freundschaft - mit der französischen Gemeinde Marmoutier (Elsass).

1781 erhielt Sasbach durch den Fürstbischof von Straßburg das Marktrecht. Im darauffolgenden Jahr wurde ein zweiter Markttag gewährt: Der noch bis heute abgehaltene „Katharinenmarkt“, Ende November, den es seit über 240 Jahren gibt. Es ist sozusagen ein Nationalfeiertag mit rund 100 verschiedenen Händlern. Und wie es sich für so einen „Feiertag“ gehört, fallen bei den Schülern der Nachmittagsunterricht und die Hausaufgaben aus.

Bürgermeister Nikolas Kopp und Bürgermeisterin Dijana Opitz

Und dann gibt es noch ein wunderbares Projekt von Architekt Jürgen Grossmann, der das jahrelang leer und kurz vor dem Abriss stehende „Kloster Erlenbad“. 2022 kaufte Grossmann das eigentliche Kloster, einschließlich Ökonomiegebäude, Klosterpark und Wald. Damit konnte Grossmann seine Vision umsetzen und das Resort Erlenbad entwickeln.

Sasbach in der Ortenau hat gleich zwei Museen: die Toni-Merz Galerie in Obersasbach und das Turenne-Museum in Sasbach.

Die Gemeinde Sasbach mit dem Ortsteil Obersasbach - ein staatlich anerkannter Erholungsort -  gehört, neben den Gemeinde Sasbachwalden und Lauf, zur Ferienregion Sasbachwalden. Direkt an der Badischen Weinstraße, in idyllischer Lage am Westhang der Hornisgrinde mit 1.164 Meter hohem Gipfel, liegt die Gemeinde.

Und weitere Ähnlichkeiten gibt es mit einer angespannten Haushaltslage, der Unterbringung von geflüchteten Menschen und vielen weiteren Aufgaben. Als eine der wenigen Kommunen in der Ortenau führt Sasbach übrigens die Grundsteuer C ein – weil diese Einnahmen komplett in der Gemeinde bleiben würden und über diese Grundsteuer auch eine gewisse Lenkungsfunktion bei der Nutzung unbebauter Grundstücke möglich ist.

Das Kloster Erlenbad in Sasbach/Obersasbach

Gemeinde Sasbach Ortenau

Wir sind am Kaiserstuhl mit unserem Sasbach

Eingebettet zwischen Rhein und Reben liegt das andere Sasbach direkt am Kaiserstuhl im Landkreis Emmendingen. Die Gemeinde Sasbach hat 3.500 Einwohner – Sasbach (1.900 Einwohner),  Jechtingen (1.150) und Leiselheim (450). Landwirtschaft mit Wein- und Obstbau, Tourismus mit rund 23.000 Übernachtungen und 278 gemeldete – auch kleine - Gewerbebetriebe und einer Gewerbesteuereinnahme von rund 1,1 Millionen Euro.

Die kleinen Sasbacher finden Platz in zwei kommunalen Kindergärten, sowie einem Wald- und Naturkindergarten in Trägerschaft. Die Rheinauen-Grundschule ist ein absolutes Vorzeigeobjekt – architektonisch, als auch vom Konzept mit beispielsweise „grünem Klassenzimmer“ und bietet Platz für 110 Kinder.

Sasbach wird lebens- und liebenswert gehalten durch eine bunte Vielzahl an Vereinen. Gleich 50 solcher Vereine und Vereinigungen bieten jedwede Möglichkeit, sich zu probieren, engagieren, weiter zu entwickeln und Geselligkeit zu erfahren. Aktuell, so Bürgermeister Nikolas Kopp, werden 20.000 Euro in die Vereinsförderung für die Jugendarbeit oder auch Betriebskosten investiert.  Das alle zwei Jahre stattfindende, dreitägige Winzerfest ist dabei ein Highlight an den Veranstaltungen und lockt Tausende von Besuchern aus der ganzen Region an.

Und wenn wir schon über Vereine sprechen, na dann muss natürlich die seit über 30 Jahren bestehende Vereinsfreundschaft seit zwischen dem Musikverein Sasbach/Kaiserstuhl und der Trachtenkapelle Sasbach/Ortenau angesprochen werden. Hier wird deutlich, was auf Vereinsebene und im Privaten entstehen kann, wenn man ich versteht und wenn einem der andere wichtig ist.

Sasbach_Blick auf Ort

Gemeindepartnerschaft wird angestrebt
Bürgermeister Nikolas Kopp hat einige aktuelle Schwerpunkte für die Kaiserstuhlgemeinde, die ihm am Herzen liegen: die Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets mit knapp 2 Hektar, der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehaus für die Abteilungen Sasbach und Leiselheim, ein Park & Ride-Parkplatz, ein Neubaugebiet in Sasbach. Dabei möchte Kopp den Tourismus stärken und Seniorengerechtes Wohnen anbieten können, außerdem das Radwegenetz weiter ausbauen.

Wichtig ist Kopp aber noch etwas anderes – die Gemeindepartnerschaft mit Sasbach in der Ortenau. Hier hat er bereits konkrete Ideen, die nur noch umzusetzen sind. Auf seiner Agenda stehen dabei mindestens zweimal jährlich der Austausch der Verwaltung und der Gremien, mit dem Ziel, sich kommunalpolitisch zu unterstützen und zu stärken. Zudem sei ein kultureller, touristischer und wirtschaftlicher Austausch mit Einladungen zu Feiern & Terminen angestrebt. Kopp hegt hierbei auch die Idee eines gemeinsamen „Sasbacher Fest“ im Wechsel veranstaltet.

Rathaus Sasbach am Kaiserstuhl

Gerne möchte er den freundschaftlichen Austausch der Sportvereine - eventuell auch mit einer gemeinsamen Mannschaft unterstützen. Natürlich sieht er auch die Freundschaft zwischen den Grundschulen als Baustein der Partnerschaft, die in einen offiziellen Partnerschaftsvertrag münden soll. Dazu hätte Kopp gerne einen „Sasbacher Kreis“ ins Leben gerufen, dessen Aufgabe es sein soll, die Partnerschaft lebendig zu halten und zu gestalten.
Viele Ideen, viele Gemeinsamkeiten, viele Vorhaben. Sasbach und Sasbach auf nahem Raum lässt dabei viel Spielraum und Möglichkeiten offen, um die zarte Bande weiterwachsen und gedeihen zu lassen.

Text: Heike Scheiding /Fotos: Heike Scheiding und Gemeinde Sasbach Ortenau

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