Massives Eschensterben:
Klimatische Veränderungen sind im Stadtwald deutlich zu spüren
Nicht mehr zu retten waren zuletzt etliche Eschen im Stadtwald an der Landestraße 77 nahe des Mercedes-Werks. Die großflächigen Fällungen waren dringend notwendig, da die abgestorbenen Bäume drohten, in Richtung Fahrbahn zu stürzen. Auch im Wäldchen entlang der Akazienstraße, direkt gegenüber der Einfahrt zum Tor 1 des Mercedes-Werks, sind die Rastatter Förster derzeit gezwungen, zahlreiche Eschen zu fällen.
Massives Eschensterben zwingen die Rastatter Förster derzeit dazu, zahlreiche Bäume entlang der L77 und der Akazienstraße zu fällen.
Vor rund 60 Jahren hatte man beim Aufforsten des Waldes vornehmlich auf Eschen als zukunftsträchtige Waldbäume gesetzt. Doch ein aggressiver Pilz, der sich seit 2007 stark ausbreitet, führt seitdem zu einem massiven Absterben der Bäume. Erschwerend kommen die Folgen des Orkans Lothar hinzu sowie die massiven klimatischen Veränderungen. „Die Menschen nehmen diese nicht immer so wahr. Wir Förster aber erleben täglich, was es heißt, wenn viel zu wenig Niederschläge oder ausbleibende Winter dem Wald das Leben schwer machen“, berichtet Martin Koch, Leiter des städtischen Kundenbereichs Forst.
Solche massiven Eingriffe in den Wald seien auch für alle im Forst beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine sehr schmerzliche Angelegenheit. „Über drei Jahrzehnte haben wir alles daran gesetzt, den Rastatter Stadtwald als intaktes Waldökosystem zu erhalten“, resümiert Koch und betont, dass er und sein Team auch lieber die Waldbestände im Sinne der Artenvielfalt und des Naturschutzes pflegen würden. Doch die massiven Fällungen seien aufgrund des schlechten Zustands der Bäume nicht zu verhindern gewesen.

Ein kleines Trostpflaster sei, dass der zuvor vollkommen eingewachsene Riedkanal an der L77 nun durch den Lichteinfall „zu neuem Leben“ erwachen könne. Zudem werden in Kürze auch wieder junge Waldbäume angepflanzt. Und anders als an dieser Stelle entstehen entlang der Akazienstraße keine Kahlflächen. „Wir gehen davon aus, dass der verbleibende Waldbestand sich über die Jahrzehnte wieder schließt“, hofft der städtische Förster.


