Deutsch-französisches Bürgerforum in Sasbach
BÜRGERBETEILIGUNGSPROJEKT ZUM KLIMASCHUTZ FEIERT
Landkreis Emmendingen (sth) In drei Jahren beteiligten sich bei insgesamt 23 Veranstaltungen 1.111 Menschen auf deutscher und französischer Rheinseite. Der Landkreis Emmendingen hat zusammen mit dem kommunalen Planungsverband Pôle d’Equilibre Territorial et Rural (PETR) Sélestat Alsace Centrale grenzüberschreitende Bürgerbeteiligung zum Klimaschutz ermöglicht.
Mit Hiphop der deutsch-französischen Band Zweierpasch wurden die Ergebnisse des Bürgerbeteiligungsprojekts Common Ground gefeiert.
Am Samstag 24. Mai wurde in der Sasbacher Limburghalle auf die Projekte und Veranstaltungen zurückgeschaut, mit Musik gefeiert und weitere Kontakte und Ideen ausgetauscht. Bürgermeister Nikolas Kopp betonte in seinem Grußwort, dass „das Projekt Common Ground: R(h)einverbindlich-Liaisons Rhénanes für das steht, was unsere Region auszeichnet: gelebte Nachbarschaft, gemeinsames Engagement und der Wille, unsere Zukunft noch grenzüberschreitender zu gestalten.“
Verschiedene Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichteten von den unterschiedlichen Aktionen und Projektgruppen: Vom Klimabrunch im Waldkircher Mitmachgarten, der vielen in intensiver Erinnerung ist. Ebenfalls wurde informiert über die deutsch-französischen Baumschnitttagen auf Streuobstwiesen bei Marckolsheim und Vörstetten, bei denen rund 400 Apfelbäume gepflegt wurden.
Die Gruppe Erneuerbare Energien stellte das Projekt einer deutsch-französischen Photovoltaikanlage auf dem Wasserkraftwerk Ehnwihr in Muttersholtz vor. Das Gebäude wurde 1940 von Deutschen gebaut und ist mit 68 qm² und südlicher Ausrichtung ein symbolkräftiger Ort, um PV-Module zu installieren.
Französische Vertreter der Gruppe Verkehr fassten zusammen, welche Unterschiede ihnen beim Besuch in Vörstetten aufgefallen sind: In ihrer Heimatgemeinde Muttersholtz fahren die Kinder fast ausschließlich mit dem Rad in die Grundschule, hierfür wurde sogar ein neuer Radweg angelegt. Auch wird in Muttersholtz aufgrund der Beobachtung von Vörstettener Bürger die Markierungen für den Fußübergang erneuert. Der nächste Besuch in Vörstetten zum Musikfest Ende Juni ist bereits geplant.
Die Ideenwerkstatt zur ehemaligen Zollplattform zwischen Sasbach und Marckolsheim mit Aussichtsplattform, Erneuerbaren Energien, Begrünung und einem Infopavillon verbindet alle deutsch-französischen Projektgruppen. Symbolisch wurde ein Fachwerkhäuschen überreicht mit der Bitte, einen Informationspavillon auf der Rheininsel aufzubauen. Der Marckolsheimer Bürgermeister Frédéric Pfliegersdoerffer betonte, wie viele Möglichkeiten die ehemalige Zollplattform bietet, um als wirklich symbolische Fläche und Verbindung zwischen beiden Ländern gestaltet zu werden. Zuvor hatte bereits Bürgermeister Kopp die Ideen der Bürgerinnen und Bürger gelobt: „Visionen, die Mut machen und die zeigen, dass der Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern einer der Schlüssel für nachhaltige Veränderung ist.“
Musikalisch umrahmte das Hiphop-Duo Zweierpasch einen Workshop für deutsche und französische Jugendliche an, die einen Song zum Thema Klimaschutz schrieben und in beiden Sprachen aufführten.
Landrat Hurth betonte, wie wichtig es sei, mit Bürgern und Bürgerinnen im Dialog zu bleiben und freute sich über „den guten thematischen Austausch zwischen Mitgliedern des Kreistags Emmendingen und dem französischen Gremium im PETR, dem Comité Syndical.“ „Der persönliche Kontakt und das konkrete Tun sind wichtig in der Bürgerbeteiligung, wir profitieren im Projekt von kollektiver Intelligenz“, stellte der Präsident vom PETR, Patrick Barbier, heraus. „Die Demokratie ist in Gefahr, deshalb hatte die Robert Bosch Stiftung vorrausschauend mit der Finanzierung des europaweiten Projekts gehandelt. Wie dürfen uns nicht entmutigen lassen, sondern müssen mit konkreten Aktionen weitrmachen.“