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Nachrichten aus Kenzingen

Neue Revierförsterin will den Kenzinger Stadtwald fit für die Zukunft machen

Franziska Reichenbach übernimmt zum 1. Oktober das Forstrevier von Johannes Kaesler – Waldumbau und Klimaanpassung im Mittelpunkt

Franziska Reichenbach übernimmt Leitung des Kenzinger Forstreviers

Im Kenzinger Stadtwald beginnt ein neues Kapitel: Zum 1. Oktober hat Franziska Reichenbach die Leitung des Forstreviers übernommen. Die junge Försterin folgt auf Johannes Kaesler, der den Kenzinger Stadtwald fast vier Jahrzehnte lang begleitet und geprägt hat.

Ganz neu ist das Revier für Reichenbach allerdings nicht. Bereits seit April dieses Jahres arbeitet sie an der Seite ihres Vorgängers und hat in dieser Zeit die Besonderheiten des Kenzinger Stadtwaldes, die örtlichen Gegebenheiten und das Forstteam intensiv kennengelernt. Auch besondere Bereiche wie der Forlenwald bei Bombach oder das Gebiet rund um das Grüselis Loch sind ihr inzwischen vertraut.

Mit dem Wechsel übernimmt Reichenbach nicht nur ein traditionsreiches Forstrevier, sondern auch eine Aufgabe, die vor großen Veränderungen steht. Der Klimawandel stellt die Forstwirtschaft vor neue Herausforderungen. Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen und zunehmender Schädlingsbefall setzen den Wäldern zu. Gleichzeitig soll der Wald weiterhin Holz liefern, Lebensraum für Tiere und Pflanzen bieten und den Menschen als Erholungsraum zur Verfügung stehen.

Für Reichenbach bedeutet das vor allem: Der Wald muss sich verändern. „Wir stehen momentan vor einem großen Transformationsprozess und können den Wald nicht mehr weiter so bewirtschaften wie die letzten Jahrhunderte“, sagt die neue Revierförsterin.

Den von Johannes Kaesler eingeschlagenen Weg des Waldumbaus möchte sie deshalb konsequent fortsetzen. Dabei setzt sie nicht allein auf Aufforstung, sondern insbesondere auf die natürlichen Kräfte des Waldes. Wo es die Standortbedingungen zulassen, soll die Naturverjüngung genutzt und gefördert werden. Baumarten wie Spitzahorn, Traubeneiche oder Esskastanie können dabei künftig eine größere Rolle spielen.

„Waldschäden können nicht eins zu eins aufgeforstet beziehungsweise neu bepflanzt werden“, erklärt Reichenbach. Vielmehr müsse genau geschaut werden, welche Baumarten an einem Standort auch unter den veränderten klimatischen Bedingungen langfristig bestehen können. Dabei gehe es auch um einen verantwortungsvollen Umgang mit den vorhandenen Ressourcen. „Wir müssen die Ressourcen schonen und effizient einsetzen – sowohl bei den Arbeitskräften als auch beim Pflanzgut.“

Neben dem Waldumbau bleibt die nachhaltige Bewirtschaftung eine zentrale Aufgabe. Holz ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff und zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor des Stadtwaldes. Die Nutzung soll deshalb mit den ökologischen Anforderungen und den unterschiedlichen Interessen der Waldbesucher in Einklang gebracht werden.

Für diese Aufgaben kann Reichenbach auf ein erfahrenes Team bauen. Die Mitarbeiter des Kenzinger Forstes bringen langjährige praktische Erfahrung in der Waldarbeit und eine umfassende Ortskenntnis mit. „Ich freue mich auf die Herausforderung und bin froh über ein großes Team mit viel praktischer Erfahrung bei der Waldarbeit und einer guten Ortskenntnis im Stadtwald“, sagt Reichenbach.

Auch persönlich markiert der Amtsantritt einen wichtigen Schritt: Die bisherige Probezeit als Beamtin ist beendet, Reichenbach wurde auf Lebenszeit verbeamtet, befördert und als Stadtforstamtsrätin auf die entsprechende Planstelle eingewiesen.

Die Stadt Kenzingen sieht im Generationenwechsel zugleich eine Chance, den eingeschlagenen Weg einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Forstwirtschaft weiterzuentwickeln. Mit dem neuen Forsthof wurden in den vergangenen Jahren bereits die räumlichen und organisatorischen Voraussetzungen für die Arbeit des städtischen Forstes verbessert.

Mit dem Wechsel an der Spitze des Forstreviers geht gleichzeitig eine lange Ära zu Ende. 38 Jahre lang war Johannes Kaesler für den Kenzinger Stadtwald verantwortlich. Bürgermeister Dirk Schwier würdigte seinen langjährigen Einsatz: „Wir verabschieden heute nicht einfach nur einen Förster und begrüßen eine neue Revierförsterin. Wir verabschieden einen Menschen, der unseren Stadtwald über Jahrzehnte geprägt hat, und begrüßen eine neue Försterin, die seine Entwicklung künftig mitgestalten wird.“

Für Franziska Reichenbach beginnt damit eine neue Aufgabe in einem Wald, dessen Zukunft sich gerade grundlegend verändert. Ihr Ziel ist klar: den Kenzinger Stadtwald Schritt für Schritt an die Bedingungen der kommenden Jahrzehnte anzupassen – und dabei seine vielfältigen Funktionen für Natur, Wirtschaft und Menschen zu erhalten.

Text/Bild: Stadt Kenzingen

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