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Nachrichten aus Sasbach, Jechtingen & Leiselheim

Nikolas Kopp jetzt für Jürgen Scheiding an der Verbandsspitze

Ein großer Wechsel im Wasserversorgungsverband stand am Dienstagabend an. Letztmals begrüßte der Verbandsvorsitzender vom Wasserverband Sasbach-Endingen, Jürgen Scheiding die Versammlung.

Wechsel der Verbandsführung, nach knapp 24 Jahren übergab Jürgen Scheiding das Amt an Nikolas Kopp

Neben Bürgermeister Nikolas Kopp, der als Verbandsvorsitzender in geheimer Wahl gewählt wurde, wurde auch Bürgermeister Tobias Metz (Endingen) als Stellvertreter gewählt – bereits dieses Jahr um eines vorgezogen, damit dann alle im gleichen Turnus von fünf Jahren zu wählen sind. Die Verpflichtungsformel des Innenministeriums mussten die neu gewählten Verbandsmitglieder aufsagen: Stadt Endingen: Marco König, Markus Weisenberger und Thomas Meier; Gemeinde Sasbach: Thomas Metzger, Dr. Reinhard Morgenstern und Christian Umhauer.

Als Stellvertreter: Stadt Endingen: Bernd Albietz, Michael Zimmermann und Rainer Ordegel; Gemeinde Sasbach: Thimo Burkhardt, Liane Müller und Sandro Brand. Verabschiedet wurden durch Scheiding – allerdings in Abwesenheit:Christiane Grotz und Dr. Michael Breuer und die ehemalige Ortsvorsteherin Bärbel Willmann.

Neu gewählt wurde auch Tanja Sommer als Verbandsrechnerin – sie löst dabei Nikolas Kopp ab, sowie Claudi Spix als Schriftführerin. Beim Wasserversorgungsverband (WVV) wurden außerdem in der Sitzung die Aufwandsentschädigungen angepasst. Neu sind ebenso die Anstellungen von Tanja Sommer und Claudi Spix im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung.

Brandschaden im Tiefbrunnen Rheinmatten

Jürgen Scheiding erinnerte an den Dachstuhlbrand vor etwa einem Jahr beim Tiefbrunnen zwischen Wyhl und Sasbach. Damals war das große Glück, dass das Feuer nicht die technischen Anlagen zerstört hat. Die auf dem Dach befindlichen Photovoltaikmodule mussten abgedeckt werden. Die Hälfte, die dem Verband gehören müssen komplett erneuert werden, die andere Hälfte ist vermietet, davon sind fünf von 30 Modulen zu ersetzen. „Die Wiederherstellung des Dachstuhls und die Versicherungsfrage gestalteten sich kompliziert“, betonte Scheiding. Der Schaden war davon ausgelöst worden, dass am Brandtag das Notstromaggregat gewartet wurde – wie die vergangenen Jahrzehnte auch. Aufgrund einer Schadstelle in der Abgasführung entstand der Schwelbrand. Das Stromaggregat sei keine Feuerstelle, sondern eine technische Anlage und dafür muss dann auch die Versicherung aufkommen. Nun muss der Dachstuhl komplett ausgetauscht werden, diese Maßnahme will der Verband außerdem zur Verbesserung des Heraushebens der Pumpen nutzen, dazu sind im Haushalt 20.000 Euro eingestellt.

Dieser Dachstuhlbrand vor einem Jahr hat gezeigt, wie wichtig Redundanzen bei der Trinkwasserversorgung sind.

Für den Notfall vorsorgen
Das weitaus größere Problem wäre es gewesen, wenn beim Brand die Pumpen betroffen gewesen wären. Hier verwies Scheiding auf eine nötige Vernetzung der Kommunen, einen Ringschluss. Der Wyhler Tiefbrunne ist aufgrund der schlechten Nitratwerte stillgelegt, Wyhl bezieht vom WVV Sasbach-Endingen sein Trinkwasser. In Wyhl möchte man aber als Redundanz (Vorsorge) diesen wieder aktivieren und durch ein ausgeklügeltes Mischverhältnis der beiden Wasser, wieder agieren können. Nun sei es auch möglich, im Notfall Sasbach aus dem Wyhler Tiefbrunnen zu versorgen, hierzu wurden im Haushalt 40.000 Euro für eine Druckerhöhung vom Tiefbrunnen Wyhl zum Hochbehälter Eichert eingestellt. „Im Notfall ist es egal, wenn der Nitratwert zu hoch ist“, sagte Scheiding dazu. Der Tiefbrunnen Rheinmatten ist der einzige für den Verband und das wird kritisch gesehen. Geprüft werden muss aktuell der Wasserdruck in Jechtingen, dieses auch für die Löschwasserversorgung. „Wasser ist da, Druck ist auch da, aber wir wissen nicht, wo sich der Druk versteckt hat“, formulierte es Scheiding. Das mittelfristige Ziel ist für Tobias Metz ebenso die Verbindung der Leitungsnetze vom Wasserverband und der Stadt Endingen.

Bericht vom Betriebsführer bnNetze

Die bnNetze, verantwortlich für die Betriebsführung, hier war Paula Schubert in der Sitzung, berichtete: Rund 521.000 m³/Jahr wurden an Waser in 2024 gewonnen, 512.000 m³ wurden verkauft. Damit sind die Wasserverbräuche im Verband in Sasbach (36%), Wyhl (35%) und Endingen (29%). Der Monatsverbrauch liegt bei durchschnittlich 38.000 m³.
„Es gab keine Beanstandungen bei den routinemäßigen Untersuchungen auf mikrobiologische und chemisch-physikalische Parameter in 2024“, so Paul Schubert. Die Nitratkonzentration liegt bei: 9 mg/l (Grenzwert 50 mg/l), das Wasser liegt im Härtebereich „mittel“ (12,6 °dH). Die Tröpfchenbewässerung „Eichert“ ist an das Netz angeschlossen, hier wird aktuell mit dem Landratsamt abgeklärt, ob eine Mehrabnahme möglich ist.

Wirtschaftsplan 2025

Verbandsrechnerin Tanja Sommer stellte den Wirtschaftsplan vor. Die Betriebskostenumlage wurde auf 207.600 Euro beziffert. Für Sasbach (54%) sind das 112.104 Euro, für Endingen (46%) 95.696 Euro. Die Erlöse aus dem Verkauf von Trinkwasser an Wyhl werden mit 65.000 Euro eingestellt. Die Investitionen liegen bei knapp 90.000 Euro.
Ein Jahresgewinn oder Jahresverlust entsteht nicht.

Text/ Fotos: Heike Scheiding

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