Neue Kinzigbrücke verbindet Fischerbach und Haslach
Modellprojekt mit bundesweiter Signalwirkung
Offenburg, 11. Juni 2026 – Mit der offiziellen Freigabe der neuen Straßen- und Radwegbrücke im Zuge der Kreisstraße K 5357 ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre im Kinzigtal abgeschlossen.

Landrat Thorsten Erny (6.v.r.); Verkehrsministerin Nicole Razavi (links neben Erny); Ministerin Marion Gentges (rechts neben Erny); Regierungspräsident Carsten Gabbert (4.v.r.) sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft und der Region gaben die neue Brücke am Donnerstag offiziell für den Verkehr frei.
Die neue Verbindung zwischen Fischerbach und Haslach ersetzt die bisherige Archebrücke und verbessert die Anbindung der beiden Gemeinden. Zugleich bringt sie mehr Sicherheit und bessere Bedingungen für den Rad- und Fußverkehr.
Landrat Thorsten Erny; Verkehrsministerin Nicole Razavi; Marion Gentges, Ministerin für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz; Regierungspräsident Carsten Gabbert sowie zahlreiche Gäste aus Politik, Verwaltung, Gesellschaft und der Region gaben die neue Brücke am Donnerstag offiziell für den Verkehr frei.
„Mit diesem Projekt schaffen wir eine sichere und moderne Verbindung zwischen Fischerbach und Haslach“, erklärte Landrat Thorsten Erny. „Die neue Brücke verbessert die Verkehrssituation spürbar und bringt zugleich für Radfahrer und Fußgänger ein deutliches Plus an Sicherheit. Sie steht damit für eine Infrastruktur, die den Menschen in der Region im Alltag ganz konkret zugutekommt und zugleich neue Maßstäbe beim nachhaltigen Bauen setzt.“
Die neue Straßenverbindung ersetzt die bisherige Archebrücke, deren baulicher Zustand sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert hatte. Aufgrund erheblicher Schäden war das Bauwerk zuletzt nur noch für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassen. Mit dem Neubau steht nun wieder eine dauerhaft tragfähige Verbindung zur Verfügung, die auch den öffentlichen Nahverkehr stärkt und die Fahrstrecke zwischen Fischerbach und Haslach verkürzt.
Modellprojekt mit bundesweiter Signalwirkung
Besondere Aufmerksamkeit erfährt das Bauwerk aufgrund seiner Konstruktion. Die neue Kinzigbrücke wurde als Holz-Beton-Verbundbrücke errichtet. Bei einer Gesamtstützweite von 136 Metern handelt es sich nach Angaben der Projektbeteiligten um eine bundesweit bislang einzigartige Bauweise für eine klassifizierte Straße dieser Größenordnung.
Ursprünglich war eine konventionelle Spannbetonbrücke vorgesehen. Im Zuge der weiteren Planungen entschied sich der Ortenaukreis jedoch, alternative und ressourcenschonende Bauweisen zu prüfen. Das Ergebnis ist ein Bauwerk, das die Vorteile des Baustoffs Holz mit den Anforderungen an Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit moderner Verkehrsinfrastruktur verbindet.
„Mit dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz unterstützen wir gezielt Projekte, die Mobilität verbessern und Regionen stärken. Die neue Brücke zwischen Fischerbach und Haslach ist dafür ein gutes Beispiel: Sie schafft eine bedarfsgerechte und leistungsstarke Verbindung und erhöht zugleich die Sicherheit. Die Wege für die Menschen vor Ort werden einfacher und schneller – auch wenn sie mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind“, betonte Verkehrsministerin Nicole Razavi
„Holz ist ein regionaler und nachhaltiger Baustoff, der speziell im Hinblick auf die Statik große Chancen bietet. Die Holz-Beton-Verbundbrücke präsentiert die Vorteile des Holzbaus in den Bereichen Ökologie, Ressourcenverbrauch und optimierter Bauzeit auf beeindruckende Weise. Das Projekt ist beispielgebend für andere Bauwerke und zeigt, dass wir in Baden-Württemberg das innovative Bauen mit Holz weiter nach vorne bringen. Damit halten wir Wertschöpfung im Land und bauen für die Zukunft“, sagte die Ministerin für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, Marion Gentges.
Regierungspräsident Carsten Gabbert sagte: „Ich freue mich, dass wir mit einer Fördersumme von insgesamt 7,8 Millionen Euro dazu beitragen konnten, nun eine schnellere und direktere Verbindung zwischen Fischerbach und Haslach im Kinzigtal geschaffen zu haben. Durch die innovative Bauweise der Straßen- und Radwegbrücke hat das Projekt Vorbildcharakter.“

Musterbauwerk: Die neue Kinzigbrücke wurde als Holz-Beton-Verbundbrücke errichtet und hat eine Gesamtstützweite von 136 Metern - bundesweit einmalig
Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger
Parallel zur neuen Kreisstraße entstand ein durchgehender Rad- und Gehweg. Damit gibt es erstmals eine direkte Verbindung zwischen Haslach und Fischerbach auch für den Fuß- und Radverkehr. Gleichzeitig wird der bestehende Radweg zwischen Schnellingen/Herrenberg und Fischerbach direkt mit Haslach verknüpft.
Vor allem für Schülerinnen und Schüler sowie für Menschen, die das Fahrrad im Alltag nutzen, bringt das deutliche Verbesserungen. Weil Rad- und Fußverkehr nun getrennt vom Autoverkehr geführt werden, steigt die Sicherheit deutlich. Gleichzeitig wird die Strecke für Alltags- und Freizeitradler direkter und attraktiver.
16,4 Millionen Euro für Straße, Brücke und Radweg
Mit dem Bau der neuen Kreisstraße, der Brücke, des Rad- und Gehwegs sowie des Kreisverkehrs investiert der Ortenaukreis gezielt in die Verkehrsinfrastruktur des ländlichen Raums. Gute Straßenverbindungen und sichere Radwege sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung der Region als Wirtschafts-, Bildungs- und Lebensraum.
Die Bauarbeiten begannen im Mai 2024. Außerdem wurden im Rahmen des Projekts rund 7.000 Quadratmeter Fahrbahndecke in den angrenzenden Bereichen erneuert.
Das Gesamtprojekt „K 5357 Fischerbach–Haslach“ einschließlich Planung und Grunderwerb kostet voraussichtlich rund 16,4 Millionen Euro. Rund 7,8 Millionen Euro stammen aus Fördermitteln von Bund und Land. Die Kreisstraße einschließlich der Brücke wird über das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) gefördert. Für den Radweg fließen Mittel aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land“ sowie aus Landesmitteln. Darüber hinaus wurde die innovative Holz-Beton-Bauweise durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im Rahmen des Holz-Innovationsprogramms unterstützt.
Landrat Erny dankte allen, die das Projekt möglich gemacht haben – insbesondere den Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern, den beteiligten Kommunen, den Fördergebern, den Ingenieurbüros RS Ingenieure und Miebach, den ausführenden Unternehmen Rendler Bau und Vogel Bau sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Straßenbauamts des Ortenaukreises.


