Mehr als 100 Bäume werden zeitnah neu gepflanzt
Sturmschäden im gesamten Stadtgebiet / Fällungen aufgrund der Verkehrssicherungspflicht
Weil am Rhein. Das Ausmaß der heftigen Stürme vor gut drei Monaten ist groß. Stephan Fischer von der Stadt- und Grünplanungsabteilung hat die betroffenen Bereiche auf der gesamten städtischen Gemarkung abgefahren und genauer unter die Lupe genommen. Fazit: Mehr als 30 Bäume wurden entwurzelt. Und aufgrund der Verkehrssicherungspflicht müssen in den kommenden Wochen weitere Bäume gefällt werden. Aber: Mehr als 100 Bäume werden schon bis Ende Februar neu gepflanzt

Mächtig zugesetzt hat der schwere Sturm im Juli so einigen Bäumen im Stadtgebiet. Einige wurden entwurzelt oder müssen nun auch aufgrund der Verkehrssicherungspflicht gefällt werden.
An die 30 Bäume, die auf öffentlichem Grund umgefallen oder so sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, dass sie gefällt werden müssen, sind aktuell bekannt und dokumentiert. „Ich rechne aber noch mit ein paar mehr“, meint Fischer. Die meisten Birken, Pappeln & Co. hat es gleich beim ersten großen Unwetter mit heftigen Windböen am 11. Juli gekostet, das in Weil am Rhein doch erhebliche Schäden verursachte und weit mehr als 100 Einsätze der Rettungskräfte und des Betriebshof erforderte.
Neben den Sturmopfern wird in den kommenden Wochen die Stadtverwaltung Weil am Rhein an verschiedenen Stellen des Stadtgebiets auch wieder Bäume aufgrund ihrer Verkehrssicherungspflicht fällen lassen müssen. Diese hat die Stadt ohne Wenn und Aber zu erfüllen. „Da gibt es keinen Spielraum“, unterstreicht Fischer. Allerdings macht er deutlich, dass nur absolut notwendige Fällungen durchgeführt werden. Diese Maßnahmen führen Fachfirmen aus.
Neben dem Entfernen der umgefallenen Bäume setzte die Stadt in den vergangenen Wochen auch auf professionelle Baumkletterer, die die Schäden hoch oben in den Baumkronen behoben und abgeknickte Stämme und Äste beseitigten. Bestand doch die große Gefahr, dass diese herunterfallen könnten.
Gefahrenquellen sind auch Bäume, die krank sind. Tot-Äste, Pilzfruchtkörper und Faulstellen sind unter anderem Anzeichen. Und so werden sämtliche Bäume im Stadtgebiet in regelmäßigen Abständen untersucht. Nach einer solchen Prüfung steht nun fest, dass unter anderem in der Hauptstraße, also an sehr prominenter Stelle, sechs Bäume, darunter Trompeten- und Schnurbäume, gefällt werden müssen. Auch ein Rot-Ahorn, der an der Ecke Haupt-/Turmstraße auf die Straße ragt, muss weichen.
„So gut es geht werden wir natürlich nachpflanzen. Und zwar mit klimafesten Bäumen, die sich der neuen Situation anpassen“, macht Fischer deutlich. Jeweils rund 30 neue Bäume werden in den kommenden Monaten im Bereich der Innenstadt, Friedlingen und Haltingen sowie Otterbach gepflanzt, des Weiteren etwa 15 in Märkt und eine Handvoll in Ötlingen. Dabei werden mehr als 100 Bäume schon bis Ende Februar einen neuen Standort erhalten.

Die durch das veränderte Klima versuchte Trockenheit setzt natürlich auch Bäumen im Stadtgebiet zu. Gut damit zurechtkommen, so hat Fischer festgestellt, unter anderem die Purpurerle („wehrt sich überraschend gut“) oder auch die Maulbeere („fühlt sich wohl“). Letztere indes kann aufgrund ihrer schwarzen Früchte nicht dort gepflanzt werden, wo viele Fußgänger unterwegs sind. Die Hitze verträgt auch nach einer gewissen Anwachszeit die Pinie. „Sie macht dann Meter und wächst gut“, so Fischer
Insgesamt wurden seit 2019 übrigens mehr als 750 Bäume im Stadtgebiet nach- oder neugepflanzt. Oberbürgermeister Wolfgang Dietz starte 2020 schon die Initiative „1000 Bäume“. Das Ziel dabei: 1000 Bäume in zehn Jahren für Weil am Rhein. Alleine im vergangenen Jahr wurden gleich 120 Neu- und 180 Nachpflanzungen durchgeführt. Im städtischen Haushalt stehen jährlich 100 000 Euro für diese Maßnahmen bereit.


