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Nachrichten aus Ortenau

Ohne geht's für viele nicht

Angebot der Offenburger Tafel wird genutzt

In einer Zeit, in der soziale Unterstützung immer wichtiger wird, steht die Offenburger Tafel e.V. vor der großen Herausforderung, Personal zu finden. Seit der Ladengründung im Jahr 2000 versorgt sie Bedürftige mit Lebensmitteln. Kinder aus benachteiligten Familien erhalten je nach Spendenaufkommen außerdem Schulmaterial. Aktuell werden wöchentlich bis zu 1.100 Familien unterstützt.

Ulrike Weis, Wolfhart von Zabiensky und Carmen Rapp von der Offenburger Tafel.

Niedick

Die Offenburger Tafel verteilt Lebensmittel an acht Tafeln von Waldkirch bis Achern und gibt diese für etwa 15 Prozent des Ladenverkaufspreises an Bedürftige weiter. Einen Berechtigungsschein können alle bekommen, die staatliche Leistungen wie Bürgergeld, Sozialhilfe, Grundsicherung, Wohngeld oder BAföG erhalten – ebenso Rentner*innen mit wenig Einkommen, Geflüchtete, Asylsuchende und Menschen mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgrenze. Diese lag 2024 für eine Einzelperson bei etwa 1381 Euro im Monat; ein Haushalt aus zwei Erwachsenen und einem Kind liegt mit etwa 2250 Euro und weniger monatlich an der Armutsgefährdungsschwelle.

Erster Vorsitzender und Vorstand des Landesverbandes der Tafel Baden-Württemberg e.V. Wolfhart von Zabiensky beobachtet: "Das Angebot der Tafel wird immer mehr von Berufstätigen mit niedrigem Einkommen und Senioren unterhalb der Armutsgrenze genutzt".

Eine Zeit lang seien viele Seniorinnen und Senioren weggeblieben. "Das Anstehen ist anstrengend", betont von Zabiensky. Die Schlange sei lang und das auch schon lange vor Ladenöffnung. "Sie kommen aber wieder und nutzen unser Angebot." Ohne die Tafel geht es für viele nicht.

Keine Nachfolge in Sicht

Die derzeitige Ladenleiterin Ulrike Weis möchte seit geraumer Zeit ihr Amt abgeben, doch so einfach findet sich keine Nachfolge. Als Ladenleitung ist sie mit ihren Kolleginnen Waltraut Gutperle und Carmen Rapp verantwortlich für die Organisation der Ladenräume, den Mitarbeitendeneinsatz und die Warenpräsentation. Die Arbeitszeiten umfassen in der Regel zwei halbe Tage pro Woche, die mit Gutperle geteilt werden.

Carmen Rapp ist seit November 2024 in Vollzeit als Ladenleitung im Team und schätzt dieses sehr: „Ich bin sehr gerne hier. Das Team ist offen und ehrlich“. Besonders Freude macht der gelernten Einzelhandelskauffrau die Warenpräsentation: „Wir machen keinen Ramschtisch – die Kunden sollen hier Wertschätzung erfahren.“

Vorstandsmitglieder gesucht

Auch das aktuelle Vorstandsteam sucht Verstärkung sowie eine Nachfolge für Mitte/Ende 2026. Gesucht werden Personen, die Verantwortung übernehmen und die Zukunft der Tafel aktiv mitgestalten möchten.

Text/Bild: Stadt Offenburg

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