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Nachrichten aus Ortenau

Hip-Hop made in Offenburg

Weltklasse: "Messenger Studio" aus Elgersweier begeistert nicht nur beim Neujahrsempfang

Dass sie Weltklasse sind, bewiesen die Tänzer des "Messenger Studio" bereits bei ihrer Teilnahme am "World Hip Hop Dance Championship" 2023 in Phoenix, Arizona. Nun möchte das Tanzstudio aus Elgersweier erneut Offenburg in den USA vertreten. Ein Trio trainiert für die WM 2025. Und am Sonntag, 7. April, ist Tag der offenen Tür in der Industriestraße 11.

Die Wettkampfgruppe "O.G. Messengers" aus Elgersweier legte einen Senkrechtstart hin. Sie präsentierte Offenburg bei der Weltmeisterschaft

Messenger Studio

Die Überraschung stand vielen Gästen beim Neujahrsempfang 2024 der Stadt Offenburg ins Gesicht geschrieben: Hip-Hop der Spitzenklasse aus Offenburg? Powermoves oder Upmoves – atemberaubende Drehungen scheinbar gelenkloser Körperteile – vor idyllischer Schwarzwaldkulisse statt in schmuddeliger Hinterhofatmosphäre neben blitzenden Chevys und Goldkettchen tragenden Gangstern? Passt das zusammen?

Und wie! Davon konnte die Wettkampfgruppe "O.G. Messengers" der Tanzschule "Messenger Studio" aus Elgersweier die über 700 Gäste überzeugen. Die Tanzformation rockte die Bühne der Oberrheinhalle. "Die Auftritte kamen super an", sagt Tanja Keck, die für das Programm des Neujahrsempfangs am 14. Januar mitverantwortlich war. "Die Gruppe hat die Leute mitgerissen und dazu beigetragen, dass der Neujahrsempfang eine gelungene, runde Veranstaltung wurde.“

Rasche Ausbreitung

Hip-Hop war bis vor zwei Jahrzehnten in Offenburg noch weitgehend unbekannt. Man tanzte überwiegend Standard, Latino oder Ballett, daneben auch exotischere Stile wie Flamenco, Square-Dance oder den West Coast Swing. Erst 2007 eröffnete mit "The School OG 2K14" das erste Hip-Hop-Studio in Offenburg seine Pforten. Das Hip-Hop-Fieber, das 1970 in Manhattan und in der South Bronx in New York City seinen Anfang nahm, breitete sich in der Freiheitsstadt rasch aus – entsprechend auch die Angebote. Im September 2020 eröffneten Dzemail Arora und Daniel Weber eine weitere Hip-Hop-Tanzschule in der Industriestraße 11. Sie gaben ihr den Namen "Messenger Studio Offenburg", kurz "msgr".

Die Resonanz war überwältigend, genauso wie der Erfolg. Gleich bei ihrem Debüt im Jahr 2022 gewann die Wettkampfgruppe "O.G. Messenger" die Deutsche Meisterschaft und qualifizierte sich damit für die WM in Phoenix/Arizona. Die komplexe Choreografie, das gute Zusammenspiel und nicht zuletzt die Energie der Tänzer*innen überzeugten die Jury.

Für die Gründer ist Hip-Hop jedoch weit mehr als ein Tanz. "Es ist ein Lebensphilosophie", betont Dzemail Arora. Die Hip-Hop-Kultur basiert auf Idealen wie Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit und Verständnis. Sie ermutigt dazu, die eigene Stimme zu nutzen, um Veränderungen herbeizuführen. Mögliche Ausdrucksformen sind neben dem Breakdance auch der Musikstil "Rap", das "DJing" mit Soundmischungen live vom Pult, die Graffiti-Kunst und das Modeling. Die Botschaft soll bei den Menschen ankommen – auch ohne Worte. Daher werden Hip-Hop-Gruppen gerne von Unternehmen für Werbezwecke engagiert.

"Botschafter" – das Wort verbirgt sich auch im Namen "Messenger Studio". Die Botschaften der beiden gebürtigen Offenburger Arora und Weber sind Vernetzung, Verbindung und Freundschaft. Denn das sei es, was sie immer wieder erlebten, wenn sie anderen Hip-Hopper begegneten. Ganz gleich, welche Nationalität, welche Hautfarbe, welches Geschlecht oder welches Alter – in der Hip-Hop-Kultur seien alle gleich und Teil
einer großen Gemeinschaft, in der man füreinander da sei. Die Philosophie der Tanzschule passte perfekt zum Motto des Neujahrsempfangs „Demokratie. Miteinander. Füreinander.".

Auch 2025 möchte sich das "Messenger Studio" für die Weltmeisterschaft qualifizieren, und zwar mit einem Tanztrio. "Ab Mai starten wir voller Energie mit dem Training", verrät Dzemail Arora. Offenburg darf die Daumen drücken.

Text/Bild: Stadt Offenburg

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