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Nachrichten aus Ortenau

Ankerpunkt für Menschen in psychischer Not

Oberbürgermeister Markus Ibert besucht „Die Brücke“

Der Lahrer Verein „Die Brücke“ ist eine Hilfsgemeinschaft für Menschen in psychischer Not. Über die Herausforderungen ihrer Arbeit, ihre Raumproblematik, den Fachärztemangel und die nicht einfache Suche nach Ehrenamtlichen hat sich Lahrs Oberbürgermeister Markus Ibert bei einem Besuch des Vereins informiert.

Oberbürgermeister Markus Ibert hat sich einen Eindruck von der Arbeit des Vereins „Die Brücke“ gemacht. Von links: Anja Wiedemann (vom Vorstand „Die Brücke“), Oberbürgermeister Markus Ibert, Ralph Dürr, Joachim Wenk und Ingrid Tita (alle vom Vorstand „Die Brücke“ )

Stadt Lahr

„Die Brücke“ bietet seit mehr als drei Jahrzehnten einen geschützten Raum für Begegnung, Unterstützung und Stabilisierung im Alltag. Ziel der Vereinsarbeit ist es als fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur Lahrs einen dauerhaft gesicherten, gut erreichbaren Ort zu bieten, an dem Menschen in psychischer Not Unterstützung finden, Gemeinschaft erleben und Stabilität entwickeln können.

Das Angebot ist bewusst niederschwellig. Unabhängig von Diagnosen, Herkunft und Lebenssituationen können Menschen ohne große Hürden schnell zu dem Verein kommen. „Die Brücke“ versteht sich als Ergänzung zum bestehenden Hilfesystem und versucht, Lücken zu schließen, wo klassische Angebote nicht greifen können oder keine Kapazitäten vorhanden sind. Mit ihrer Arbeit erreicht der Verein Menschen, die häufig nur schwer einen Zugang zu bestehenden Angeboten finden, beispielsweise Menschen in akuten psychischen Krisensituationen, mit chronischen psychischen Erkrankungen oder die sozial isoliert oder von Ausgrenzung bedroht sind.

„Die Brücke‘ ist damit ein unverzichtbarer Bestandteil unserer sozialen Infrastruktur in Lahr und ein starkes Zeichen für gelebte Mitmenschlichkeit“, so Oberbürgermeister Markus Ibert.

Oberbürgermeister Markus Ibert (links) im Gespräch mit dem Vorstand von „Die Brücke“

Stadt Lahr

Die Angebotspalette ist vielseitig und orientiert sich an den Bedürfnissen der Menschen. Sie umfasst offene Begegnungsangebote, niederschwellige Beratung und Unterstützung, Gruppenangebote und ambulante Krisenbegleitung. So bietet „Die Brücke“ eine Theatergruppe, Selbsthilfegruppen für Psychiatrieerfahrene, eine Angehörigengruppe, ein Atelier, eine Holzwerkstatt sowie Street-Basketball- und Tischtennisgruppen.

In den letzten Jahren sei die Arbeit deutlich gewachsen, berichtet Ralph Dürr vom Vorstandsteam. Allein in der Krisenbegleitung, die als ein ergänzendes Modell zur herkömmlichen stationären Behandlung für Menschen in psychischen Krisen im vertrauten Wohnumfeld angeboten wird, begleitete der Verein im letzten Jahr 61 Personen. Mehr als die Hälfte von ihnen kam aus der Stadt Lahr, viele lebten allein. Die häufigsten Krankheitsbilder waren Depressionen, Psychosen, posttraumatische Belastungsstörungen und Persönlichkeitsstörungen.


„Mein besonderer Dank gilt den zahlreichen Ehrenamtlichen des Vereins, die mit großem Engagement und viel Einfühlungsvermögen für die Menschen da sind. Ihr Einsatz macht die Arbeit von ‚Die Brücke‘ erst möglich und ist für viele Betroffene von unschätzbarem Wert“, betont Oberbürgermeister Markus Ibert.

Eine zentrale Herausforderung für die Vereinsarbeit liegt in der momentanen räumlichen Situation. „Die Brücke“ ist bisher in den Räumlichkeiten des Landratsamts in der Willy-Brandt-Straße beheimatet, stößt aber wegen Platzmangel, fehlenden Rückzugs- und Beratungsmöglichkeiten sowie zeitlich eingeschränkten Nutzungsmöglichkeiten an ihre Grenzen. „Die räumliche Situation wird damit zu einem limitierenden Faktor für unsere Weiterentwicklung“, so Ralph Dürr vom Vorstandsteam.

Text/Bild:Stadt Lahr

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