BEG Durmersheim und Stadtverwaltung Rastatt feiern Solarausbau auf kommunalen Dächern in Barockstadt
In zwei Jahren fünf Anlagen mit 480 Kilowatt Peak fertiggestellt
Die BürgerEnergieGenossenschaft (BEG) Durmersheim hat in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Rastatt in den vergangenen zwei Jahren fünf Solaranlagen mit einer Nennleistung von 480 Kilowatt Peak (kWp) auf kommunalen Dächern in der Barockstadt realisiert: auf dem Bauhof (150 kWp), den Sporthallen Johann-Peter-Hebel-Schule und Oberwaldschule (je rund 50 kWp) sowie den Kindertagesstätten Friedrich Oberlin (160 kWp) und Stockhorn (70 kWp).

Freuen sich über die erfolgreichen Solarprojekte in Rastatt (von links): Stadtrat Roland Walter (Klimabündnis Rastatt), Nicolai Donath (Stadtverwaltung Rastatt), Sieghard Oberacker (BEG-Projektleiter und Sprecher Klimabündnis), Kindergartenleiterin Janka Schork und Stellvertreter Florian Lange, Jürgen Kniehl (Aufsichtsratsvorsitzender BEG Durmersheim), Hartmut Oeste (Vorstandssprecher BEG Durmersheim) und Raphael Knoth (Bürgermeister Stadt Rastatt).
Das letztgenannte Projekt wurde gerade abgeschlossen. Dieses Ereignis nahm die BEG Durmersheim zum Anlass, um das Erreichte gemeinsam mit der Stadtverwaltung an der Kindertagesstätte Stockhorn im Rahmen einer offiziellen Einweihung der dortigen Solaranlage zu feiern. Mit dabei waren Mitglieder der BEG Durmersheim, inklusive Vorstand und Aufsichtsrat, auch Vertreter der Stadt Rastatt, angeführt von Bürgermeister Raphael Knoth, des Klimabündnisses Rastatt sowie die Kindergartenleitung. Die Nutzer der Kita wurden ebenfalls in die Aktion einbezogen: Das BEG-Team verschenkte Luftballons an die Kinder und informierte die Eltern über die Rastatter Solarprojekte.
„Wir haben gemeinsam mit der Stadtverwaltung ein Etappenziel erreicht, um den Ausbau von nachhaltigem Solarstrom auf kommunalen Rastatter Dächern voranzubringen“, freute sich Hartmut Oesten, Vorstandssprecher der BEG Durmersheim. Insgesamt betreibe die Genossenschaft bereits über 60 Solaranlagen in der Region Mittlerer Oberrhein mit einer Gesamtleistung von 5,2 Megawatt Peak. Finanziert würden alle Projekte mit Hilfe des eingebrachten Kapitals der Genossenschaftsmitglieder – aktuell 4,2 Millionen Euro von über 800 Privatpersonen. „Durch unser Genossenschaftsmodell geben wir den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, die Energiewende aktiv mitzugestalten und an den Gewinnen aus dem Verkauf von nachhaltig erzeugtem Strom mitzuverdienen“, betonte Oesten.
Ziel sei es, die Aktivitäten in Rastatt weiter auszubauen. Als nächstes angehen will die BEG die Reithalle, wo eine 80 kWp-Anlage möglich wäre, und zeitnah das Gespräch mit der Stadt suchen. In der Pipeline steht auch noch das Projekt Jahnhalle. Dort kommt es jedoch zu Verzögerungen. „Wir müssten 20.000 Euro in die Statik investieren, haben diese Ausgabe aus Budgetgründen jedoch zurückgestellt“, informierte Bürgermeister Knoth. Aber aufgeschoben sei ja nicht aufgehoben.
Der Bürgermeister erinnerte, dass der Gemeinderat bereits 2021 einen Grundsatzbeschluss gefasst habe, alle kommunalen Gebäude mit PV auszustatten. Die Stadtverwaltung setze dabei neben der BEG Durmersheim auch auf die Stadtwerke als Partner. „Ende 2026 werden wir rund 940 kWp Leistung installiert haben“, stellte Knoth die guten Fortschritte des Solarausbaus auf kommunalen Dächern heraus. In einem Städteranking über die PV-Belegung kommunaler Gebäude nehme Rastatt unter 200 Städten Platz sechs ein, so der Bürgermeister stolz.
Sieghard Oberacker, Projektleiter der BEG Durmersheim für die Rastatter Anlagen, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Seinen Dank zollte er auch der Kindergartenleitung, Janka Schork, und ihrem Stellvertreter Florian Lange, die das Projekt unterstützt hätten, obwohl der Kindergarten auf ein Regal verzichten musste, um Platz für den Schaltschrank der Solaranlage freizumachen.
In seiner Funktion als Sprecher des Klimabündnisses Rastatt wünschte sich Oberacker noch mehr Tempo beim Ausbau der Solarenergie. Er verwies auf eine Statistik der Internetseite solarzubau.de, die ihre Daten aus dem Marktstammdatenregister bezieht, in dem alle meldepflichtigen Solaranlagen erfasst sind. Demnach gebe es in Rastatt derzeit 2.699 Anlagen mit einer Leistung von 44,4 Megawatt. Das entspreche 0,88 kW pro Einwohner. Damit liege Rastatt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 1,43 kW.
Oesten bedauerte, dass die Solarenergie derzeit von der Politik ausgebremst werde. Förderungen würden zunehmend gestrichen. Die BEG Durmersheim hat daher das Projekt Sämannsee in Wintersdorf zurückgestellt, da die derzeitigen Förderbedingungen keinen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichten. Die BEG setzt künftig auf Anlagen, bei denen der erzeugte Strom von den Gebäudenutzern abgenommen wird. Die Eigennutzung wird dabei durch Stromspeicher erhöht.
Weitere Informationen: www.beg-durmersheim.de


