Es ist Zeit, etwas zu ändern
Fußgängerzone: Stadt ist mit Info-Stand am Samstag auf dem Wochenmarkt vertreten
Weil am Rhein. „Weiter so?“ Was die Situation in der Innenstadt im Bereich der geplanten Fußgängerzone anbelangt, hat die Stadtverwaltung Weil am Rhein und die deutliche Mehrheit des Gemeinderats eine klare Antwort parat: „Nein!“ Denn: Leerstände, Lärmbelastung, Durchgangsverkehrs, Straßenmängel und eine geringe Aufenthaltsqualität belasten seit Jahren den zentralen Einkaufsbereich der Stadt. Für die Verwaltung und die politischen Entscheidungsträger steht fest: „Wir wollen nicht tatenlos zusehen."

Fußgängerzone: Lärmbelastung, Durchgangsverkehr, Straßenmängel, eine geringe Aufenthaltsqualität sowie Leerstand:Stadtverwaltung und die deutlichen Mehrheit des Gemeinderats wollen nicht tatenlos zusehen.
Ein „Weiter so“ ist ihrer Ansicht nach nicht die Lösung, die Weil am Rhein weiterbringt. Am kommenden Samstag wird die Stadt nun während des Wochenmarkts vor dem Rathaus mit einem Informationsstand von 9 bis 12 Uhr vertreten sein.
„Wir möchten den Bürgerinnen und Bürgern unsere Ziele, Pläne und Ansichten näherbringen, mit ihnen ins Gespräch kommen, sie mitnehmen und ihnen ihre Ängste nehmen“, macht Bürgermeister Martin Gruner deutlich. Für ihn ist klar, was eine Fußgängerzone zwischen Schlaufenkreisel und Sparkassenkreisel bewirken soll: „Mehr Lebens- und Aufenthaltsqualität, weniger Verkehr, mehr Platz für Fußgängerinnen und -gänger, eine attraktive Gestaltung des öffentlichen Raums, eine zentrumsbildende Hauptstraße und ein Ort der Begegnung.“
Ein „Weiter so“ würde eine qualitative Verschlechterung des Einzelhandelsangebots bedeuten. Am Ende steht der Leerstand. „Das hat städtebauliche und wirtschaftliche Konsequenzen“, erklärt Gruner. Wenn der Nutzungsmix verloren geht, leidet der Standort unter Imageverlust, die Attraktivität und Lebendigkeit verschwinden immer mehr. Gruner: „Als Stadtverwaltung können wir planungsrechtliche Regelungen nicht außer Kraft setzen - und wir sind auch weder Vermieter noch Einzelhändler. Wir wollen und können uns allerdings durch gezielte Maßnahmen, wie dem Einrichten einer Fußgängerzone, diesem gefährlichen Trend entgegenstellen.“
„Weiter so“, da die Fußgängerzone nur Stau und Parksuchverkehr verursacht? Wirklich? Schon jetzt ächzt die Hauptstraße, aber auch die Nebenstraßen doch unter dem vielen Verkehr. Die Beschwerden häuften sich. Wäre es nicht angenehmer, ein Eis oder den Kaffee ohne Lärm und Gestank von Autos zu genießen? Wäre es für die Anwohnerinnen und Anwohner nicht eine enorme Entlastung, vor allem in den Nachtstunden?" Erfahrungswerte aus anderen Städten zeigen, dass nach Einführung einer Fußgängerzone der PKW-Verkehr insgesamt abnimmt, auch in der Umgebung der Hauptstraße.
„Weiter so“ - Die Fußgängerinnen und Fußgänger müssen eben etwas aufpassen. Wie steht es denn um die Sicherheit? Die zentrale Hauptstraße ist und bleibt eine Gefahrenstrecke, insbesondere für Schülerinnen und Schüler, älteren Menschen und Behinderte. Das übrigens bestätigen Umfragen, zuletzt bei Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Spielleitplanung.
„Weiter so“ – Nachhaltigkeit und Verkehrswende, alles Mumpitz? „Alle reden vom Klimawandel und wie dringlich gehandelt werden muss. Doch diesen Wandel bekommen wir weder zum Nulltarif, noch ohne Veränderung im eigenen Verhalten“, macht Gruner klar. Die Stadt will den Autoverkehr steuern, dafür den Fuß- und Radverkehr stärken, den Verkehr mit autofreien Zonen insgesamt beruhigen. Zu unbequem? Dann lieber Lärm und Abgase. Wollen wir das denn wirklich. Wir finden, es ist an der Zeit, etwas zu ändern.
Mit Schautafeln will die Stadtverwaltung am Samstag zeigen, dass Anwohnerinnen und Anwohner keinesfalls die Leidtragenden sind. So soll zum Schutz des Wohnquartiers Leopoldshöhe Süd beispielsweise das Einbiegen von der B317 /Basler Straße in die Gartenstraße für den motorisierten Verkehr nicht mehr möglich sein. Damit werden Ausweichverkehre verhindert. Auch soll im Süden die Zufahrt von der Hauptstraße in die Leopold- und in die Friedrichstraße sowie im Norden in die Schillerstraße und in die Straße im Herbergacker nicht mehr möglich sein. Ausweichverkehre ins Wohnquartier Leopoldshöhe Nord sollen versenkbare Poller vor der Stadtbibliothek und eine Sackgassen-Regelung in der Humboldtstraße verhindern.
Genauso wird am Info-Stand aufgezeigt, dass die Anliegerinnen und Anlieger keineswegs ausgeschlossen werden. Alle, die über einen privaten Parkplatz in der Hauptstraße verfügen, erhalten eine Zugangsberechtigung. Jederzeit befahrbar ist der Abschnitt auch für Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen, Müllabfuhr oder auch den ÖPNV. Auch Lieferverkehr wird an Werktagen, jeweils vormittags, in einem noch festzulegenden Zeitraum möglich sein.
Das Gewerbe soll natürlich von dieser Maßnahme profitieren. Um auf spezielle Fragen der Gewerbetreibenden einzugehen, hat die Stadt bekanntlich einen Runden Tisch mit Weil-aktiv gebildet. Hier wurde verdeutlicht, dass die Gewerbetreibenden in Abstimmung mit der Stadt ihre Ausstattungselemente in den neu gewonnenen öffentlichen Raum integriert werden können. Es entsteht ein Flächenzugewinn, den die Händlerinnen und Händler auch als Erweiterungsfläche nutzen können."
Fragen, Wünsche, Anregungen: Am Info-Stand der Stadt am Samstag, 12. November, zwischen 9 und 12 Uhr auf dem Rathausplatz sind die Einwohnerinnen und Einwohner eingeladen, sich ein Bild zu machen und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. „Wir freuen uns auf den Austausch und hoffen, bei vielen Bürgern die Lust nach einer neuen Weiler Innenstadt zu wecken“, sagt Gruner, der auf rege Resonanz und interessierte Besucherinnen und Besucher hofft.
Die Schautafeln sind ab dem kommenden Montag zu den üblichen Öffnungszeiten auch im Foyer des Rathauses zu sehen.


