Beleuchtung des Zwingerparks für den Deutschen Lichtdesign-Preis 2024 nominiert
Ortskundigen Offenburgerinnen und Offenburgern ist es längst aufgefallen: Der historische Zwingerpark bietet auch in den Abendstunden hohe Aufenthaltsqualität. Denn seit einiger Zeit erstrahlt er in neuem Licht. Das fein abgestimmte Beleuchtungskonzept ist eine Augenweide. Das findet jetzt auch eine offizielle Würdigung: Vor Kurzem ist die Anlage für den Deutschen Lichtdesign-Preis 2024 nominiert worden.

Zwischen dem Mühlbach und der angrenzenden bis zu neun Meter hohen historischen Stadtmauer bildet der Zwingerpark den eindrucksvollsten Abschnitt des Grüngürtels um die Altstadt. Helleckes Landschaftsarchitekten aus Karlsruhe sorgten mit einer umfangreichen Sanierung für eine identitätsstiftende Aufenthaltsqualität. Darüber hinaus entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Lichtplanungsbüro „studioteilchenwelle“ aus Karlsruhe eine faszinierende Abendstimmung.
Gefunden wurde eine ausgewogene Lösung, die den Anforderungen in Bezug auf Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Sicherheitsaspekte sowie einer dem Stadtraum angemessenen Gestaltung gerecht wird.
Eine entscheidende Komponente war die Abstimmung der Beleuchtung auf die Veränderung der Umgebung in den Abend- und Nachtstunden. So stehen am frühen Abend noch Mensch und Stadtraum im Vordergrund. Es folgen mehrere Übergangsphasen, bis die Beleuchtung in der Nacht auf ein Minimum reduziert wird und nur noch der Laufweg beleuchtet ist.
Eingehende Berücksichtigung fand die Lichtfarbe. Sie beträgt im Regelfall 2200 Kelvin und in den hervorgehobenen Akzentbereichen 2700 Kelvin. „Kelvin“ ist in diesem Fall die Einheit für die Farbtemperatur. Je „wärmer” das Licht erscheint, desto niedriger ist der Wert in Kelvin.
Ein prägendes Element der Parkgestaltung ist die Lindereihe entlang des 500 Meter langen Hauptweges am Mühlbach. In das Baumraster fügen sich Masten ein, welche mit engstrahlenden Spots eine Beleuchtung mit geringer Blendung ermöglichen. Lichtflächen auf dem Weg reihen sich mit weichem Kontrast aneinander und spiegeln so den Duktus der Baumreihe wieder.
Das Lichtkonzept berücksichtigt auch die „Zeugenbäume“ aus gründerzeitlicher Pflanzung Anfang der 1870er Jahre entlang des Mühlbachs. Ein Spiel mit dem Schatten macht ihr Blattwerk auf dem Boden sichtbar. Unbeleuchtet bleibt der mauerseitige Weg – mit Ausnahme einzelner Lichtakzente auf Sitznischen und Statuen. Zusammen mit der präzisen und dezenten Aufhellung der Stadtmauer betont dies die Tiefe des Raumes. Die bessere Wahrnehmung des Umfelds erhöht gleichzeitig das Sicherheitsempfinden.
Im Fokus stand auch die Umweltverträglichkeit der neuen Beleuchtung. Wo früher die Mastleuchten am Mühlbach noch undifferenziert in alle Richtungen und somit auch in den Gewässerrandstreifen strahlten, wird das Licht heute auf die nötige Ausleuchtung der Wege und einzelne Abschnitte der Mauer beschränkt.
Stefan Lotze vom Lichtplanungsbüro „studioteilchenwelle“ hatte das Projekt im letzten Jahr für den Deutschen Lichtdesign-Preis 2024 eingereicht. Nach einer Vor-Ort-Begehung mit einem Jurymitglied im letzten Dezember hat es das Beleuchtungsprojekt nun in die nächste Stufe der Nominierung geschafft. In der Kategorie „Außenbeleuchtung/öffentliche Bereiche“ steht der Offenburger Zwingerpark nun in Konkurrenz mit zwei anderen Projekten, der Lichtplanung des Gildehoftunnels in Essen und der Altstadtbeleuchtung von Burgdorf (Schweiz).


