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Nachrichten aus Oberrhein

Mal leise, mal laut, aber immer solidarisch

Benefizaktion des Kulturamts: Weiler Kulturszene präsentiert sich im Kaufring-Parkhaus / Erlös geht an den Verein „KiHev“

Weil am Rhein.  Mal laut und mal leise, mal ruhig und mal kraftvoll, mal nachdenklich und mal losgelöst: Ein ebenso bewegendes wie musikalisches Zeichen der Solidarität hat die Weiler Kulturszene gesetzt. Bei der vom Kulturamt organisierten Benefizaktion im unteren Parkdeck des Kaufring-Parkhauses wurde dem Publikum die gesamte Bandbreite im Schnelldurchgang präsentiert. 

Olena Vishnesvska am Klavier und Olesia Osinna (Violoncello) spielen im Parkhaus ukrainische Lieder.

Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

Elf 15-minütige Auftritte sorgten für einen abwechslungsreichen Nachmittag im blau-gelb beleuchteten Parkhaus, der extra für diesen Anlass durch den Betriebshof herausgeputzt wurde. Musik, Kunst und Geschichten, das alles bei freiem Eintritt und für einen guten Zweck. Der Besucherandrang war enorm. Geschätzte 800 Besucherinnen und Besucher hatten die Veranstalter am Ende ausgemacht.

„Ich bin gerührt und berührt“, hatte zu Beginn Thomas Harms freimütig bekannt. Denn an seinen Verein „KiHev“ (Kinderhilfe Kiew) ging der Erlös dieser Veranstaltung. Die Künstler verzichteten auf ihre Gage und an den Ausgängen wurden Spendenboxen aufgestellt. Einen Jugendbenefizverkauf organisierte die Stadtjugendpflege, außerdem wurden Bücher und   Werke aus VHS-Kursen veräußerst. Auch für das leibliche Wohl war dank großzügiger Kuchenspenden und „Otts Kleine Küche“ gesorgt, während Volker Scheurer und Ania Dziezewska vom Kunstraum-Kieswerk eine Live-Kunstaktion organisierten. 

Die Zinke-Waggis warten mit lautstarken Guggemusik-Tönen auf

Stadtverwaltung Weil am Rhein / Bähr

„Auf den Tag genau vor zwei Monaten ist der Krieg in der Ukraine ausgebrochen“, machte Oberbürgermeister Wolfgang Dietz bei seiner Ansprache deutlich. Niemand hätte gedacht, dass man so eine Situation noch einmal erleben müsse. Umso dankenswerter sei die Hilfsbereitschaft der Weiler Bevölkerung. „Wenn es darauf ankommt, stehen wir zusammen. Wir zeigen Solidarität“, freute er sich und dankte allen auf und hinter der Bühne, die zu diesem Benefizanlass beigetragen hätten.

Kulturamtsleiter Peter Spörrer, der auf viele freiwillige Helferinnen und Helfer zurückgreifen durfte, konnte elf Auftritte auf den beiden Bühnen anmoderieren. „Wir wollten möglichst vielen lokalen Kulturschaffenden die Möglichkeit bieten, mitzumachen“, meinte er. Und so dauerte jeder Auftritt 15 Minuten. Für jeden Geschmack war etwas dabei. Unterschiedlicher konnten die verschiedenen Beiträge nicht sein – aber gerade das machte auch den Reiz dieses Nachmittags aus.

Den Anfang machten Olena Vishnesvska am Klavier und Olesia Osinna (Violoncello) mit ukrainischen Liedern, ehe Hildegard Vierhuff von den Weiler Erzählern ein ukrainisches Märchen und Kurzgeschichten zum Thema Spenden und Schenken präsentierte. Mit Wumms ging es dann weiter, als die Zinke-Waggis mit lautstarken Guggemusik-Tönen aufwarteten. Abgelöst wurde die viertälteste „Gugge“ Deutschlands vom Gesangverein Haltingen, der nicht nur klassisches Liedgut, sondern auch moderne Stücke zum Besten gab.

Alles andere als besinnlich wurde es danach, als die Weiler Hardrocker von Psylence das Parkhaus zum Beben brachte, bevor es dank Poetry-Slammer Riccardo Raps ruhigere und hintergründige Töne anschlug. Temperamentvoll ging es mit dem „DEMphony Ensemble“ der Alevitischen Gemeinde zu, ehe „The Three Lions“, diesmal zu zweit, ihre Stücke aus den 60er- und 70er-Jahren vortrugen. Die Stadtmusik Weil am Rhein um Dirigent Kai Trimpin, der Rapper Peter Reimtgut mit seinem Musikerkollegen Wolfram Fiedler sowie Bonds Big Band rundeten schließlich das stil- und genreübergreifende Programm ab.

 

Text/Bilder: Stadtverwaltung Weil am Rhein

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