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Nachrichten aus Sasbach, Jechtingen & Leiselheim

Gemeinde schafft mehr Platz für die kleinen Bürgerinnen und Bürger

Die Gemeinde Sasbach erweitert aktuell den Kindergarten Kunterbunt im Ortsteil Jechtingen um 25 neue Betreuungsplätze für Kinder ab drei Jahren.

Kindergartenleiterin Mareike Sigwart (links( freut sich mit ihrer Stellvertreterin Gina Schmidt und Bürgermeister Nikolas Kopp auf die sehr gute und schnelle Lösung der Erweiterung.

Damit, so berichtet Bürgermeister Nikolas Kopp, kann eine weitere Gruppe eröffnet werden, die ab dem neuen Kalenderjahr 2026 an den Start geht. Grund hierfür waren 18 fehlende Betreuungsplätze ab März 2026 für Kindergartenkinder. Die Mehrheit dieser Kinder sind Bestandskinder aus dem U3-Bereich oder Geschwisterkinder. „Wir haben den Eltern direkt das Signal gegeben, dass sich der Gemeinderat und die Verwaltung um diese sehr wichtige Thematik kümmern“, so Kopp. Um schnellstmöglich reagieren zu können, votierte der Sasbacher Gemeinderat für eine praktikable und schnell umsetzbare Lösung. Entstehen wird die Gruppe dabei im Kindergarten Kunterbunt, denn dafür wird der Turnraum wieder zum Gruppenraum umfunktioniert, so wie er schon vor dem Umbau genutzt worden war.

„Das ist ein großer Vorteil, so ist der neue Gruppenraum wieder im Kern der Einrichtung und am Konzept an sich muss nichts verändert werden“, so Kopp.

Damit die Kinder weiterhin genug Bewegungs- und Spielmöglichkeiten haben, wird der Kindergarten um eine Containeranlage auf dem Parkplatz erweitert. Diese wurde bereits geliefert und bietet nicht nur 50 Quadratmeter Bewegungsfläche, sondern auch Sanitäranlagen und einen Flur. Beheizt wird der Anbau mit Infrarot-Paneelen.

Die Verbindung zum Kindergarten wird dabei überdacht. „Wir überdachen die Containeranlage mit einem Pultdach, denn Erfahrungen in anderen Gemeinden zeigten, dass es ohne Überdachung nach gewisser Zeit Feuchtigkeit und Rost geben kann“, erklärt Bürgermeister Kopp.

Architekt Kiesewetter ist für die Bauausführung und Planung zuständig, der Auftrag ging an die Bad Krozinger Firma Sabtec, die mit gut 151.000 Euro das günstigste Angebot abgegeben hatte.
Parallel zum Aufstellen der beiden Container wurde der Ausbau des Innenbereichs begonnen.

Gemischte neue Gruppe
Drei Fachkräfte werden mit ihren 12 Betreuungskindern in die neue Gruppe ziehen, die ab März dann mit den neuen Kindern aufgefüllt wird, so Kindergartenleiterin Mareike Sigwart.
Die Lösung an sich erachtet Kopp als preiswert für die Gemeinde, da  die Container später auch anderweitig genutzt werden können - falls sie nicht mehr für den Kindergarten benötigt werden.
Im Zuge der jetzigen Umstrukturierung wurden auch neue Fußböden in der gelben Gruppe wie auch im ehemaligen Turnraum, dem zukünftigen Gruppenraum der lila Gruppe verlegt, so dass jetzt alles auf dem neuesten Stand ist. Alles in allem hat die Gemeinde etwa 200.000 Euro in die Einrichtung investiert.

Platz für 25 weitere Kindergartenkinder
Die neue Gruppe bietet 25 Betreuungsplätze mit verlängerten Öffnungszeiten.
Der Kindergarten Kunterbunt in der Schulstraße 4 wurde im März 1980 als Neubau in Betrieb genommen. In den Jahren 2013 und 2018 wurde er umgebaut und erweitert. Die Einrichtung betreut bis zu 95 Kinder in dann drei Kindergartengruppen und zwei Kleinkindgruppen. Im Kindergarten können bis zu 75 Kinder ab dem 3. Lebensjahr bis zum Schuleintritt betreut werden. Diese können zu drei unterschiedlichen Betreuungsformen angemeldet werden. In der Kleinkindbetreuung gibt es aktuell Platz für bis zu 20 Kinder zwischen dem 1. und 3. Lebensjahr mit einer Betreuungsform – hier sind alle Plätze belegt.

Damit der Personalraum mit den Ansprüchen der weiteren Kinder mithalten kann, weil er unter anderem für Elterngespräche genutzt wird, wird der bedachte Loggia-Bereich eingehaust, was den Personalraum vergrößert.
Mit der Erweiterung finden nun alle Kinder Platz und es gibt auch noch Puffer. Durch das Neubaugebiet sei stets immer wieder Bedarf an Plätzen vorhanden.

Pädagogische Arbeit im Kindergarten

Das teiloffene Konzept mit Stammgruppen beschreibt die Grundlage des pädagogischen Vorgehens, erläutert Leiterin Mareike Sigwart. Das bedeutet, dass die Kinder in der Bringzeit und bis zum Morgenkreis in den Stammgruppen bleiben. Anschließend können sie sich eigenständig und selbstbestimmt im Kindergarten und den unterschiedlichen Funktions- und Bildungsbereichen (Kreativbereich, Bau- und Konstruktionsbereich, Rollenspielbereich, Ruhebereich, Lesebereich, Bewegungsbereich, Küche und Bistro, Außengelände) bewegen. Neben dem Freispiel, in dem die Kinder einfach „nur“ spielen können, werden täglich vielfältige Angebote vorbereitet, an denen die Kinder teilnehmen können. Diese sind auf die Interessen der Kinder, auf die Feste des Jahreskreises und die Fördermaßnahmen abgestimmt. Wenn es nicht gerade regnet oder stürmt geht es täglich in den Garten. Durch feste Strukturen und Regeln wird den Kleinen ein sicherer Rahmen geboten.

Beim teiloffenen Konzept handelt es sich jedoch nicht nur um eine veränderte Raumgestaltung oder ein pädagogisches Konzept, sondern um eine Grundeinstellung des Zusammenlebens. Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das Kind als Selbstgestalter seiner Entwicklung. Hierbei wird darauf geachtet, dass das Kind gesellschaftsfähig und zur eigenständigen Persönlichkeit heranwächst.

Pädagogische Arbeit in der Kleinkindbetreuung

Die Kinder sind in Stammgruppen eingeteilt und dürfen nach Absprache mit den pädagogischen Fachkräften die andere Gruppe besuchen. Der Bewegungsbereich im Flur, der Nassbereich, der Garten, sowie das Atelier in der Grünen Gruppe werden gemeinsam genutzt. Die Kinder stehen bei der Arbeit im Zentrum. Aufgrund dessen wird die Umgebung anregend nach den Bedürfnissen der Kinder vorbereitet. Außerdem begegnet man den Kindern auf Augenhöhe, um so sensibel kommunizieren zu können. Wiederkehrende Abläufe und Rituale formen einen geregelten Tagesablauf. Dadurch werden eine vertraute Umgebung, eine vertrauensvolle Beziehung, Zuneigung und Geborgenheit geschafft. Individualität in der Gemeinschaftlichkeit ist Kern der pädagogischen Arbeit. Ausprobieren gehört ebenso dazu, wie das Wecken und die Unterstützung von Neugier. Damit die Kinder ihre Flügel entfalten können, wird genügend Freiraum gelassen, um selbstständig Erfahrungen zu sammeln.

Text: Heike Scheiding /Fotos: Gemeinde Sasbach a.K.

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