15 Bewässerungssäcke aufgeschlitzt
Mutwillige Zerstörungswut auch auf dem Gelände der Landesgartenschau
Weil am Rhein. Sie sorgen dafür, dass die Wurzeln junger Bäume ständig mit kleinen Mengen an Wasser versorgt werden. Die Rede ist von den grünen Säcken aus PVC, die UV- und wettbeständig sind. Und robust sind sie übrigens auch die grünen Säcke, die im gesamten Stadtgebiet die Ausfallquote neu gepflanzter Bäume entscheidend verbessern. Gegen stumpfe Gewalt und blinde Zerstörungswut können sie allerdings nichts entgegensetzen. So wie jüngst auf dem Gelände der Landesgartenschau.

Bild Bewässerung: Aufgeschlitzt und damit unbrauchbar: Eine Vielzahl von Bewässerungssäcken müssen auf dem LGS-Gelände ausgetauscht werden.
Torben Stoffel, Geschäftsführer der LGS GmbH, schüttelt den Kopf. „Unfassbar, warum macht man so etwas?“, fragt er sich und fasst sich an die Stirn. Schließlich wurden jüngst 15 dieser so genannten Bewässerungssäcke wahrscheinlich mit dem einem Messer aufgeschnitten. Das ist nicht nur sinnlos und ein teurer Sachschaden, sondern auch für die jungen Bäume alles andere als gesund.
Die Säcke sorgen nämlich dafür, dass die Wurzeln ständig mit kleinen Mengen an Wasser versorgt werden. „Das geht tröpfchenweise und über einen Zeitraum von sechs bis neun Stunden. Am Ende sind so 60 Liter wertvoller und viel effizienter eingesetzt als 100 Liter, die aus dem Wasserschlauch fließen“, macht Stephan Fischer von der Stadt- und Grünplanungsabteilung deutlich.
Dank der Säcke ist trotz der heißen Sommer zuletzt die Ausfallquote junger Bäume gering geblieben. Fischer schätzt, dass 90 Prozent der Neupflanzungen anwachsen und nach drei Jahren in die „Selbstständigkeit“ entlassen werden können, um dann wichtige Aufgaben im Stadtgebiet zu erfüllen. So sorgen Bäume für kühlen Schatten, dank der Verdunstung erhöhen sie schließlich die Luftfeuchtigkeit in ihrer Umgebung, sie produzieren Sauerstoff oder filtern Kohlendioxid aus der Luft. Mehr als 300 grüne PVC-Säcke gibt es derzeit im gesamten Stadtgebiet.
Für Stoffel steht fest, dass diese Säcke ersetzt werden müssen. Er rechnet mit zusätzlichen Kosten von mehr als 500 Euro. Kosten, die nun die Allgemeinheit zu tragen hat.
Die 15 kaputte Bewässerungssäcke sind eine weitere Episode von Vandalismus in der 3-Länder-Stadt. Erst kürzlich wurde im Rheinpark ein junger Baum kaputt gemacht. Und: An und rund um die Altrheinhalle in Märkt wurden vor wenigen Tagen Sachbeschädigungen durch Grafitti-Schmierereien festgestellt.


