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Nachrichten aus Rastatt

Auch Wanzen mögen es gesellig/ Keine Gefahr für Menschen und Bäume

Mit den ersten warmen Sonnentagen sind sie da und nicht zu übersehen: die Feuerwanzen. Die feuerroten zehn bis zwölf Millimeter großen Wanzen sammeln sich in dieser Zeit in großen Gruppen bevorzugt an Baumstämmen, Straßenrändern, Park- und Grünanlagen. „Manch einen mag die rote Schar erschrecken, aber Feuerwanzen sind völlig harmlos – sowohl für Menschen als auch für die Pflanzen, auf denen sie sich tummeln“, betont Veronika Öder vom städtische Kundenbereich Ökologie und Grün.

Massenweise tummeln sich die Feuerwanzen derzeit an den Lindenbäumen am Murgdamm beim Festplatz.

Heike Bornhäußer/Stadt Rastatt

Die Gemeine Feuerwanze, fachmännisch Pyrrhocoris apterus genannt, mag es grundsätzlich gerne gesellig. Mittels Duftstoffe kommunizieren die kleinen Wanzen und trommeln so die ganze Bande zum gemeinsamen Sonnenbad oder auch zur Futtersuche zusammen. Die Insekten sind fast ausschließlich Vegetarier und ernähren sich bevorzugt von süßem Pflanzensaft, den sie mit ihrem kleinen Saugrüssel aus herabgefallenen Samen saugen. Ihre Leibspeise ist dabei Pflanzenmaterial von Linden, Robinien oder Kastanien sowie Stockrosen und Hibiskus.

Feuerwanze ist dieses Jahr früh aktiv

Ist der Winter mild und das Frühjahr frühzeitig warm, kommen die roten Wanzen aus ihren Bodenhöhlen, in denen sie überwintern. Da die Wanzen nur rudimentäre Flügel besitzen, können sie nicht fliegen. Ein langer Fußmarsch bei der Futtersuche ist daher meist vonnöten. Zwischendrin tanken sie an warmen Standorten Energie für den weiteren Weg.

Auch für die Pflanzen, an denen die Feuerwanzen fressen, stellen die Tiere keine Gefahr dar – selbst wenn eine ganze Horde an den Bäumen sitzt, wie etwa an den Linden am Murgdamm. Unangenehm werden die Wanzen nur gegenüber Fressfeinden. Bei Gefahr sondern sie ein für Menschen nicht gefährliches, stinkendes Sekret ab, das Feinde sicher in die Flucht schlägt.

Feuerwanzen natürlich bekämpfen

Wer sich an den roten Wanzen in seinem Garten stört, kann mit Kehrblech und Besen den ganzen Trupp auffegen und an einen anderen warmen Ort umsiedeln. Zudem hilft es, wenn die Leibspeise wie die Stockrose und der Hibiskus nach Schnitt fachgerecht entsorgt wird und nicht so üppig im Garten vorhanden ist.

Auf ökologische Weise bekämpfen lässt sich die Wanze mit dem Blattlaub der Balsamtanne (Abies balsamea). Öder klärt auf, dass Forscher in den USA herausgefunden haben, dass ein Stoff dieser Tanne die Entwicklung der Feuerwanze von der Larve bis zum erwachsenen Tier unterbindet. „Da die geselligen Wanzen jedoch niemandem schaden, lohnt sich ein solcher Aufwand nicht“, betont die Biologin. Trotz der roten Warnfarbe kann sie also Entwarnung geben. Die gesellige Feuerwanze sollte stattdessen als ein bunter Farbtupfer in der Natur gesehen werden.

Quelle: Stadt Rastatt

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