Ehrenamt – nicht nur in der fünften Jahreszeit
Es gibt Ehrenamts-Tage, Ehrenamts-Messen, Auszeichnungen für Ehrenämter und einiges mehr. Anerkennung, Zuspruch, Dankbarkeit indes sind der Applaus, der Lohn für ehrenamtliches Engagement.

Im Jahr 2013 die damalige Gruppe um Andrea Bohn – die meisten sind auch heute noch dabei.
Sich ehrenamtlich zu engagieren bedeutet, für eine Organisation, einen Verein, eine Gruppierung freiwillig und ohne Vergütung Arbeit zu leisten. Das Ehrenamt selbst zeichnet sich dabei durch vielfältigste Bereiche aus, in denen man tätig werden und Gutes tun kann.
Rund 29 Millionen Menschen engagieren sich laut Bundessministerium für Inneres und Heimat, überall in unserer Gesellschaft für das Gemeinwohl. Jede und jeder kann etwas, was auch anderen guttut.
Ehrenamt ist überall: im Sport, in Kultur und Bildung, im sozialen Bereich und in Umweltprojekten, in der Nachbarschaftshilfe ebenso wie in der Kommunalpolitik, in Bürgervereinen und Stadtteilinitiativen. Auch das THW, die Feuerwehren und Hilfsorganisationen bauen auf freiwilliges Engagement. Ehrenamt ist dabei schlichtweg gelebte Demokratie.

Sie alle engagieren sich teils seit Jahrzehnten ehrenamtlich um die Senioren der Gemeinde.
Von A bis W wird in Sasbach eine große Bandbreite an Möglichkeiten geboten
Bei 50 Vereinen der Gesamtgemeinde Sasbach wird das Dorfgefüge gestärkt, die Jugend eingebunden, die Gemeinde leben- und liebenswert gestaltet. Die Auswahl in Sasbach ist groß und reicht von A wie den Anglerfreunden oder Aqua in Monte Vini e.V. Leiselheim bis W Winzerkapelle Jechtingen e. V. – Z ist leider nicht belegt.
Aber es gibt auch noch eine Gruppierung, die sich seit vielen Jahren der Seniorenfasnet verschrieben hat – und nicht nur der. Das Team um Andrea Bohn ist seit 25 Jahren fester Bestandteil für alle ab 60 Jahren.
2001 gegründet – 25 Jahre
„Es gab vor 25 Jahren nichts für Senioren hier in Sasbach“, erklärt Andrea Bohn. Gemeinsam mit Siglinde Burger und Bergit Striegel habe sie begonnen, etwas auf die Beine zu stellen, das heute nicht mehr wegzudenken ist. Fünfmal im Jahr gab es Senioren-Termine für alle Sasbacher ab 60 Jahren, einst noch im alten Bernardusheim organisiert. Von Fasnet über die Maiandacht, weiter zum Grillen mit leckerer Pfirsichbowle oder dann der selbstgebackene Zwiebelkuchen mit neuem Süßen zum Herbstabschluss, schließlich als Jahresabschluss im Advent mit Nikolaus.

Andrea Bohn rief vor 25 Jahren ihre Gruppe rund um die Senioren in Leben.
Hier hat Margret Fischer noch Unmengen an Weihnachtsbredle für die Senioren gebacken, die dann vom Nikolaus verschenkt wurden. Die Adventsveranstaltung sei früher in der WG durchgeführt worden, Fasnacht findet seit Jahren in der Limburghalle statt. Lediglich in der Corona Zeit lag auch dieses Angebot für die ältere Bevölkerung brach.
Kamen laut Andre Bohn vor Jahrzehnten eher die Seniorinnen zu den Veranstaltungen, so habe ich das im Laufe der Jahre verändert. Heute zeigt sich ein bunt gemischtes Publikum – aber das Highlight ist nach wie vor die Fasnet mit den vielen bunten Programmpunkten. Von Magret Fischer gebackenen „Scherben“ über Kuchen- und Tortenbuffet, hin zu Schäufele mit Kartoffel- und Karotten Salat – die Karotten natürlich zuvor gekocht. Alleine die Auswahl der Kuchen und Torten sucht seinesgleichen und kommt bei der älteren Bevölkerung bestens an.
Selbstverständlich helfen schon seit Jahren die Männer des ehrenamtlichen Damen-Teams um Andrea Bohn tatkräftig mit. Ob im Service, beim Auf- und Abbau, zumeist hinter den Kulissen – sie sind dabei.
Das Team hat sich immer wieder einmal verändert – nicht großartig, sondern minimal. Die eine oder andere schied aus, die eine oder andere kam nach. „Nachwuchsprobleme gibt es nicht, es kommen immer wieder welche nach“, so Andrea Bohn. Für die anstehende 5. Jahreszeit muss - wie in jedem Jahr - mehrere Wochen geprobt werden, damit alle Programmpunkte sitzen. Dazu gehören die entsprechenden Outfits, die musikalische Unterhaltung, die Dekoration, die Ideen an sich und so vieles mehr. Das Dorfgeschehen durch den Kakao ziehen mit Mari & Emma, sowie die Trauerschnallen – das seien die Highlights.

Das Dorfgeschehen wurde bereit 2013 durch den Kakao gezogen, hier Andrea Bohn mit Karin Storz.
SASBACHER FASNET 2025 im Überblick:
22.02.2025 – 20.01 Uhr Rhinschnogäparade
Motto: Schlagerparty 2025
Närrisches Programm
Anschl. Party mit DJ Sprudler (Barbetrieb)
27.02.2025 – 19.11 Uhr Hemdglunker Umzug
Anschl. Kepfliball im Musikvereinsheim
01.03.2025 – 14.31 Uhr Seniorenfasnet
02.03.2025 – 14.11 Uhr Großer Fasnetsumzug
Anschl. Närrisches Treiben im Dorf und den Sasbacher Gaststätten
Ab 19.00 Uhr After-Umzugsparty im Kepfli mit DJ-Storch und DJ-Aaron
04.03.2025 – 14.31 Uhr Kinderfasnet

Die närrische Zeit im Ort
Damit die Fasnacht überhaupt in Sasbach stattfinden kann - natürlich gibt es auch närrische Tage in Jechtingen – braucht es zuerst einmal jemanden, er das in die Hand nimmt. Die Vereinsgemeinschaft - heute Musikverein und Fußballverein - früher zählte außerdem der Gesangverein dazu - organisiert die Fasnet seit 1990. Nachdem die Narrenzunft Sasbach nicht mehr weiterbestand, initiierte Roland Schlär ein Treffen der Vereine um die Fasnet als Vereinsgemeinschaft weiterzuführen. Ach ja, Ulrike Helbling verwies darauf, dass gleich 1991 die Fasnacht aufgrund des Irakkriegs ausfiel.
Derzeit sind Roland Wachtmeister, Ulrike Helbling, Stefan Jehl und Oliver Selinger, Luis Meisinger und Nathalie Weiss im Orga-Team. 2025 wird Katharina Kracher dabei Nathalie Weiss vertreten.
Einzig und allein der Erhalt der Fasnet und die Pflege der Dorfgemeinschaft stehen im Fokus
Natürlich, wie sollte es sonst anders sein, gibt es noch viele weitere Helfer, die zur Seite stehen. Die Vereine organisieren die Bewirtung, den Einkauf, Auf- und Abbau der Rhinschnogäparade und Kinderfasnet. „Als Musikverein stemmen wir im Übrigen auch einen Großteil des Programms und veranstalten den Kepfliball nach dem Hemdglunkerumzug“, betont Ulrike Helbling.
Die beiden Vereine generieren keine großen Einnahmen von den Veranstaltungen. Denn: dem Gewinn stehen hohe Ausgaben für Gema, Security, Versicherungen, Deko, DJ, Beleuchtung, Gutzele, Präsente und viele mehr, entgegen. Übrigens, der Umzug ist kostenfrei.
Und hier nur ein paar wenige Beispiele, was das Orga-Team so alles ehrenamtlich vor den närrischen Tagen zu bewältige hat – Aufgaben, die man sich gar nicht so vorstellt:
Anträge bei den Behörden stellen, wie Genehmigung der Umzugsstrecke; Absprachen mit der Gemeinde, dem Bauhof und Feuerwehr bezüglich Streckensperrung und Ordnung im Dorf: dann die Moderatorenwagen am Löwenplatz aufstellen und dekorieren, der Technikaufbau mit Lautsprecher/Mikros; die Anmeldung und Absprache mit den teilnehmenden Gruppen; die Planung der Umzugsaufstellung; die Überwachung der behördlichen Auflagen: weiter beschreibt Ulrike Helbling die Spendenakquise bei den Sasbacher Firmen/Gaststätten, sowie das Sammeln, Lagern und Aufteilen der Spenden; Pressearbeit.

Ob bei der kompletten Organisation der Sasbacher Fasnet involviert oder als Musikverein beim Umzug vorne dran – das Ehrenamt wird hier gelebt
Und noch etwas ist hier beim Sabacher Umzug so besonders anders: entlang der Umzugsstrecke gibt es Bewirtungsstände, die natürlich allesamt abgesprochen sind mit dem Orga-Team. Hier allerdings gibt es für die Umzugsbesucher einen kostenlosen Ausschank mit Kaffee/Kuchen/Brezeln/Glühwein und anderem.
Neu in diesem Jahr ist die Umzugsstrecke: Aufstellung an der Limburghalle - Jechtingerstraße - Hauptstraße - Wyhlerstraße - Rennergasse - Habsburgerstraße – Löwenplatz.
Das Ehrenamt findet immer irgendwo statt – nicht nur an Fasnacht
Denkt doch einfach einmal über dieses Ehrenamt der 5. Jahreszeit nach, wenn Ihr eine Veranstaltung besucht. Es steckt unglaublich viel Arbeit hinter den Auftritten oder dem Umzug, hinter dem Schmutzigen Dunschdig und anderem ABER: damit hört es ja dann auch gar nicht auf, denn das ganze Jahr hindurch sind das Team um Andrea Bohn, der Musikverein, die Fußballer aktiv – und die zig anderen Vereine ebenso.


