Markgräfler Winzer feiern Erfolge in der Schweiz
Rekordteilnahme deutscher Weine bei der 11. Auflage des Mondial du Chasselas
Winzer aus dem Markgräflerland haben bei der Preisverleihung der elften Auflage des Weinwettbewerbes Mondial du Chasselas, die am 24. Juni im schweizerischen Aigle stattfand, wieder gut abgeschnitten.

Vertreter der Markgräfler Weingüter und Winzergenossenschaften in Aigle
Insgesamt gewannen die Markgräfler in vier Kategorien elf Gold- und 14 Silbermedaillen. Das Weingut H. Steinle aus Ballrechten-Dottingen konnte mit dem „Dottinger Castellberg Gutedel Kabinett trocken“ die Kategorie Swing und das Weingut Josef Walz aus Heitersheim mit dem Chasselas „Alte Reben“ die Kategorie Vinification spécial für sich entscheiden. Auch das Wein- und Sektgut Schweigler aus Binzen war mit zwei Gold- und einer Silbermedaille in diesem Jahr ganz vorne mit dabei. Den Sonderpreis der Markgräfler Wein e.V. für das beste Ergebnis der deutschen Weine in der Hauptkategorie Millésimes nahm Andreas Philipp für die Winzergenossenschaft Auggener Schäf entgegen.
Obwohl der Mondial du Chasselas erst im Jahr 2012 ins Leben gerufen wurde und unter der Corona-Pandemie zu leiden hatte, erfreut er sich einer immer größeren Beliebtheit und erarbeitete sich in den letzten Jahren ein beachtliches Renommee. Nach zwei durch die Corona Pandemie beeinflussten Jahren stand der Mondial du Chasselas 2022 vor einer neuen Herausforderung: Die historisch niedrige Ernte - in der Schweiz die niedrigste seit 1957 - führte dazu, dass es mit insgesamt 686 angestellten Weinen einen Rückgang um zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr (762) gab. Die 120 angestellten ausländischen Weine wiesen dagegen ein Wachstum auf, das mit 91 Anmeldungen ganz besonders den deutschen Produzenten zu verdanken war, eine Rekordteilnahme.
Die Erfolge
Insgesamt wurden 14 Winzer aus dem Markgräflerland bei dem Wettbewerb ausgezeichnet.
Zwei Gold- und eine Silbermedaille erhielt das Wein- und Sektgut Schweigler. Eine Gold- und zwei Silbermedaillen gewannen das Weingut Zotz und die Winzergenossenschaft Britzingen Markgräflerland eG. Der Winzerkeller Auggener Schäf eG und die Erste Markgräfler Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim eG konnten eine Gold- und eine Silbermedaille für sich verbuchen.
Eine Goldmedaille errangen das Weingut Wolfgang und Andreas Löffler, die Haltinger Winzer eG, das Weingut H. Steinle, das Weingut Josef Walz und das Weingut Kiefer-Seufert.
Mit zwei Silbermedaillen waren Wein & Hof Hügelheim, das Pfaffenweiler Weinhaus sowie das Weingut Huck-Wagner erfolgreich und das Weingut Ernst aus Wittlingen erhielt eine Silbermedaille.
Der Wettbewerb – strenge Kriterien
Insgesamt werden beim Mondial du Chasselas Medaillen in fünf Kategorien vergeben, in vier Kategorien waren die Markgräfler Winzer im Jahr 2022 dabei. Millésimes“ 2020-2021 - die Hauptkategorie, mit maximal 4 Gramm Restzucker pro Liter, „Swing“ - Weine bis 11,5 Volumenprozent Alkohol, „Blanc supérieur“ - Edelsüße Weine, „Vinification spéciale“ -spezieller Ausbau z.B. im Barrique und „Vieux millésime“ - alte Jahrgänge.
Jeder Wein wird blind verkostet. Im Jahr 2022 kamen 36 der 79 Juroren aus Deutschland und Frankreich, aber auch aus Italien, Belgien, den Niederlanden, Spanien, Griechenland, Russland, Großbritannien, Japan und den Vereinigten Staaten waren Experten dabei. Sie bewerten die Weine nach der 100 Punkte Skala. Wenn ein Wein 85 und mehr Punkte erreicht, hat er Anspruch auf eine Silbermedaille. Für 89 und mehr Punkte gibt es Gold. Maximal 30 Prozent der Weine dürfen ausgezeichnet werden. Zur Verkostung sind nur Weine zugelassen, von denen mindestens 1.500 Flaschen produziert werden. Um sicherzustellen, dass die prämierten Weine zur Zeit der Rangverkündigung noch erhältlich sind, muss ein Winzer mindesten 500 Flaschen vom eingereichten Wein zurückhalten.
Gutedel / Chasselas
Der Chasselas bzw. Gutedel gilt als älteste Kulturrebe der Welt. In Deutschland wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts nachweislich Gutedel angepflanzt, zuerst in Württemberg und Franken, ein Jahrhundert später in Sachsen und südlich von Freiburg im heutigen Markgräflerland. Dieses hat sich bis heute mit etwa 1.050 Hektar zum Hauptanbaugebiet des Gutedels in Deutschland entwickelt. In Saale-Unstrut erstreckt sich der Anbau auf fast 30 Hektar. Europaweit wachsen Gutedelweine auch in Frankreich (Elsass, Savoy und Loiretal), in
Rumänien, Ungarn, Tschechien und insbesondere in der Schweiz. Hier spielt er in den französisch sprechenden Gebieten Westschweiz und Wallis mit einer Anbaufläche von rund 4.000 Hektar eine dominante Rolle. Im Wallis heißen die Weine meist Fendant, in den übrigen Gebieten Chasselas.


