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Nachrichten aus Rastatt

Klimabündnis, NaturFreunde und Jugenddelegation starten Initiative zur Schulhofbegrünung:

Tulla und LWG sollen im Oktober neue Bäume bekommen

Rastatt. In Rastatt hat sich eine Initiative zur Schulhofbegrünung formiert. Sie besteht aus Vertreter:innen von Klimabündnis Rastatt, NaturFreunden Rastatt und der Jugenddelegation.

Zeigten sich zufrieden über die konstruktiven Ergebnisse des Gesprächs über Schulhofbegrünung (von links): Sieghard Oberacker, Sprecher Klimabündnis Rastatt, Fabienne Rebsdat, Kundenbereich Jugendförderung und Soziale Arbeit der Stadt, Uschi Böss-Walter, NaturFreunde, Kim Koschig, Schülerin Umwelt AG Tulla, vier Mitglieder der Jugenddelegation und Bürgermeister Raphael Knoth. Foto: Klimabündnis Rastatt/Nora Pallek

Der Grund: In der Barockstadt gibt es aufgrund des Klimawandels immer mehr Hitzetage. In den jüngsten Sommern war das schon deutlich zu spüren – vor allem in der Innenstadt. Zu den Hitzeinseln zählen die Schulhöfe, die nach dem Willen der Initiative vorrangig begrünt werden sollen. Deshalb fand nun mit Bürgermeister Raphael Knoth ein Arbeitstreffen statt, das aufgrund der großen Anzahl von über 20 Teilnehmer:innen in den Sitzungssaal des historischen Rathauses verlegt wurde. Das Gespräch brachte konkrete Ergebnisse: Im ersten Schritt sollen bis Oktober am Tulla- und am Ludwig-Wilhelm-Gymnasium die ersten Bäume gepflanzt werden.

Knoth zeigte sich beeindruckt von dem Großaufgebot, dem er sich gegenübersah, darunter sieben Vertreter:innen von Klimabündnis und NaturFreunden, vier Jugendliche von der Jugenddelegation, eine Schülerin der Umwelt AG des Tulla-Gymnasiums, Martin Rapp, Schulleiter des Tulla, und zwei SMV-Verbindungslehrerinnen des Ludwig-Wilhelm-Gymnasiums (LWG). Knoth hatte seine für das Stadtgrün verantwortlichen Mitarbeiter, Markus Reck-Kehl, Leiter Stadt-Grünplanung, Detlef Brünig vom Kundenbereich Ökologie und Grün sowie Markus Jülg, Leiter Gebäudemanagement, mitgebracht.

Sieghard Oberacker, Sprecher des Klimabündnisses Rastatt und Koordinator der Initiative, betonte die Bedeutung von Begrünungsmaßnahmen für das Stadtklima. Uschi Böss-Walter von den NaturFreunden machte klar, dass Kinder und Jugendliche ein verbrieftes Recht auf eine intakte Umwelt hätten. Daher müssten Bäume dort gepflanzt werden, wo sich die jungen Menschen bevorzugt aufhalten: in den Schulen. Sie forderte, dass bereits im Oktober die ersten Baumpflanzungen auf Schulhöfen stattfinden sollten. Dieses Ziel untermauerten die Teilnehmer der Jugenddelegation, Leon Pawlikowski vom Tulla, und Paula-Sophie Cuculesu vom LWG. In ihrer gemeinsamen Rede sagten sie: „Viele Schulhöfe sind heute vor allem grau, versiegelt und im Sommer viel zu heiß.“ Bäume verbesserten die Aufenthaltsqualität.

Knoth zeigte sich offen. Die Stadtverwaltung habe die Baumpflanzungen in den letzten Jahren bereits verdreifacht. Die Schulhöfe hätten dabei bisher allerdings nicht im Fokus gestanden. Oberacker zeigte Fotos vom Tulla, die deutlich machten, dass es dort zwar im Umfeld Bäume gibt, doch der Schulhof komplett versiegelt ist. Die Pflasterfläche aufzureißen, um Bäume zu pflanzen, wäre allerdings mit erheblichen Kosten verbunden, wie Brünig erläuterte. Er sprach von 15.000 Euro je Baum. Wesentlich günstiger zu realisieren seien neue Bäume auf Grünflächen, rund 2.500 Euro pro Baum. Hinzu kämen jedoch die Kosten für die Pflege, die noch einmal deutlich höher seien als die Neupflanzung. Knoth zeigte sich optimistisch, dass der Stadtrat trotz knapper Kassen einer Investition in Bäume für Schulhöfe zustimmen würde. Oberacker verwies auf mögliche Fördermittel. Auch Spenden könnten gesammelt werden. Oberacker plädierte außerdem dafür, dass die Schulen bei den Pflanzungen eingebunden werden. Knoth schlug vor, dass die Schüler die Baumpflege übernehmen sollten.

Die Jugenddelegation machte klar, dass die Schüler vermutlich nur zur Mitarbeit motiviert werden könnten, wenn sie auch einen direkten Nutzen von den Baumpflanzungen hätten. Diese müssten daher direkt auf dem Schulhof erfolgen. Rektor Rapp hatte die Idee, einen alten Brunnen als Standort zu nutzen. Die Fläche dort sei nur geschottert. Es wurde beschlossen, einen Vor-Ort-Termin durchzuführen, den Jülg und Oberacker koordinieren.

Beim LWG zeigten Oberackers Fotos, dass dort Baumpflanzungen ohne Pflasteraufriss realisiert werden könnten. Die von ihm vorgeschlagene Standorte wurden von den LWG-Lehrkräften als sehr geeignet eingestuft, da einige auch dort liegen, wo sich die Schüler:innen in den Pausen aufhalten. Knoth sagte fürs LWG ebenfalls einen Ortstermin zu und gab für beide Gymnasien den Termin Oktober als Zielmarke für die ersten Baumpflanzungen aus.

Zuletzt kam auch noch das Thema Nistkästen für Vögel zur Sprache, die der NABU gerne aufhängen würde. Der Stadt entständen dafür keine Kosten für Anschaffung und Pflege, betonte Dr. Rainer Süss vom NABU, der eigens deshalb zu dem Gespräch gekommen war. Die Stadt zeigte sich auch hier offen. Süss wird einen Vorschlag für mögliche Standorte vorlegen.

Text/Bild: Klimabündnis Rastatt

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