Reichweite für E-Rollstühle
Betroffener sorgt für Ladestationen-Netzwerk
Reichweitenangst im Elektrorollstuhl? Damit ist jetzt vorbei. Ab sofort stellen fünf Offenburger Stadtteil- und Familienzentren (SFZ) Lademöglichkeiten bereit.

Reinhard Wunderlich und Jule Marschner. Mitarbeiterin im Städtischen Bereich Sozialplanung präsentieren eines der Ladegeräte. Stehend (v.l.): Patrick Rotter (SFZ Oststadt), Peter Pöhlitz (Sanitätshaus Schwendemann-Vogel), Stefan Berndt (SFZ Am Mühlbach), Hemann Kälble (SFZ Innenstadt), Vera Strohsal (SFZ Albersbösch).
Initiator Reinhard Wunderlich war Country Manager für die Benelux-Länder eines international agierenden Unternehmens für Gesundheitsprodukte. Seit er vor fast 15 Jahren einen Schlaganfall erlitt, ist er auf den Rollstuhl angewiesen. Vor vier Jahren zog er nach Offenburg in ein Projekt für betreutes Wohnen.
Über Mathias Kassel, Leiter der städtischen Stabsstelle "Mobilität der Zukunft", nahm Wunderlich Kontakt zu den in Frage kommenden SFZ auf. Die Meyra Group, weltweit operierender Hersteller von Rollstühlen und Hilfsmitteln mit Sitz in Porta Westfalica, steuerte die Ladegeräte bei – kostenlos. Für das Unternehmen ist die Initiative ein interessantes Pilotprojekt. „Meine Branchenerfahrung war ganz hilfreich dabei“, schmunzelt Reinhard Wunderlich. Technische Unterstützung kam vom Offenburger Sanitätshaus Schwendemann-Vogel.
Derzeit bieten die SFZ Albersbösch, Innenstadt, Am Mühlbach, Oststadt und Uffhofen zu den jeweiligen Öffnungszeiten die Möglichkeit, den Akku des E-Rollis zu laden.
Reinhard Wunderlich hat noch viel vor. Ziel ist ein dichtes Netzwerk von Ladestationen in weiteren öffentlichen Gebäuden und Geschäften. Für sein Engagement in der Schlaganfall-Selbsthilfe Offenburg wurde er bereits voriges Jahr mit dem Motivationspreis der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe ausgezeichnet.


