Hallen bleiben geöffnet und Duschen warm
Temperatur wird angepasst / Weitere Maßnahme zur Reduzierung des Energieverbrauchs / LED-Umstellung schon seit 2014
Weil am Rhein. Bereits vor einigen Wochen hat die Stadtverwaltung Weil am Rhein ein Maßnahmenpaket beschlossen, um im Angesicht der drohenden Gasmangellage im Winter und massiven Preissteigerungen im Energiesektor den Energieverbrauch zu senken. Da dieses Thema weiterhin im Fokus steht und intensiv beraten wird, werden weitere Schritte zur Energiereduzierung geprüft.

Eindrückliche Einsparung: Bereits schon im Jahr 2014 hat in Weil am Rhein die Umstellungen der Straßenbeleuchtung auf LED begonnen.
Zumal auch der Haushalt der Stadt Weil am Rhein im kommenden Haushaltsjahr eine extreme wirtschaftliche Belastung erfährt. Der Preis für Strom wird nach der ersten Hochrechnung voraussichtlich von durchschnittlich 25 auf 70 Ct/kWh ansteigen. Der Gaspreis verteuert sich von durchschnittlich 8 Cent/KWh auf 25 Ct/ KWh. Genauere Ergebnisse stehen erst Ende November fest, wenn die gesamte Energiemenge zum jeweiligen Preis an der Börse erworben wurde.
Der Gesetzgeber hat für Nichtwohngebäude seit dem 1. September die so genannte Kurzfristenergieversorgungssicherungsmaßnahmenverordnung beschlossen, welche für Bürogebäude eine maximale Raumtemperatur von 19°C vorgibt. Verkehrs- und Nebenflächen sollen demnach mit maximal 16°C beheizt werden.
Während andere Städte und Gemeinden über die Einstellung des Duschbetriebes diskutieren und temporäre Hallenschließungen in Erwägung ziehen, hat die Verwaltung derzeit nicht vor, den Warmwasserbetrieb in den hiesigen Sporthallen einzustellen oder die Sportstätten für eine begrenzte Zeit zu schließen. Bei den Hallentemperaturen, die nach der Dienstanweisung bereits jetzt schon zwischen 15 bis 17 °C liegen sollten, möchten wir jedoch in Zukunft die Einstellung auf 17°C begrenzen.
„Es ist uns natürlich bewusst, dass dieser Temperaturbereich sich nicht für jede Sportart gleich angenehm anfühlen wird. Aber um diese schwierige Lage ohne eine grundsätzliche Einschränkung der Nutzung stemmen zu können, sehen wir diesen Schritt jedoch als einen wichtigen und wirksamen Beitrag zur Reduzierung der Wärmekosten des (Vereins)-Sports an. Es führt kein Weg daran vorbei, den städtischen Energieverbrauch zu senken und damit Kosten zu sparen“, macht Oberbürgermeister Wolfgang Dietz deutlich. Schließlich gilt folgende bekannte Faustregel: Wird die Raumtemperatur nur um 1 °C Celsius gesenkt, spart das rund 6 Prozent an Energie.
Umstellung auf LED bereits 2014 gestartet
Derzeit wird landauf und landab die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED beschlossen. In dieses Lied kann die Stadt Weil am Rhein indes nicht einstimmen. Denn: Hier erfolgte nach dem Gemeinderatsbeschluss bereits im Jahr 2013 der Austausch der ersten Leuchtpunkte im September 2014. Die Folge: eine eindrückliche Einsparung des Stromverbrauchs. Bezog die Stadt Weil am Rhein im Jahr 2013 noch 1,09 Gigawattsunden Strom, sank der Wert nach der Umrüstung im Jahr 2017 auf 0,46 Gigawattstunden. Im Jahr 2020 lag dieser Wert bei stetigem Ausbau des Straßen- und Radwegenetzes bei 0,51 Gigawattstunden. Im Schnitt „brennt“ die Straßenbeleuchtung etwa 2.000 Stunden im Jahr.
„Diese Ergebnisse sind beeindruckend“, macht Dietz deutlich. Das frühzeitige Engagement der Stadt und des Gemeinderats in Sachen Klimaschutz lohne sich. Das führe auf der einen Seite langfristig zu einer Kosteneinsparung im Haushalt, andererseits aber auch dazu, dass man jetzt mit solchen LED-Umstellungen im Bereich der Straßenbeleuchtung keine großen Schlagzeilen mehr produzieren könne. Dietz erinnert dabei daran, dass diese Maßnahme seiner Zeit alles andere als unumstritten gewesen sei.


